+
Wie zwei junge Burschen: Für ihre neue ZDF-Sendung „Nicht nachmachen!“ schlagen Bernhard Hoëcker (l.) und Wigald Boning Rahm mit dem Außenborder.

Rauchvergiftung für die Wissenschaft

München - Blödeln, bis der Arzt kommt: Mit „RTL Samstag Nacht“ wurde Wigald Boning in den Neunzigerjahren zum Star. Jetzt bekommt er im ZDF eine neue Sendung - und macht dabei rauchige Experimente im Wohnzimmer.

Wigald Boning - der schrille Faxenmacher - eroberte mit Olli Dittrich als „Die Doofen“ mit Nonsensliedern wie „Mief“ die Charts. Jetzt bekommt der 45-jährige Extremsportler, der mit seiner Familie in Bernbeuren (Landkreis Weilheim-Schongau) lebt, eine neue Sendung: Mit Comedian Bernhard Hoëcker wagt Boning in „Nicht nachmachen!“ (ab heute freitags, 22.30 Uhr, ZDF) Experimente mit Haushaltsgegenständen. Das soll augenzwinkernd vor dem leichtfertigen Umgang mit Putzmitteln, Grill oder Staubsauger warnen – schließlich passieren daheim die meisten Unfälle.

Für Ihre neue Show haben Sie mit einem Staubsauger glühende Kohlen eingesaugt und im Wohnzimmer Fußball gespielt. Warum eigentlich?

Hui, das ist ja im Grunde gleich die schwierigste aller möglichen Fragen. Meist machen Bernhard Hoëcker und ich in der Sendung Dinge, die uns als Kind verboten wurden. Natürlich durfte ich nie Fußball im Wohnzimmer spielen, und jetzt darf ich so hart gegen den Ball treten, dass Glasscheiben und sogar Holzplatten zu Bruch gehen – wir haben ja in einem echten Wohnzimmer gedreht.

Welches Experiment war am faszinierendsten?

Oft ist es das Ausmaß der Zerstörung, das verblüfft. Man lernt ja schon als Kind, dass man Silvesterfeuerwerk nur draußen machen darf. Zu Recht: Schon als wir einen Knallfrosch im Wohnzimmer zündeten, war die Rauchentwicklung riesig. Und als wir eine Batterie Feuerwerkskörper abbrannten, stand das Zimmer lichterloh in Flammen – danach hatte ich eine leichte Rauchvergiftung.

War das die einzige Verletzung?

Bernhard hat sich einmal verletzt. Er wollte einen Grill entzünden, der nicht mit Kohle, sondern mit Magnesium betrieben wurde. Da war wohl etwas überdosiert. Es entstand ein Feuerball, und der Grill schmolz. Als Bernhard vor der 1000 Grad heißen Stichflamme flüchtete, hat er sich die Achillessehne halb abgerissen.

Haben Sie keine Angst, dass Sie pubertierende Burschen auf falsche Ideen bringen könnten?

Darum machen wir es ja – Bernhard und ich wollen zeigen, was passiert, damit andere Leute es eben nicht nachmachen. Also das Ganze ist eine Ventilfunktion für die Gesellschaft. (Lacht.)

Sind Sie auch im Privatleben jemand, der unbedingt alles ausprobieren will, was verboten ist?

Im Gegenteil. So mit das Erste, was ich als Kind lesen konnte, war in einem Nordseebad das Schild „Rasenfläche nicht betreten“, und ich dachte: Wenn das da steht, dann darf ich das auch nicht. Das hat sich bei mir gehalten.

Die Sendung „Nicht nachmachen!“ ist nach „Clever!“ Ihre zweite Wissenschaftsshow...

Ich will ja dem ZDF nicht in den Rücken fallen, aber nennen wir es doch lieber Wissenschaftscomedy...

Ist Wissenschaft das neue Comedythema? Die US-Serie „The Big Bang Theory“ über eine Gruppe von verklemmten Physikern ist ein Quotenerfolg.

Es ist reizvoll, zwei Bereiche zu verknüpfen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, also zum Beispiel die Wissenschaften und den Wahnsinn eines durchgeknallten Humors.

Welche Wissenschaft ist Ihnen die liebste?

Physik und Chemie waren in der Schule meine Schwachpunkte. Ich war sonst ein guter Schüler, aber diese Fächer haben mich nicht interessiert. Da musste ich deshalb sogar mal ein Gespräch mit meinem Chemielehrer führen. Wenn ich nicht schon früh den Entschluss gefasst hätte, Musiker zu werden, hätte ich sicher Philosophie oder Anthropologie studiert.

Müssten Sie als Extremsportler sich nicht zur Sportwissenschaft hingezogen fühlen?

Das hätte ich damals nicht studiert, das ist ja schon wieder naturwissenschaftlich, mit viel Biologie. Mittlerweile habe ich mir vieles angelesen, wenn es um Ausdauerkrimskrams geht, und ich trainiere gerade für mein nächstes Projekt: Mitte Juli fahre ich mit dem Rennrad von Füssen nach Rom. Mit Freunden will ich einmal 1000 Kilometer am Stück schaffen. Ich habe noch nie zwei Nächte so durchgemacht, wir werden 48 Stunden unterwegs sein.

Was ist eigentlich aus Ihren Klamotten von früher geworden, zum Beispiel den wilden Rasenanzügen?

Die Rasenanzüge sind weg – ich weiß leider nicht, ob die jemand stibitzt hat oder ob sie verrottet sind. Einiges von den Sachen habe ich noch, es gibt einen großen Pappkarton mit vielem drin. Bei mir war der Elan in Sachen Kostümierungen irgendwann weg. Seitdem ziehe ich an, was rumliegt.

Das Gespräch führte Cornelia Wystrichowski.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lady Diana: Reichlich Sonderprogramm zum 20. Todestag
Zahlreiche TV-Beiträge gedenken Prinzessin Diana und wollen Licht in das Dunkel ihres Unfalltods bringen. 
Lady Diana: Reichlich Sonderprogramm zum 20. Todestag
Das ZDF eröffnet die Herzschmerz-Saison
Ab Sonntag darf vor dem Fernseher wieder gekuschelt, geschmachtet und geträumt werden – das ZDF eröffnet mit einer neuen Rosamunde-Pilcher-Verfilmung seine …
Das ZDF eröffnet die Herzschmerz-Saison
Hoffen auf den Lucky Punch
München - Wladimir Klitschko wird TV-Experte beim Streamingdienst DAZN – und zeichnete im Münchner Boxwerk einen ersten Beitrag auf.
Hoffen auf den Lucky Punch
Promi Big Brother: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?
Es geht schon wieder los: Promi Big Brother bittet erneut mehr oder minder bekannte Stars in den Container und sperrt hinter diesen ab. Wer bei der aktuellen Staffel …
Promi Big Brother: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?

Kommentare