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Eine Sendung bei 9live.

Wird der Sender 9Live verboten?

München - In wenigen Wochen gilt eine neue Satzung für Gewinnspiele im Rundfunk. Das könnte das Aus für Fernsehsender wie 9Live bedeuten, die sich über Zocker-Spiele finanzieren.

Die halbnackte Moderatorin steht stundenlang vor einem großen Plakat und kräht: "Automarken, Leute, ich brauch Automarken - mit "M"!" Sie preist den möglichen Gewinn an: 1000 Euro gibt es für die richtige Antwort. Mercedes ist schon gelöst, Maybach auch. Sie fragt zum hundertsten Mal, warum denn niemand anruft. Die Leitungen seien doch frei. Kommt tatsächlich mal ein Anrufer durch - die Antwort stimmt garantiert nicht. Die Gebühren für den teuren Spaß muss er trotzdem übernehmen.

Automarken-Raten bei 9Live

Video

Das ist spätestens Anfang März Vergangenheit. Mehrfach hatten die Landesmedienanstalten private TV-Veranstalter, die sogenannte "Call-In-Formate" anbieten, scharf kritisiert - und sogar medienrechtliche Verfahren angekündigt. Die Veranstalter sollten freiwillig dafür sorgen, dass die Spielabläufe transparent sind. Doch: "Leider müssen wir feststellen, dass die Ergebnisse in keiner Weise zufriedenstellen", sagte Norbert Schneider, Beauftragter für Programm und Werbung der Landesmedienanstalten. Jetzt wird durchgegriffen.

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In wenigen Wochen gilt die neue Satzung der Landesmedienanstalten für Gewinnspiele im Rundfunk. Verstoßen die Sender - allen voran haben die Medienwächter ein Auge auf 9Live, DSF, Tele5 und Kabel1 - gegen die Regeln, drohen ihnen Bußgelder bis zu 500 000 Euro. Oder sogar ein Entzug der Sendelizenz. Bei 9Live will man zu der Neuregelung nichts sagen: "Wir haben noch kein Schreiben bekommen", heißt es aus der Zentrale in Unterföhring. Außerdem: "Wir werden davon sowieso nicht tangiert", sagte eine Sprecherin auf Anfrage.  

Die Neuregelung betrifft auch die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Allerdings werden die Sender eine eigene Satzung erarbeiten. "Die wird sich an der für die privaten orientieren", sagt Axel Dürr, Sprecher der Landesanstalt für Kommunikation in Baden-Württemberg.

Die wichtigsten neuen Regeln:

Transparenz

Der Moderator darf nicht mehr vorgaukeln, dass alle Leitungen offen sind, obwohl 1000 Leute anrufen und keiner durchkommt.

Die Regeln müssen klar ersichtlich sein. Der Moderator darf die Teilnehmer nicht in die Irre führen.

Die Antwortmöglichkeiten müssen in normal zugänglichen Nachschlagewerken zu finden sein. "Hebräische Automarken kann kein Mensch kennen", sagt Axel Dürr.

Altersbegrenzung

Die Teilnehmer bei den "Call-In-Formaten" müssen volljährig sein.

Kosten

Ein Anruf darf höchstens 50 Cent kosten - egal, ob vom Festnetz oder vom Handy aus.

Zeitlicher Rahmen

Bei einem Gewinnspiel muss im Rahmen einer entsprechenden Sendung innerhalb von 30 Minuten ein Anrufer durchgestellt werden, nach drei Stunden muss die Sendung beendet sein. Gegen diese Einschränkung hatten die Sender laut Dürr am heftigsten protestiert.

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