Marcus Burkert im tz-Interview

Blamage bei Jauch: Jetzt spricht der Münchner Lehrer

München - Alle, die am Montagabend Wer wird Millionär? geschaut haben, redeten über ihn: Marcus Burkert. Wir haben mit ihm geredet. Über die TV-Blamage, Jauch und seine Pläne.

Der 39-jährige Münchner trieb Günther Jauch fast in den Wahnsinn, weil er die Fragen mit, sagen wir, seeeehr viel Ruhe und Muße beantwortete. Nach der Sendung brach dann ein regelrechter Shitstorm über den angehenden Lehrer herein, Zuschauer machten sich massiv lustig. Die tz erreichte Burkert am Mittwoch in Dubai, wo er mit seiner Mutter Urlaub macht (gebucht übrigens vor seinem Auftritt bei Wer wird Millionär?).

Herr Burkert, wie haben Sie persönlich die Show bei Günther Jauch erlebt?

Marcus Burkert: Das war alles ziemlich aufregend und ich war vor Ort sehr unsicher, ob ich es überhaupt schaffe, auf den Stuhl zu kommen. Denn das ist die größte Hürde, in drei Sekunden eine Frage zu beantworten und die Antworten richtig zu sortieren.

Am Bildschirm kam es so rüber, dass Jauch etwas genervt von Ihnen war – haben Sie das im Studio auch so wahrgenommen?

Burkert: Klar hat er ein paar blöde Bemerkungen gemacht, aber ich habe versucht, mich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Ich wollte ja auch nicht auf 500 Euro zurückfallen. Ein paar Fragen fand ich auch doof gestellt – und auf dem Stuhl ist es auch anders als von zuhause aus die Fragen zu beantworten. Da uns Kandidaten zuvor gesagt wurde, möglichst „laut“ zu denken und schön langsam zu machen, habe ich dies auch so gemacht. Jauch aber hatte ganz schön Speed … Nach 16 Jahren Moderation ist aber natürlich auch klar, dass er sich auch einmal über Kandidaten lustig machen muss, sonst wäre er sicherlich nicht immer noch dabei. Das hat Unterhaltungswert.

Während der Sendung ist ein kleiner Shitstorm auf Twitter über Sie hineingebrochen. Haben Sie das mitbekommen?

Burkert: Nein, das habe ich nicht mitbekommen. Jeder, der es besser kann, soll es erst einmal über diverse Wissenstests und Castingrunden in die Sendung schaffen, dann auf den Stuhl und dann mit 32 000 Euro nach Hause gehen.

Sie wurden als ehemaliger Pressesprecher vorgestellt. Für wen haben Sie gearbeitet?

Burkert: In Hamburg habe ich zuletzt mit Udo Jürgens für das Musical Ich war noch niemals in New York PR gemacht, aber auch für andere Stücke wie Dirty Dancing oder Mamma Mia! Zuletzt war ich selbständig, brauchte aber nach 15 Jahren eine neue Herausforderung und wollte etwas sinnvolleres tun als zuvor.

Und nun werden Sie Lehrer …

Burkert: Wenn alles klappt, werde ich ab September mein Referendariat beginnen. Mit Kindern zu arbeiten ist eine große und verantwortungsvolle Aufgabe, die sehr viel Spaß macht. Außerdem kann man wahnsinnig viel weitergeben, und mit meiner langen Berufserfahrung in den Medien ist nun der richtige Zeitpunkt dafür gekommen.

Interview: Stefanie Thyssen

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