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Lutz Marmor, ARD-Vorsitzender und NDR-Intendant, spricht am 20.01.2014 in Hamburg bei der Jubiläumsfeier.

Zweitälteste ARD-Sendung

"Wort zum Sonntag" bekommt neuen Look

Hamburg - Die Sendung ist ein Dauerbrenner: Mehr als 3100 Folgen des „Wort zum Sonntag“ sind seit 1954 im Ersten gesprochen worden. Nun kommen sie in neuem Gewand. Für Jüngere gibt es eigenes Format auf EinsPlus.

Die zweitälteste ARD-Sendung „Das Wort zum Sonntag“ wird zum 60. Geburtstag optisch überholt. Die Sprecher werden vom 25. Januar an vor einem Hintergrundbild mit Bezug zum Thema reden und nicht mehr vor rein blauer Fläche. Außerdem bekommt die Sendung ein neues Logo, neue musikalische Elemente und einen veränderten Vorspann. Das kündigten die ARD und Kirchenvertreter am Montag in Hamburg bei einer Jubiläumsfeier an.

Nach der „Tagesschau“ ist „Das Wort zum Sonntag“ das zweitälteste Format des Ersten. Die fünfminütige Sendung, in der im Wechsel evangelische und katholische Geistliche auftreten, wurde 2013 nach Senderangaben im Schnitt von 1,5 Millionen Menschen verfolgt. Die erste Folge war am 8. Mai 1954 ausgestrahlt worden. Zu den Prominentesten der mehr als 300 Sprecher zählten der evangelische Pfarrer Heinrich Albertz und die katholische Ordensschwester Isa Vermehren.

„Das Wort zum Sonntag“ sei eine Institution, die sich nicht überlebt hat, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. Die Sendung war und sei für viele Menschen ein niedrigschwelliger Berührungspunkt mit dem Evangelium und eine wohltuende Unterbrechung im Getriebe des Alltags.

Als „eine Art einmal wöchentlich gesendete, geistliche "Tagesschau"“ bezeichnete der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, die Beiträge. „Es geht darum, geistliche Impulse und religiöse Anstöße zu geben.“ Mit kirchlichen Sendungen könnten auch Skeptiker erreicht werden.

Für ARD-Intendant Lutz Marmor geht es beim „Wort zum Sonntag“ um die Vermittlung von Werten, eine Kernaufgabe auch der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Sendung stehe wie ein Monolith in der Fernsehlandschaft. „Es gibt keinen Quotendruck“.

An ein jüngeres Publikum richtet sich das neue Format „Freisprecher“ auf dem Spartenkanal EinsPlus (ab 2. Februar/ 22.12 Uhr). In dreiminütigen Filmclips werden ethische Fragen thematisiert und zur Diskussion gestellt. Bei einem Online-Videowettbewerb „Dein Wort zum Sonntag“ können Einzelne oder Gruppen eigene Beiträge bis zum 31. Mai einreichen.

dpa

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