Wiesn-Ticker: Fahrgeschäft wegen Störung außer Betrieb - und es ist ausgerechnet dieses

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Interview

Wissen, wie das wahre Leben ist

München - Als „witzigste Frau Deutschlands“ hat Anke Engelke schon alle wichtigen Fernsehpreise erhalten – manche, wie den Deutschen Comedypreis, sogar mehrmals. Zuletzt war die 42-Jährige nicht mehr ganz so erfolgreich.

Ihre Late Night Show floppte, und auch das Format „Ladyland“ brachte keine Topquoten. Nun kehrt Engelke mit elf neuen Folgen ihrer fünf Jahre alten Erfolgsreihe „Ladykracher“ (immer freitags um 22.45 Uhr) ins Fernsehen zurück.

-Bei „Ladyland“ setzten Sie auf kompliziertere Erzählstrukturen und subtileren Humor. Warum jetzt die Rückkehr zu Kurzfilmen?

„Ladyland“ war im Grunde nur ein Ableger von „Ladykracher“. Wir hatten Lust auf Geschichten, in denen die Figuren länger leben. Mit der neuen Staffel bekommt der Zuschauer jetzt eine Mischung aus beidem serviert.

-Wollen Sie Geschichten am Puls der Zeit erzählen?

Generell beackern wir zeitlose Themen, über die man auch in zehn Jahren noch lachen kann. Dennoch habe ich den Eindruck, dass man bei jeder Staffel sagen kann, wann sie gemacht wurde. Die Themen haben immer etwas mit der Temperatur zu tun, die gerade in einem Land herrscht. Da sieht man jedes Jahr neue Dinge, und bei „Ladykracher“ kommen wir da auch nicht drum herum. Auch in unserem Ensemble verschieben sich die Prioritäten. Irgendwann geht’s bei jedem beispielsweise um das Thema Kinder. Kann ich meinem Typen sagen, dass ich ein Kind von ihm will, oder läuft er dann weg? Ich glaube, die Stimmung in unserer Gesellschaft ist stets zu spüren.

-Wie ist die Stimmung aktuell?

Beschwingt, aber mit dem klaren Bewusstsein, dass hier einiges auf der Kippe steht. Man wird bei mir keinen Angela-Merkel- oder Barack-Obama-ist-in-der-Stadt-Sketch finden. Aber wir haben Geschichten, in denen wir zum Beispiel das Thema Sicherheit behandeln.

-Sie haben ein Faible für überdrehte Frauentypen. Wie ernst nehmen Sie Ihre Figuren?

Ich würde niemals eine Figur verraten, indem ich zeige, wie blöd ich sie finde. Ich kann und will bei „Ladykracher“ nur Leute spielen, die mich beschäftigen. Das gilt, leicht modifiziert, auch für die Parodie. Ich will wissen, wie das wahre Leben ist. Dabei ist mir wichtig, dass ich niemals mit dem Finger auf Menschen zeige. Ich zeige eher in die Kamera, indem ich frage: Leute, guckt ihr richtig hin?

-Sie haben sich mal als „unglaublich normale Frau“ bezeichnet. Wie schafft man das, wenn man dauernd in der Öffentlichkeit steht?

Einfach nicht so viel Alarm machen! Ich gehöre nicht zu den Prominenten, die ein Problem damit haben, wenn sie mal angestarrt werden. Ich fände es vermessen, mich zu beschweren. Mir geht es gut, und ich habe einen Superjob.

-Schauspieler sind berufsbedingt eitel. Sind Sie in der Hinsicht eine untypische Vertreterin Ihrer Zunft?

Irgendeine Eitelkeit muss ich schon haben, sonst würde ich mich nicht so problemlos vor die Kamera stellen. Das hat natürlich etwas damit zu tun, dass ich schon als Zwölfjährige gedreht habe. In dem Alter lag es mir fern, mich mit meiner eigenen Wirkung auseinanderzusetzen. Heute ist das natürlich anders, da ich mir der Öffentlichkeit bewusst bin. Ich bin mit 30 zur „Wochenshow“ gekommen, vielleicht war ich da schon zu alt, um mir auf meine Arbeit etwas einzubilden. Wenn man mit 19 bei einer Soap anfängt und jeden Tag tausend Autogrammwünsche bekommt, kann man schon mal denken, man sei die Größte.

-Können Sie nachvollziehen, dass Promis ihr Privatleben via TV öffentlich machen?

Nee. Kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich will so etwas auch gar nicht sehen. Ich bin sowieso kein typischer Fernsehgucker, weshalb ich leider nicht so viel mitkriege. Das Fernsehen ist zwar mein Medium, aber man darf es nicht zum Zentrum seines Lebens machen. In meiner Kindheit war Fernsehen etwas Besonderes. Deshalb kann ich es auch gar nicht begreifen, wenn Kinder inzwischen einen eigenen Apparat haben. Das ist doch totaler Quatsch. Eine Kindheit und Jugend muss draußen stattfinden.

-In der ARD hat man schon Interesse an Ihnen bekundet. Hätten Sie Lust zu wechseln?

Ich fühle mich bei Sat.1 wohl, weil ich Dinge ausprobieren darf und selten Druck spüre. Ich weiß nicht, ob mir das bei einem anderen Sender auch garantiert werden könnte.

Das Gespräch fühte Olaf Neumann

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