Viel Konkurrenz für Premiere

- Lange Zeit galt Georg Kofler als Wundermann der deutschen Medienindustrie. ProSieben machte der Südtiroler zum profitabelsten Privatsender, Premiere rettete er vor der Pleite und brachte den Bezahlsender sogar an die Börse. Doch seit dem Verlust der Pay-TV-Rechte der Fußball-Bundesliga an ein Konsortium von Kabelnetzbetreibern steht Kofler unter Druck. Der 48-Jährige zeigt sich aber unverdrossen. Auch den Kampf um die Fußball-Bundesligarechte hat er noch nicht aufgegeben.

Haim Saban ist bei Premiere willkommen

Für Premiere sind viele Szenarien denkbar. Zum einen könnte der Sender, der jetzt billiger zu haben ist, von US-Milliardär Haim Saban übernommen und mit ProSiebenSat.1 zusammengelegt werden. Gespräche gibt es bereits, das Kartellrisiko ist aber hoch. Zudem ist vorstellbar, dass die Kabelnetzbetreiber nach den Bundesliga-Rechten auch noch Premiere übernehmen. Kofler wollte sich bisher nicht festlegen. Eine Übernahme durch Saban schloss er nicht aus. "Wenn bei uns einer kommt und Aktien kauft, ist er immer willkommen."

Endlich konnte Kofler auch wieder gute Nachrichten verkünden. Der Pay-TV-Konzern, der einst den Zusammenbruch der KirchGruppe mit ausgelöst hatte, machte 2005 erstmals Gewinn. Zudem kann Premiere in der kommenden Saison 13 Spiele der Champions League im DSF präsentieren. Premiere hatte sich erstmals auch die Free-TV-Rechte gesichert.

Ein Problem bleibt dennoch der Verlust der Fußball-Bundesligarechte. Kofler hofft, in Verhandlungen mit dem Rechteinhaber Arena Sublizenzen zu bekommen. Arena indessen will seinen Sendebetrieb nach Informationen des "Focus" im Juli mit einem Testlauf starten. Am Freitag habe Arena bei der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt einen Antrag auf Erteilung einer Sendelizenz gestellt. Beantragt wurde demnach die maximale Laufzeit von zehn Jahren für ein "digitales Spartenprogramm mit Mehrkanalfunktion". Diese Pläne stoßen bei Medienaufsehern auf Bedenken. "Da droht ein unfairer Wettbewerb", sagte Hans Hege, der Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Die etablierten Fernsehsender könnten aus dem Markt gedrängt werden, warnte er. "Premiere ist möglicherweise nur das erste Opfer."

Inzwischen macht Premiere noch ein weiterer Konkurrent zu schaffen. Laut einem Bericht des "Handelsblatts" will die Deutsche Telekom für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga im Gastronomiebereich mitbieten. Das wäre das 2:0 gegen Premiere, heißt es in der Branche. Premiere hält seit 1999 die Gastronomie-Rechte und nutzt sie für die 13 000 Premiere-Sportbars. Die Telekom will mit dem Kauf der Rechte für das schnelle Internet werben, mit dem man fernsehen, im Internet surfen und telefonieren kann.

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