Die Wahrheit über den "Wüstenfuchs"

Zeitgeschichte: - Einer Umfrage in den USA aus dem Jahre 1942 zufolge war Erwin Rommel (1891 bis 1944) seinerzeit der bekannteste Deutsche nach Adolf Hitler. Ein vielsagendes Ergebnis. Über des "Führers" populärsten Feldherrn halten sich nach Einschätzung des ZDF "Wahrheit und Legende" die Waage.

Deswegen hat der Mainzer Sender jetzt einen Zweiteiler mit den Titeln "Rommels Krieg" und "Rommels Schatz" produziert, der heute und am kommenden Dienstag jeweils um 20.15 Uhr zu sehen ist. Nicht das erste Produkt des ZDF über den berühmten Militär. Bereits 1998 hatte der Sender Rommel eine Folge der Reihe "Hitlers Krieger" gewidmet.

Die Legende vom genialen Befehlshaber des "Afrikakorps" findet bis heute viele Anhänger. Auch, weil noch immer die Vorstellung überwiegt, "sein" Krieg in Afrika sei frei von den Vernichtungsplänen des nationalsozialistischen Staates, sei ein "sauberer Krieg" geblieben. Die Propaganda machte ihn aber zu einem Mythos, der langlebiger war als das Reich, dem er diente. Zum Dank beförderte Hitler den "Wüstenfuchs" zum jüngsten Generalfeldmarschall der Wehrmacht.

Doch neueste Funde, so berichten die Dokumentarfilmer Jörg Müllner und Jean-Christoph Caron, enthüllen ein anderes Bild. Während Rommel in Ägypten die ersten Kämpfe um das strategisch wichtige El Alamein führte, traf im Juli 1942 ein Einsatzkommando der SS in Nordafrika ein, wie die Autoren nachweisen. Das Regime war also im Begriff, den Holocaust auch auf diesen Kriegsschauplatz auszuweiten. Rommels militärische Erfolge hatten somit die Deportation vieler in Nordafrika lebender Juden zur Folge.

Die Beute von Rommels Raubzügen, Gold, Silber und Edelsteine im Wert von mehreren Millionen Euro, gilt bis heute als verschollen. Im Rücken der Front hatte die SS die jüdische Bevölkerung ausgeraubt. Die Beute wurde zunächst nach Europa gebracht. Im September 1943 versenkte die SS den Schatz, verschweißt in sechs wasserdichten Kisten, dann vor der korsischen Küste im Mittelmeer. Wissenschaftler und Abenteurer versuchen seit mehr als 60 Jahren, ihn zu heben.

Das ZDF begleitete eine Tauchexpedition, die sich mit Hilfe moderner Technik und neuen Hinweisen auf den möglichen Fundort auf die Suche nach dem geraubten Gold macht.

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