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Thomas Gruber, BR-Indendant.

Volles Programm für die Fußballfans

München - Der Bayerische Rundfunk platziert eine neue „Blickpunkt Sport“-Ausgabe am Sonntagabend - und das Jugendmagazin „Südwild“ wandert zu „BR alpha“.

Noch im März hatte Intendant Thomas Gruber in Sachen Fußball gemauert. Er halte „nichts von der Idee, dass alle Dritten gleichzeitig um 21.45 Uhr Sportsendungen platzieren und so tun, als seien sie vorübergehend alle zusammen das Erste“, so der Chef des Bayerischen Rundfunks (BR) im Gespräch mit unserer Zeitung auf die Frage, ob sein Sender die Sonntagsspiele der Bundesliga künftig in einer eigenen Sendung „zeitnah“ präsentiert. Nun wird es doch eine neue Sportsendung geben. „Blickpunkt Sport – Die Bundesliga“ läuft mit Beginn der neuen Saison ab dem 9. August jeweils sonntags um 21.45 Uhr, wie der Münchner Sender gestern mitteilte. Die Sendung „Faszination Wissen“ wird um eine Viertelstunde auf 21.15 Uhr vorverlegt, die Zuschauer des „Rundschau Magazins“ müssen sich dagegen künftig in Geduld üben. Sonntags beginnt die Nachrichtensendung statt um 21.15 Uhr erst um 22.30 Uhr.

Hintergrund der Neuerung ist eine Änderung bei den teuren Übertragungsrechten. Statt des Deutschen Sportfernsehens (DSF) darf künftig die ARD über die Sonntagsspiele der Bundesliga ausführlich berichten. Zu einer weiteren „Sportschau“-Ausgabe kurz vor 22 Uhr konnten sich die Programmmacher nicht durchringen, zu diesem Zeitpunkt läuft der Polittalk „Anne Will“. „Wenn alle Dritten eigene Sportsendungen ins Programm nehmen, sogar der MDR, in dessen Verbreitungsgebiet gar keine Bundesligamannschaft spielt, dann können wir nicht abseits stehen und so tun, als ginge uns das alles nichts an“, so BR-Sprecher Rudolf Küffner gestern.

Auch von einer weiteren Neuerung im Schema profitieren zunächst einmal die Sportfans. Die „Blickpunkt Sport“-Sendung am Montag tauscht den Sendeplatz mit den „Lebenslinien“ und beginnt künftig bereits um 20.15 Uhr statt um 21.45 Uhr. Mit der Verlegung der „Lebenslinien“ auf den späteren Abend wolle man aber nicht zuletzt auch die Porträts, die seit der Programmreform vor knapp zwei Jahren wegen der starken Konkurrenz unter Zuschauerschwund litten, „aus dem Quotenloch holen“, erläuterte Küffner.

Zwei weitere Änderungen betreffen das Informationsangebot des BR. Künftig wird es – wie bereits berichtet – um 16.45 Uhr eine viertelstündige Nachmittags-„Rundschau“ geben. Für die Zeit davor plant der Sender mehrere „stundenaktuelle ,Rundschau‘-News in 100 Sekunden“. Die Regionalausgaben der „Abendschau“ beginnen künftig um 17.30 Uhr und damit fünf Minuten früher als bisher. Unter den neuen Titeln „Schwaben & Altbayern aktuell“ und „Frankenschau aktuell“ sollen sie von der eigentlichen „Abendschau“ abgetrennt und als eigenständige Sendungen erkennbar sein. „Dadurch betonen wir unsere regionale Kompetenz neu“, lässt man in München-Freimann dazu wissen.

Ganz aus dem Hauptprogramm verbannt wird das neue Jugendmagazin „Südwild“, das am Nachmittag um 15 Uhr ein Schattendasein fristete. „Die Quote war praktisch nicht messbar“, formuliert es Sendersprecher Küffner. Künftig soll „Südwild“ im Bildungsprogramm „BR alpha“ zu einer „jugendaffineren Tageszeit“ von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr laufen.

von Rudolf Ogiermann

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