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„Der Weg ist das Ziel“: Judith van Hel (27) zerbricht sich über ihre Chancen bei „The Voice“ nicht den Kopf.

Vor dem Halbfinale

"Voice"-Kandidatin van Hel: Keine halben Sachen

München - Judith van Hel steht im Halbfinale von „The Voice of Germany“. Die 27-jährige Ergotherapeutin stammt aus Wermelskirchen (Nordrhein-Westfalen) und lebte seit eineinhalb Jahren in München.  Ein Gespräch vor ihrem großen Auftritt.

-Gratulation zum Einzug ins Halbfinale! Heute Abend wird auch Michael Bublé mit Ihnen auf der Bühne stehen. Aufgeregt?

O ja! Ich freue ich mich total darauf. Denn ich finde ihn richtig toll – seine Musik, die Art, wie er in Interviews auftritt. Aber da kannst du dich natürlich nicht auf die Bühne stellen und völlig unvorbereitet sein. Das wäre ein bisschen peinlich, wenn da so ein internationaler Star kommt, deshalb proben wir seit Dienstag mit den Coaches.

-Sie arbeiten intensiv mit Ihren Gesangslehrern. Haben Sie schon viel gelernt, sich gesanglich weiterentwickelt?

Ja, wenn ich mir jetzt meinen ersten Auftritt anschaue und meinen letzten Liveshowauftritt, merke ich, dass sich in meiner Gesangstechnik einiges getan hat. Wir bekommen Mitschnitte unserer Proben – das ist die beste Möglichkeit, sich selbst genau reflektieren zu können. Wie man eigentlich klingt. So versteht man besser, was die Coaches meinen, wenn sie bestimmte Dinge kritisieren. Insofern finde ich schon, dass ich da einige Sprünge gemacht habe.

-Gibt es ein Ritual, das Sie vor jedem Auftritt vollziehen? Etwas, das Ihnen Sicherheit gibt?

Ich versuche immer, mich hineinzuversetzen in die Situation, als sich bei der Blind Audition Samu Haber umgedreht hat. In dieses Gefühl.

-Was war das für ein Gefühl?

Das war der Wahnsinn! Und immer, wenn ich so aufgeregt bin vor einem Auftritt, mache ich die Augen zu und versuche, mir vorzustellen, wie das Gefühl war. Und auch das Gefühl, als ich weitergekommen bin. Dadurch werde ich selbstbewusst. Denn dann denke ich: Das hast du jetzt so oft geschafft, es kann eigentlich nix schiefgehen.

-Stimmt, Sie haben schon viel Lob bekommen. Gibt es eine Rückmeldung der Jury, die Sie besonders gefreut hat?

Als Samu gesagt hat, dass ich ein großes Herz habe, weil ich mich um die anderen im Team kümmere. Das fand ich schön, dass er das bemerkt hat. Und als Nena gesagt hat, sie sei ein großer Fan von mir. Da ist mein Herz schon so ein bisschen gehüpft. Weil ich ein großer Fan von Nena bin. (Lacht.) Das ist so verrückt, wenn das auf einmal jemand zu dir sagt, den du schon seit deiner Kindheit auf dem Bildschirm siehst.

-In „The Voice of Germany“ spielt der Buzzer eine große Rolle. Dadurch, dass Samu ihn gedrückt hat, sind Sie in die nächste Show gekommen – und alles hat sich verändert. Sind Sie privat auch ein Mensch, der Entscheidungen mit einem Schlag trifft?

Ja, ich bin der Buzzertyp. Ich bin ziemlich spontan. Und sehr radikal in meinen Entscheidungen. Zum Beispiel habe ich gesagt: Ich mach’ jetzt meine Haare kürzer – und hab’ sie komplett abgeschnitten. Ich bin niemand, der halbe Sachen macht. Ich treffe eine Entscheidung und die ziehe ich mit allen Konsequenzen durch.

-Das heißt, die Sendung passt gut zu Ihnen.

Ja. Und ich bin auch ein Typ, der die Herausforderung sucht. Wenn ich im Wettbewerb stehe und wenn es darum geht, Spiele zu spielen, dann kann ich nicht verlieren. Das ist mein Ding. Daran wachse ich.

-Aber was wäre, wenn Sie bei „The Voice“ nicht gewinnen würden?

Das wäre total okay für mich. Der Weg ist das Ziel. So viel wie ich hier gelernt habe, die vielen Leute, die ich getroffen habe, die vielen Eindrücke, die ich gesammelt habe – das kann mir nie wieder jemand nehmen. Das ist einfach Biografie, die ich mir hier erarbeitet habe. Das ist doch schon ein Gewinn!

-Das heißt, Sie lassen es auf sich zukommen…

Ja, denn es kann ja alles passieren. Es kann sein, dass ich einen Plattenvertrag angeboten bekomme, es kann sein, dass innerhalb von vier Wochen alles vorbei und vergessen ist. Darüber nachzudenken macht mich irgendwie unfrei. Wenn es klappt, dann soll es so sein und wenn nicht, dann soll es auch so sein.

Das Gespräch führte Katja Kraft.

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