Er sitzt in U-Haft: Audi-Chef Stadler festgenommen

Er sitzt in U-Haft: Audi-Chef Stadler festgenommen

"Wir können das nicht dem Zufall überlassen"

München - Mit besserer Schulung und fixem Gehalt soll die Zahl der schwarzen Schafe bei den GEZ-Kontrolleuren gesenkt werden.

Den Besuch des "Herrn vom BR" wird Stefania Reinhard aus dem unterfränkischen Schwebheim so schnell nicht vergessen. Auf der Suche nach nicht angemeldeten Rundfunkempfängern in einer Sportvereinsgaststätte erwies sich der Fahnder als unermüdlich und meinte das Corpus delicti schließlich im privat genutzten Auto der Angestellten entdeckt zu haben. Das Fahrzeug werde doch sicher auch beruflich genutzt, also sei das Autoradio gebührenpflichtig. "Er hat mir das Wort im Mund herumgedreht", so Reinhard, die sich "bedroht" fühlte, gestern im Bayerischen Landtag. Im für den Rundfunk zuständigen Ausschuss fand eine Anhörung zu Beschwerden über die mitunter rüde Vorgehensweise von Gebührenkontrolleuren statt.

Die Schilderungen Stefania Reinhards scheinen die Sorge der Medienpolitiker im Landtag zu bestätigen. Durch solche Vorkommnisse werde das Ansehen des Bayerischen Rundfunks "massiv beschädigt", warnte Gerhard Stockinger von der CSU, der gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Hufe von der SPD die Anhörung leitete.

Für Andreas Müller, Chef des "Beauftragtendienstes des BR", handelt es sich hier um ein "schwarzes Schaf" unter den 175 Mitarbeitern, die im Auftrag der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) nach "Schwarzhörern" und "-sehern" im Freistaat suchen. Rund 100 000 Geräte haben die Fahnder nach Müllers Angaben allein im vergangenen Jahr "zur Anmeldung gebracht" und dabei rund zehn Millionen Euro zusätzlich an Gebühreneinnahmen erwirtschaftet. Für die Nutzung von Radio und Fernseher sind derzeit monatlich pro Haushalt 17,03 Euro zu berappen.

Um den Übereifer zu dämpfen, erhalten die Beauftragten laut Müller nun statt einer variablen eine fixe Vergütung. Statt der Provision für möglichst viele Anmeldungen gibt es eine Qualitätsprämie für möglichst wenige Beschwerden. Die Prämie werde erst bei Zahlung der Gebühr durch den Rundfunkteilnehmer fällig: "Von Luftnummern haben wir nichts." Außerdem werde die Ausbildung intensiviert.

Norbert Hauber aus Fürth war vor dieser Reform Gebührenkontrolleur. Er berichtete im Ausschuss über zu kurze Schulungen und die Abhängigkeit seiner Ex-Kollegen von den Provisionen. Dies habe einen "enormen Druck" erzeugt. Hauber kritisierte ferenr unsinnige Bestimmungen beispielsweise für Lautsprecher in Nebenräumen von Gastwirtschaften. Dies sei "hirnverbrannt".

Als Vertreter des BR begrüßte dessen stellvertretender Intendant Albrecht Hesse die Absenkung der Beschwerdequote von einem auf 0,5 Prozent ("Damit sind wir auf dem richtigen Weg"), pochte zugleich aber auf die Gebührenpflicht für alle Rundfunkteilnehmer, sofern sie nicht Bedürftigkeit nachweisen könnten. "Wir können das nicht dem Zufall überlassen", so Hesse, der Überlegungen, eine Gebührenbefreiung für Hartz IV-Empfänger anders als bisher auch rückwirkend zu gewähren, eine Absage erteilte. Wenn der Öffentlichkeit vermittelt würde, dass es egal sei, wann man den Antrag stelle, "dann warten auch andere ab, bis man ihnen drauf kommt und zahlen erst dann."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Bachelor in Paradise"-Hammer! Diese Kandidaten könnten bei der zweiten Staffel dabei sein
Es gibt Hoffnung für alle abservierten TV-Singles! Denn RTL gibt grünes Licht: Die Erfolgs-Kuppel-Show "Bachelor in Paradise" wird in die zweite Runde eingehen.
"Bachelor in Paradise"-Hammer! Diese Kandidaten könnten bei der zweiten Staffel dabei sein
Nach Thomas Hayos GNTM-Aus: Jetzt schockt Heidi Klum mit Aussage über Zukunft der Show
Thomas Hayo wird in der 14. Staffel von "Germanys Next Topmodel" nicht mehr dabei sein. Das bringt Heidi Klum zum Umdenken. Wirft sie jetzt alles über den Haufen?
Nach Thomas Hayos GNTM-Aus: Jetzt schockt Heidi Klum mit Aussage über Zukunft der Show
Nach TV-Beitrag wird falscher Verdächtiger fast totgeschlagen - jetzt laufen Ermittlungen gegen RTL
Mehrere Männer wollten in Bremen das Recht in die eigene Hand nehmen und brachten einen mutmaßlichen Pädophilen fast um.
Nach TV-Beitrag wird falscher Verdächtiger fast totgeschlagen - jetzt laufen Ermittlungen gegen RTL
Schock bei GNTM: Jury-Mitglied wirft plötzlich bei Topmodel-Show hin
Diese Nachricht kommt für die Fans von „Germany‘s next Topmodel“ völlig überraschend. Ein Mitglied der GNTM-Jury steigt bei der TV-Show aus.
Schock bei GNTM: Jury-Mitglied wirft plötzlich bei Topmodel-Show hin

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.