Zu viel Olympia im TV? Privatsender schimpfen

Berlin/Hamburg - Die Privatsender kritisieren ARD und ZDF wegen der geplanten Olympia-Berichterstattung: sie sei maßlos. Die Öffentlich-Rechtlichen weisen die Kritik zurück und nennen die Kosten.

Die deutschen Privatsender haben die geplante Berichterstattung von ARD und ZDF zu den Olympischen Spielen in London als maßlos und als pure Provokation kritisiert. Das Vorhaben, in den Hauptprogrammen und über Internet insgesamt fast 900 Stunden olympischen Sport zu verbreiten, sei rechtlich und medienpolitisch äußerst fragwürdig, erklärte der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) am Dienstag in Berlin. Nicht mehr die Digitalkanäle seien “das Überlaufbecken“ für das Programm. Nun würden neue Angebote im Internet lanciert, sagte Verbandspräsident Jürgen Doetz und kritisierte zudem die Kosten.

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Die ARD wies die Kritik an ihrem am vergangenen Donnerstag vorgestellten Olympia-Programm zurück. “Abgesehen davon, dass die Reaktionszeit des VPRT-Präsidenten nicht eben medaillenverdächtig ist, unterliegt er einer völligen Fehleinschätzung der realen Kosten“, sagte Walter Johannsen, Chef des ARD-Olympiateams. “London 2012 wird für uns günstiger als Peking 2008“, erklärte Johannsen. Dazu trage auch auch das Online-Angebot bei. “Es verursacht deutlich weniger Aufwand als früher die Bespielung der Digitalkanäle.“ Er erklärte zudem, dass das Internet-Angebot zeitlich begrenzt und juristisch geprüft sei: “Es gibt keine rundfunkrechtlichen Bedenken.“

Das sieht der VPRT anders. Egal, ob die Olympia-Spartenkanäle als Rundfunkprogramm oder als Telemedien zu verstehen seien - für beide Fälle gebe es keine rechtliche Grundlage. Rundfunkprogramme müssen im Staatsvertrag festgeschrieben werden, Internet-Angebote den sogenannten Drei-Stufen-Test durchlaufen.

Trotz der reduzierten Zahl von Mitarbeitern im Vergleich zu Peking 2008 koste Olympia wieder je 10 Millionen Euro bei ARD und ZDF, kritisierte der Verband. Die Einsparungen bei den Personalkosten würden nun in die Produktion und Technik für die neue Angebote fließen.

Insgesamt wollen ARD und ZDF rund 260 Stunden klassische TV-Berichterstattung vom 27. Juli bis zum 12. August anbieten. Mit sechs parallelen Livestreams auf den Online-Seiten bieten das “Erste“ und das “Zweite“ ein umfangreiches Programm wie noch nie. An manchen Tagen sind es bis zu 60 Stunden zusätzlich.

dpa

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