"Vollweib" im Dauereinsatz

- Von weniger wohlwollenden Kritikern wurde sie auch schon einmal als "das Glas Kuhmilch unter den Schauspielerinnen" bezeichnet. Christine Neubauer selbst sieht sich gerne als "Vollweib" und ist als solches im Fernsehen im Dauereinsatz ­ doch die ständige Präsenz führt keineswegs zu Ermüdungserscheinungen bei den Zuschauern.

Neubauers Filme sind nach wie vor Quotengaranten. In ihrem neuesten Streifen, dem Melodram "Das beste Jahr meines Lebens", spielt die 44-jährige Münchenerin wieder ihre Leib-und-Magen-Rolle als patente Frau, die ihren Mann steht.

So austauschbar das zunächst auch klingen mag ­ das Werk der ARD-Produktionsfirma Degeto ist anspruchsvoller als die üblichen Komödien der Frankfurter Filmschmiede. Im Mittelpunkt steht die von Neubauer gespielte Laura Vandenberg ­ eine Frau in den besten Jahren, deren luxuriöses und weitgehend sorgenfreies Leben als Hausfrau und Mutter an der Seite eines gutverdienenden Mannes plötzlich tiefe Risse bekommt, als der Unternehmer wegen Betrugs im Gefängnis landet. Nach und nach stellt sich heraus, dass Lauras Mann Niklas (Huub Stapel) ein echter Hochstapler ist und sowohl die Firma als auch die Familie restlos ruiniert hat.

Laura steht vor dem Nichts, hat kein Geld mehr und muss ihre Villa verlassen. Sie zieht mit Söhnchen Moritz und der pubertär aufbegehrenden Tochter Nina in eine bescheidene Wohnung in einer Hochhaussiedlung und hält sich mit wechselnden Jobs, unter anderem als Tellerwäscherin, tapfer über Wasser. Stellenweise wirkt das Drama über den sozialen Abstieg einer Familie wie ein Kommentar zur aktuellen Unterschichtdebatte.

Christine Neubauer muss hier ­ neben Kollegen wie Stefan Merki, Andrea L‘Arronge, Peter Lerchbaumer und Nicki von Tempelhoff ­ ein paar Register mehr ihres Könnens ziehen als üblich. Was sie zu leisten in der Lage ist, hat die Tochter eines Buchdruckers bereits am Anfang ihrer Karriere gezeigt. Für ihre Darstellung einer Hausfrau in der ambitionierten Historienserie "Löwengrube" erhielt sie 1992 den Adolf-Grimme-Preis, es folgten einige aufwändig produzierte Heimatfilme, darunter der hervorragende "Krambambuli" mit Tobias Moretti und Gabriel Barylli als Partnern.

Mittlerweile aber hat sich die Schauspielerin, die am berühmten Lee Strasberg Institute in New York gelernt hat, der Massenware verschrieben und dreht wie am Fließband ­ fünf oder sechs Filme pro Jahr, in denen sie meist die bodenständige und zugleich sinnliche Frau spielt, die auch mal die Ärmel hochkrempeln und anpacken kann. "Seicht" oder gar "verlogen", wie Kritiker mitunter bemängeln, sind diese Streifen ihrer Ansicht nach aber nicht: "Die gezeigten Konflikte sind in der Tiefe echt und glaubhaft, sonst könnte ich sie nicht spielen."

Ihre Prominenz vermarktet die tatendurstige 44-Jährige, die mit ihrer Jugendliebe, dem BR-Sportjournalisten Lambert Dinzinger, verheiratet ist und einen zwölfjährigen Sohn hat, äußerst geschickt. Sie schreibt regelmäßig Ratgeber, in deren Titel sich das Attribut "Vollweib" findet und die sich gut verkaufen. Dass sie wegen ihrer Kurven gar als drall bezeichnet wird, hört die Bayerin jedoch ­ verständlicherweise­ überhaupt nicht gern.

ARD, heute, um 20.15 Uhr.

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