Das "Wunder von Bern" live miterlebt

- Wenn Kollegen über Rudi Michel sprechen, dann fällt häufig der Begriff "Reporterlegende". Aber wie sonst soll einer genannt werden, der nicht weniger als fünf Fußballweltmeisterschaften für den Rundfunk begleitete? Heute wird der Sportjournalist 85 Jahre alt.

Als Schüler nach eigener Aussage selbst "begeisterter Fußballer", absolvierte Michel nach dem Krieg zunächst eine Banklehre, wechselte aber schon 1948 für ein Volontariat zum damaligen Südwestfunk (SWF). Bereits als junger Reporter erlebte er 1954 das "Wunder von Bern" live mit. Wie Fritz Walter ist er in Kaiserslautern geboren, und kaum ein anderer Journalist kannte den verstorbenen Kapitän der damaligen Elf so gut: "Der Fritz war mein Freund. Er war eine Persönlichkeit, mehr als nur ein großartiger Fußballer."

Von 1958 bis 1982 kommentierte Michel - mit einer Ausnahme - alle WM-Endspiele im deutschen Fernsehen und war auch dabei, als 1966 das berühmte "Wembleytor" fiel. "Das war die schwierigste Minute in meiner Reporterlaufbahn", erinnert er sich. "Ich habe daran gedacht, wie ich aus der Situation wieder rauskomme. Haue ich drauf auf den Schweizer Schiedsrichter und den Linienrichter, mache ich die Nation verrückt? Oder verweise ich auf die Haltung unserer Mannschaft?" Er zog und zieht es vor, das Team zu loben. Die Mannschaft habe sich sportlich fair verhalten wie keine deutsche Elf zuvor und danach. "Obwohl es sehr geschmerzt hat, die Niederlage zu ertragen."

Während seiner gesamten, fast 40 Jahre währenden journalistischen Karriere, hielt Michel dem SWF die Treue, obwohl er zeitweise auch als Sportchef des ZDF im Gespräch war. Für seinen Heimatsender entwickelte er mehrere Formate, unter anderem "Sport unter der Lupe", das bis 2000 lief. "Über diese WM werden wir noch in 20 oder 40 Jahren sprechen", prophezeit der erfahrene Reporter über das jüngste Fußballfest, das er noch "halbamtlich" begleitete: "Für mich war das eine Sensation, dass der vor Jahrzehnten noch verpönte Fußball es geschafft hat, in der Welt ein positives Deutschlandbild zu entwickeln."

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