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Bringt Farbe ins Spiel: Für ihre Dokusoap „Einsatz in 4 Wänden – Spezial“ peppt die Moderatorin Tine Wittler heruntergekommene Wohnungen auf.

Tine Wittler plaudert aus dem Nähkästchen

München - Die RTL-Wohnexpertin Tine Wittler plaudert aus dem Nähkästchen und erzählt von schlimmen Einsätzen in 4 Wänden, unzufriedene Protagonisten und ihre eigene Wohnung.

Ein Eimer Farbe und ein paar neue Bettvorleger: Damit ist es nicht getan, wenn Moderatorin Tine Wittler, 38, in der RTL-Dokusoap „Einsatz in 4 Wänden“ Häuser verschönert – oft muss das Team der Journalistin und Wohnexpertin mit Baggern und großen Müllcontainern anrücken. Denn während sie in der 2003 gestarteten Reihe anfangs noch ganz normale Wohnungen aufhübschte, knöpft sie sich seit einer Weile nur noch spektakuläre Härtefälle vor. Seitdem trägt die Sendung auch den Titel „Einsatz in 4 Wänden – Spezial“. In der aktuellen Staffel (nächste Doppelfolge: heute, 20.15 Uhr) räumt Wittler unter anderem bei Menschen auf, die am Messie-Syndrom leiden und ihre Immobilien zwanghaft mit Müll vollstopfen.

Wie wurden Sie eigentlich zur Wohnexpertin?

Ich habe schon in meinem Kinderzimmer immer akkurat an jedem Detail gefeilt, habe Dinge arrangiert und verziert. Später war ich bei der Fernsehsendung „Bravo TV“ die zuständige Redakteurin für die Rubrik „Die Wohnpolizei“. Wir hatten nur 200 Mark zur Verfügung, um Jugendzimmer umzugestalten, da waren natürlich Kreativität und handwerkliches Geschick gefragt. Ich erinnere mich noch gut, wie ich aus Ytongsteinen Möbel gebaut habe.

Seit 2003 präsentieren Sie „Einsatz in 4 Wänden“. Können Sie überhaupt noch unter die Leute, ohne um Wohntipps gebeten zu werden?

Die meisten respektieren es, wenn ich privat unterwegs bin. Wenn ich bei einer Party einen Zahnarzt treffe, fletsche ich zur Begrüßung ja auch nicht die Zähne und frage ihn, was zu tun ist. Aber natürlich werde ich manchmal schon um Tipps gebeten, und die gebe ich auch gerne, sofern mir etwas einfällt. Manchmal komme ich ehrlich gesagt auch irgendwo rein und sehe sofort, was man mit kleinen Änderungen verbessern könnte. Aber das behalte ich dann für mich.

Welches ist der meistgemachte Wohnfehler?

Viele Leute wollen zu viel auf zu wenig Platz. Zu viele zu klobige Möbel, zu wenige Lichtquellen. Man darf die Räume nicht zu voll stellen. Ein Raum muss atmen können.

Würden Sie jemals einer wildfremden Wohnexpertin den Schlüssel zu Ihrem Domizil geben und ihr freie Hand lassen?

Das würde ich natürlich tun – wenn ich wie die Leute in unserer Sendung eine völlig desolate Wohnsituation hätte, aus der ich alleine nicht mehr rauskomme.

Manche Ihrer Protagonisten sind Messies. Sie leben zwischen vergammelten Lebensmitteln und anderem Müll...

Ja, aber wir machen ja nicht nur Messie-Häuser. Wir haben zum Beispiel in dieser Staffel eine entzückende Familie mit vier Jungs, deren Haus abgebrannt ist. Die Leute dachten, sie könnten nie wieder einen Fuß in diese Ruine setzen und haben sich wahnsinnig gefreut, als feststand, dass wir ihren Fall übernehmen.

Bräuchten die Betroffenen nicht manchmal eher Lebens- als Einrichtungsberatung?

Hinter den Fällen stecken oft ganz große Probleme. Ich bin in erster Linie Moderatorin und kann zwar nachfragen, wie die Leute in diese Situation geraten sind, und kann menschliche Anteilnahme zeigen. Wenn es aber um die Aufarbeitung der Probleme geht, vermitteln wir gerne den Kontakt zu einer Psychologin, mit der wir zusammenarbeiten.

Was war der unangenehmste Einsatz in der aktuellen Staffel?

Schwierig wird es dann, wenn es nicht nur optisch schlimm ist, sondern auch auf die Nase geht. Es gibt ja Gott sei Dank noch kein Geruchsfernsehen.

Gab es Protagonisten, die mit der Renovierung unzufrieden waren?

Das ist mir noch nicht passiert, das würde mich auch extrem enttäuschen. Wir renovieren ja ausschließlich Häuser, in denen kein menschenwürdiges Leben mehr möglich ist, schon allein deshalb ist es immer eine Verbesserung. Aber natürlich können wir nicht zaubern, wir sind keine eierlegende Wollmilchsau, die eine Wohnfläche ohne Anbau mal eben verdoppeln kann. Deshalb müssen wir Kompromisse eingehen.

Wie teuer sind die Umbauaktionen eigentlich?

Es ist auf jeden Fall ein kleiner Lottogewinn, den wir da ausschütten.

Wenn Sie nach der Arbeit wieder daheim sind, dekorieren Sie dann da auch fleißig um?

Um Gottes Willen, überhaupt nicht! Ich wohne noch nicht lange in meinem Bungalow, da ist alles gerade fertig geworden und ich bin erst mal sehr zufrieden. Als Farben habe ich ein dunkles Violett verwendet, im Wohnzimmer ein Grau und einen Sandton im Flur. Das mit dem Umdekorieren mache ich derzeit nur bei anderen.

Ganz nebenbei haben Sie auch noch einen Dokumentarfilm gedreht, der nächstes Jahr ins Kino kommen soll. Geht es da auch ums Wohnen?

Zu viel will ich noch nicht verraten, aber für diese Dokumentation bin ich auf eine sehr aufregende Reise gegangen. Ich bin die Produzentin und die Protagonistin des Films, und es geht um das Thema Schönheitsideale.

Das Gespräch führte Cornelia Wystrichowski

 

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