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Blasmusik, fesche Dirndl und Bier: So sieht die heile Bayern-Welt bei Dahoam is Dahoam aus (Foto: Die Schauspieler Horst Kummeth und Doreen Dietel). Auch bei der Erfolgsserie regte sich anfangs Kritik.

Die Trachtler und der BR

Volkstümlich oder volksdämlich?

„Ich kann diese Haltung nicht nachvollziehen!“ Bettina Ricklefs , Fernsehfilmchefin des BR , äußerte sich gegenüber dem Münchner Merkur verwundert über die Weigerung der Mittenwalder Gebirgstrachtler, als Komparsen in dem ARD -Fernsehfilm „Keiner geht verloren“ mitzuwirken.

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In dem Streifen, der im Auftrag des Bayerischen Rundfunks ( BR ) von nächster Woche an unter anderem in der 8000-Seelen-Gemeinde im Landkreis Garmisch-Partenkirchen entstehen soll, geht es um eine junge Frau aus Ost-Berlin, die nach der Wende nach Oberbayern zieht und dort die große Liebe findet.

Wie berichtet, hatte der Chef der ortsansässigen Trachtler, Johann Schober junior, sein Nein zu einem Auftritt in dem Film mit „niveaulosen Heimatserien“ wie „Dahoam is dahoam“ begründet, die der Münchner Sender ausstrahle. Gauvorstand Georg Mangold hatte sich sofort mit dem Kollegen aus Mittenwald solidarisch erklärt. Zu oft bringe das Fernsehen „volksdümmliche“ Beiträge, die mit der Realität in Sachen Brauchtum und Tradition nichts zu tun hätten.

Sie bezweifle, dass Schober und seine Gebirgstrachtler das Drehbuch von „Keiner geht verloren“ überhaupt kennen, so Ricklefs. Es handele sich nicht um eine Satire auf Kosten der Brauchtumsanhänger, sondern um ein „außerordentlich qualitätsvolles“ Projekt. Um größtmögliche Authentizität zu garantieren, suche man für eine bestimmte Sequenz einheimische Komparsen.

„Die Produktionsfirma steht für Seriosität“, betonte die Fernsehfilmchefin und verwies auf die lange Liste hochwertiger Heimatfilme, die der BR zuletzt gedreht habe. Erfolge wie „Marias letzte Reise“, „Baching“ oder „Räuber Kneißl“ zeigten, dass sowohl bei zeitgenössischen als auch bei historischen Stoffen auf höchste Sorgfalt Wert gelegt werde. „Ich weiß nicht, mit welchem Sender die Trachtler schlechte Erfahrungen gemacht haben – der BR kann’s jedenfalls nicht gewesen sein“, ist sich Ricklefs sicher.

Rückendeckung erhält der Münchner Sender durch Bayerns obersten Trachtenvereinsfunktionär, Landeschef Otto Dufter aus Unterwössen (Landkreis Traunstein ). Natürlich müsse es jeder Sektion selbst überlassen bleiben, Ja oder Nein zur Mitwirkung an einem solchen Projekt zu sagen, so Dufter. Die Fundamentalkritik Schobers und Mangolds teile er trotz der einen oder anderen „schiefen Szene“ im einen oder anderen Film jedoch nicht: „Wir sind zufrieden mit dem Bayerischen Rundfunk.“

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