Am Wochenende im Mittelalter

- Vor über 500 Jahren ging das Mittelalter nach allgemeiner Auffassung zu Ende. Nicht aber für zirka 25 000 Menschen, die allein in Deutschland die aufregenden, dunklen Jahrhunderte wiederaufleben lassen und ihr Geschäft mit den Mittelalterfans machen.

Schausteller, Handwerker oder Ritterdarsteller verdienen gut an den beliebten Gauklermärkten oder an den rund 450 Ritterturnieren, die jährlich hierzulande stattfinden. 240 Millionen Euro pro Jahr werden mit dem Mittelalterboom erwirtschaftet. Höhepunkt der Saison ist alljährlich das Kaltenberger Ritterturnier bei Landsberg am Lech im bayerischen Fünf-Seen-Land. ProSieben zeigt morgen den Film "Ritters Reibach - Geschäfte rund ums Mittelalter", eine Reportage, die hinter die Kulissen des berühmten Spektakels blickt, das im Juli zu Ende gegangen ist (wir berichteten). Etwa 100 000 Zuschauer haben es in diesem Jahr besucht, rund 1000 Mitwirkende haben die einhundert Stände und sieben großen Bühnen bespielt, die Gauklerwettbewerbe und das Turnier durchgeführt.

1979 gründete Prinz Luitpold von Bayern die Spiele, und mit Eintrittspreisen zwischen 20 und 50 Euro verdient der Chef des Hauses Wittelsbach gut daran. Zumal die Kaltenberger Biersorten gleich mit vermarktet werden.

Geschickte Ritter und schöne Pferde

Die Reportage schlüpft hinein in mittelalterliche Gewänder und blickt den Schwert- und Lanzen-Zweikämpfern über die Schultern. Porträtiert werden auch die Helden des Turniers, die Gruppe der Stuntleute "Cavalcade" mit ihrem Direktor Mario Luraschi, der in rund 440 Kinofilmen zahllose "Pferdestunts" der jüngeren Filmgeschichte inszenierte. Wenn Mario Luraschi ein Pferd kauft, achtet er vor allem auf die Proportionen. "Muskeln kann man trainieren", sagt er, "den Knochenbau kann man nicht mehr verändern".

Daneben sind schöne Bewegungsabläufe, der "Rhythmus" des Pferdes und sein Charakter wichtig. Also sind sie alle schön, kräftig, intelligent und klug. Sie haben erfolgreich eine Ausbildung in der so genannten "Hohen Schule" abgelegt. Für die Pferde, die in Kaltenberg auftreten, reicht das jedoch nicht. Sie müssen noch mehr können - jedes einzelne Pferd von Mario Luraschis Gruppe "Cavalcade" beherrscht diverse Kunststücke, die andere Pferde nicht können und wahrscheinlich auch nie erlernen werden. Sie alle gehören zur Rasse der Andalusier.

Auch Hobbyritter ziehen immer wieder in die mittelalterliche Enklave. So zum Beispiel der 38-jährige Raimund Huber. Montags bis freitags geht er seinem Brotberuf als Fernsehtechniker nach. Am Wochenende dann verwandelt er sich in den edlen Fürsten "Sir Galahad" und reist mit seinem Weggefährten Sir Rolf und 24 Mannen nach Kaltenberg, wo er sein Lager aufschlägt.

ProSieben, morgen, 0.15 Uhr.

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