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Wer nichts von royalen Hochzeiten hält, sollte am 29. April die Kiste besser nicht anschalten. Denn die Trauung von Prinz William und Kate Middleton ist das Medienereignis des Jahres. Auf fast allen Kanälen wird das Paar gefeiert.

William und Kate auf allen Kanälen

London - Wer nichts von royalen Hochzeiten hält, sollte am 29. April die Kiste besser nicht anschalten. Denn die Trauung von Prinz William und Kate Middleton ist das Medienereignis des Jahres. Auf fast allen Kanälen wird das Paar gefeiert.

Jeder will das gehauchte „Ja“ von William und Kate hören, jeder will den ersten Kuss sehen. Davon geht man zumindest bei deutschen Medien aus. Die Hochzeit des britischen Königshauses ist das Ereignis des Jahres. Private wie öffentlich-rechtliche Fernsehsender berichten am 29. April live – teilweise mehr als sechs Stunden am Stück. Dabei ist das ganz schön teuer, und der britische Hof verdient kräftig mit. Alleine für günstige Kamerapositionen verlangt er bis zu 90 000 Pfund (mehr als 100 000 Euro). Hinzu kommen massive Personalkosten.

Unter dem Titel „Küss mich Kate“ sendet die ARD von 9 bis 15 Uhr live aus einem gläsernen Studio direkt am Buckingham Palace. Mareile Höppner moderiert, sie hat die Adelsexpertin Bettina von Hase und die ARD-London-Korrespondenten Annette Dittert und Frank Jahn sowie Gesellschaftsreporterin Stefanie Richter als Experten bei sich. Kommentieren wird – wie üblich – Rolf Seelmann-Eggebert. Ingo Zamperoni vom „Nachtmagazin“ berichtet live von der Westminster Abbey, Moderatorin Barbara Schöneberger ist als „rasende Reporterin“ unterwegs.

Das ZDF sendet sechs Stunden lang parallel. Aus London berichtet das erfahrene Team um Karen Webb und Norbert Lehmann. Ihnen zur Seite stehen die Society-Dame Maya von Schönburg, die Historikerin Karina Urbach von der Universität Cambridge und der Adelsjournalist Norbert Loh.

Dass die beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten fast die gleichen Bilder senden, stört dort keinen. „Wir haben eigene Reporterplätze“, heißt es etwa bei der ARD. „Es soll ja schon eine Alternative sein.“ Beide Sender schicken nach eigenen Angaben nur „kleine Teams“ nach London und beziehen kostenlose Bilder von der BBC. Und weil sie nur wenige eigene Kameras vor Ort hätten, koste die Sendung „pro Minute nicht mehr als das Regelprogramm“, sagte eine ZDF-Sprecherin auf Anfrage. Man wolle „den ZDF-Zuschauern nichts vorenthalten“, erklärte jüngst auch Chefredakteur Peter Frey.

Fest steht: William und Kate stellen auch ihre königlichen Kollegen in den Schatten. Die Aufregung ist noch größer als bei der Hochzeit von Prinzessin Victoria von Schweden und Daniel Westling im Juni 2010. Liegt das an der tragischen Liebesgeschichte von Diana und Charles? „Königshäuser-Events zählen einfach zu den kollektiv wichtigen Medienereignissen mit hoher Einschaltquote“, sagt die Medienforscherin Joan Bleicher von der Universität Hamburg. Der Aufwand bei den Sendern sei traditionell hoch. „Schon bei der Krönung (von Queen Elizabeth II., d. Red.) 1953 mussten erst mal Kabel durch ganz Europa verlegt werden, damit man die Bilder europaweit übertragen konnte.“

Sender, Zeitungen und Agenturen aus aller Welt schicken Scharen von Reportern, Kameraleuten und Fotografen nach London. Insgesamt berichten 8000 Journalisten von der königlichen Trauung. Von den privaten deutschen Sendern beweist Sat.1 mit einem Marathon von zwölf Stunden das längste Durchhaltevermögen – und ist mit 90 Mann auf der Insel. Los geht es bereits um 5.30 Uhr im Frühstücksfernsehen. Im Londoner Studio im Westminster Tower sitzen die Moderatorin Ulla Kock am Brink, die „Kate-Biografin“ Claudia Joseph und der Münchner Adelsexperte Albrecht von Weech. Aus Berlin werden etwa die Society-Expertin Sibylle Weischenberg und der Journalist Dieter Kronzucker zugeschaltet.

RTL reist mit 60 Leuten an und berichtet von 9.30 bis 15 Uhr live aus London. Die Moderatorinnen Frauke Ludowig und Katja Burkard haben sich laut RTL „die besten Logenplätze gesichert“: Vom Dach eines Gebäudes gleich gegenüber der Westminster Abbey haben sie angeblich „den besten Blick auf die Hochzeitsgäste und das junge Brautpaar“. Als Gesprächspartner hat RTL unter anderem Eduard Prinz von Anhalt, Johanna Christina Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha Herzogin zu Sachsen engagiert. Geht es um Styling- und Benimmfragen, steht der Model-Trainer Bruce Darnell Rede und Antwort. Als „VIP-Reporter“ ist der gebürtige Brite und Ex-Dschungelkönig Ross Anthony im Einsatz.

Auch die Nachrichtenprogramme n-tv und N24 senden mehrere Stunden live. Das ist aber noch nicht alles: So zeigt etwa Sat.1 um 20.15 Uhr den Fernsehfilm „William und Kate: Ein Märchen wird wahr“, hinzu kommen tagsüber allerlei Sendungen mit den Höhepunkten der Hochzeit – auch bei der ARD.

von Thierry Backes und Maryam Schumacher

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