Die wundersame "Borat"-Vermehrung

- Vier Frauen und Bill Kaulitz ("Tokio Hotel") ­ lange blieb Gastgeber Thomas Gottschalk am Samstagabend der einzige echte Mann auf der Couch. Kein Wunder, dass der "Wetten, dass...?"-Moderator ganz in seinem Element war bei der 166. Ausgabe der ZDF-Show, live aus Friedrichshafen (Baden-Württemberg). Aber vielleicht lag's ja auch an seinem tollkühnen Bad im eiskalten Bodensee, dass der 56-Jährige vor 13,5 Millionen Zuschauern so witzig und spritzig wie schon lange nicht mehr durch den Abend führte. Die üblichen Anzüglichkeiten inklusive.

Nicht alle seiner Gäste konterten so souverän wie Maria Furtwängler. Die Schauspielerin schoss den Vogel ab, indem sie Gottschalk frech der bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Sofa versammelten Blondinenrunde zurechnete -­ und ansonsten abseits der üblichen, seichten PR-Prosa für ihren neuen ARD-Film ("Flucht und Vertreibung") warb. Moderatorin Nina Ruge, die für eine verlorene Wette eine riesige Spinne in die Hand nehmen musste, war von dieser Aufgabe sichtlich nicht begeistert. Damit diese ihr nicht in den Ärmel krabbele, ziehe sie lieber ihre Jacke aus, meinte die Arachnophobikerin vor der Mutprobe. Was, wenn die Spinne stattdessen in den Ausschnitt krieche, gab der große Blonde zu bedenken. "Ich bin jetzt nicht zu Scherzen aufgelegt", raunzte daraufhin Ruge.

Die Spinne war nicht das einzige Tier, das für Furore sorgte. Hündin "Sweet Pea", die, begleitet von den Kommandos ihres Herrchens Alex Rothacker, mit einem Glas Wasser auf der Stirn eine Treppe hinauf und rückwärts wieder hinunter stieg, wurde damit sogar Wettkönigin. Im Grunde "nur" eine Dressurnummer (siehe auch Bayernteil), gegen die Hobby-"Stuntman" Johann Redl aus Österreich dennoch keine Chance hatte. Seine beeindruckende Autofahrt auf zwei Rädern fand ebenso wenig Gnade vor dem "TED" wie Thomas Kohns Fähigkeit, unter Wasser und mit einer Hand einen "Rubik"-Würfel in den Urzustand zu versetzen, und die etwas läppische Nummer um die Zahnputzgeräusche von Internatsschülerinnen.

Seine ganze Klasse spielte Gottschalk wieder im Dialog mit dem Protagonisten der Kinderwette, Florian Wittekind (7) aus Heidelberg, aus. Und als der wortkarge Knirps das zweite der aus Buchstabensuppenbuchstaben gebildeten Wörter erfolgreich "erlutscht" hatte, meinte Gottschalk trocken: "Topmodels wären jetzt schon satt."

Während die Showteile mit eher faden Auftritten von Beyoncé Knowles, Zucchero und Peter Maffays "Begegnungen"-Band keine Überraschungen boten, empfahl sich Schauspieler und Stadtwetten-Pate Peter Sattmann, selbst Friedrichshafener, als Entertainer. Geschickt die Spannung haltend, moderierte er das Finale vom Hafen, wo sich wider Erwarten doch mehr als die 50 erforderlichen Unerschrockenen gottschalkgleich im "Borat"-Badeanzug in die kühlen Fluten des Sees stürzten.

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