Gewinnerin steht fest: Das tz-Wiesn-Madl 2017 ist ...

Gewinnerin steht fest: Das tz-Wiesn-Madl 2017 ist ...

"Wir können das nicht dem Zufall überlassen"

München - Mit besserer Schulung und fixem Gehalt soll die Zahl der schwarzen Schafe bei den GEZ-Kontrolleuren gesenkt werden.

Den Besuch des "Herrn vom BR" wird Stefania Reinhard aus dem unterfränkischen Schwebheim so schnell nicht vergessen. Auf der Suche nach nicht angemeldeten Rundfunkempfängern in einer Sportvereinsgaststätte erwies sich der Fahnder als unermüdlich und meinte das Corpus delicti schließlich im privat genutzten Auto der Angestellten entdeckt zu haben. Das Fahrzeug werde doch sicher auch beruflich genutzt, also sei das Autoradio gebührenpflichtig. "Er hat mir das Wort im Mund herumgedreht", so Reinhard, die sich "bedroht" fühlte, gestern im Bayerischen Landtag. Im für den Rundfunk zuständigen Ausschuss fand eine Anhörung zu Beschwerden über die mitunter rüde Vorgehensweise von Gebührenkontrolleuren statt.

Die Schilderungen Stefania Reinhards scheinen die Sorge der Medienpolitiker im Landtag zu bestätigen. Durch solche Vorkommnisse werde das Ansehen des Bayerischen Rundfunks "massiv beschädigt", warnte Gerhard Stockinger von der CSU, der gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Hufe von der SPD die Anhörung leitete.

Für Andreas Müller, Chef des "Beauftragtendienstes des BR", handelt es sich hier um ein "schwarzes Schaf" unter den 175 Mitarbeitern, die im Auftrag der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) nach "Schwarzhörern" und "-sehern" im Freistaat suchen. Rund 100 000 Geräte haben die Fahnder nach Müllers Angaben allein im vergangenen Jahr "zur Anmeldung gebracht" und dabei rund zehn Millionen Euro zusätzlich an Gebühreneinnahmen erwirtschaftet. Für die Nutzung von Radio und Fernseher sind derzeit monatlich pro Haushalt 17,03 Euro zu berappen.

Um den Übereifer zu dämpfen, erhalten die Beauftragten laut Müller nun statt einer variablen eine fixe Vergütung. Statt der Provision für möglichst viele Anmeldungen gibt es eine Qualitätsprämie für möglichst wenige Beschwerden. Die Prämie werde erst bei Zahlung der Gebühr durch den Rundfunkteilnehmer fällig: "Von Luftnummern haben wir nichts." Außerdem werde die Ausbildung intensiviert.

Norbert Hauber aus Fürth war vor dieser Reform Gebührenkontrolleur. Er berichtete im Ausschuss über zu kurze Schulungen und die Abhängigkeit seiner Ex-Kollegen von den Provisionen. Dies habe einen "enormen Druck" erzeugt. Hauber kritisierte ferenr unsinnige Bestimmungen beispielsweise für Lautsprecher in Nebenräumen von Gastwirtschaften. Dies sei "hirnverbrannt".

Als Vertreter des BR begrüßte dessen stellvertretender Intendant Albrecht Hesse die Absenkung der Beschwerdequote von einem auf 0,5 Prozent ("Damit sind wir auf dem richtigen Weg"), pochte zugleich aber auf die Gebührenpflicht für alle Rundfunkteilnehmer, sofern sie nicht Bedürftigkeit nachweisen könnten. "Wir können das nicht dem Zufall überlassen", so Hesse, der Überlegungen, eine Gebührenbefreiung für Hartz IV-Empfänger anders als bisher auch rückwirkend zu gewähren, eine Absage erteilte. Wenn der Öffentlichkeit vermittelt würde, dass es egal sei, wann man den Antrag stelle, "dann warten auch andere ab, bis man ihnen drauf kommt und zahlen erst dann."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Für manche Sender geht es am Wahlabend um kaum etwas anderes. ARD und ZDF berichten mehrere Stunden am Stück. Andere fassen sich kurz und sind so eine Alternative für …
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz
Der Senderverbund hat einstimmig beschlossen, dass der Bayerische Rundfunk im Jahr 2018 den Vorsitz der ARD übernehmen wird - zuletzt hatte der BR diesen 2005/2006 inne.
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz
Wird dieser Weltmeister Scholl-Nachfolger bei der ARD?
Nach der Trennung von Mehmet Scholl ist die ARD auf der Suche nach einem oder mehreren TV-Experten für die Fußball-WM 2018. Ein Weltmeister scheint Favorit zu sein, ein …
Wird dieser Weltmeister Scholl-Nachfolger bei der ARD?
Castingshow „MasterChef“ startet neue Staffel mit Nelson Müller
Die zweite Staffel von „MasterChef“ hat 24 Folgen mit jeweils 50 Minuten und startet am Montag nach der Bundestagswahl mit Neuzugang Nelson Müller in der Jury.
Castingshow „MasterChef“ startet neue Staffel mit Nelson Müller

Kommentare