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Serdar Somuncu ist Kabarettist und Kanzlerkandidat von „Die PARTEI“.

Satiriker beklagt Zensur

„A...loch“: WDR-Redakteurin will Serdar Somuncu verklagen

Köln - Satiriker Serdar Somuncu schreckt nicht vor derben Sprüchen zurück. Jetzt streitet der Kabarettist mit dem WDR - eine Redakteurin geht juristisch gegen ihn vor. 

Update vom 18. Januar 2017: Es steht fest. Am 24. September 2017 wählen die Deutschen den Bundestag.

Der türkischstämmige Kabarettist Serdar Somuncu spricht meist Klartext. So würde er auch gerne Deutschland regieren und tritt als Spitzenkandidat für die Satirepartei „Die PARTEI“  bei der Bundestagswahl 2017 an. Nun streitet er öffentlich mit dem WDR. Eine Programm-Redakteurin des Rundfunks will juristisch gegen Somuncu vorgehen. 

Somuncu bezeichnete Redakteurin als „Arschloch“

Der Vorfall, an dem sich die Mitarbeiterin mit Unterstützung ihres Senders stört, liegt bereits mehr als ein Jahr zurück. Damals beschuldigte Somuncu den öffentlich-rechtlichen Sender der Zensur. Er sprach im November 2015 auf einer Veranstaltung der Körber Stiftung in Hamburg. Dort kritisierte er sehr emotional, dass seine Programme, er beschäftigt sich mit den Themen Ausländerhass und Faschismus, nie ungekürzt gezeigt würden. Als ein Beispiel nannte er unter anderem die Redakteurin und den WDR namentlich. „Diese Arschlöcher nehmen sich raus, im Namen der Gebührenzahler, uns zu zensieren. Und das war für mich die Keimzelle des Faschismus“, sagte er.

Wie weit darf Satire gehen?

Ein Video, das den Auftritt von damals zeigt, lässt sich auf Youtube nicht mehr ansehen. Auf Twitter kommentiert Somuncu das so:

WDR und der Satiriker haben damit die Diskussion in den sozialen Netzwerken losgetreten, die in ähnlicher Art und Weise bereits geführt wurde, als Jan Böhmermann sein Gedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan veröffentlichte. Wie weit darf Satire gehen? 

Somuncu hat schön öfter Sender kritisiert, die seine Auftritte „zensiert“ würden. In Hamburg ging er nach Meinung der WDR-Redakteurin zu weit. Sie will gegen den Satiriker wegen Beleidigung vorgehen und wird dabei vom Sender unterstützt. „Dem WDR und seiner Redakteurin ist bis heute unklar, in welchem Zusammenhang Herr Somuncu den Vorwurf der Zensur erhebt und was genau er damit meint. Sollte Herr Somuncu redaktionelle Entscheidungen nicht nachvollziehen können, hätte er uns seine Bedenken gerne vortragen und zur Diskussion stellen können“, erklärte der Sender gegenüber Meedia

Laut Bild erklärte eine WDR-Sprecherin, dass die Mitarbeiterin erst jetzt juristisch gegen den Satiriker vorgehe, weil sie erst vor kurzem von den Äußerungen Kenntnis bekommen habe. 

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