Die Zahlen stimmen

- Moderatorin Tooske von Breugem ist eine "Käse-Tussi", Kandidat Stefan Darnstaedt eine "Heulsuse", und Kollege Nevio wirft RTL und der Jury Manipulation vor. Der Kölner Privatsender ist in seinem Element, die Schlagzeilen rund um die Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) sind nach seinem Geschmack. Auch die Publikumsresonanz auf die Castingshow mit inzwischen sechs Millionen Zuschauern pro Ausgabe stimmt den Sender zufrieden. "Das straffe Konzept mit dem neuen Moderatorenpaar und der veränderten Jury ist ein Grund für den Erfolg", so RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger.

"Das Format braucht eine Pause." RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger

Schon vor der nächsten Runde an diesem Samstag mit sieben verbliebenen Kandidaten werden daher beim Sender vorsichtige Überlegungen angestellt, wann denn die vierte Staffel über die Bühne gehen könnte. Sänger mahnt aber zur Zurückhaltung. "Das Format braucht eine Pause, und daran müssen wir uns halten", sagt er. "Allein die Vorbereitungen zur neuen Staffel erfordern mindestens sechs Monate Zeit."

Die Begehrlichkeiten lassen aber den Druck auf Sänger steigen: Die Musikindustrie braucht neue Produktionen und ist dabei auf die Promotionsmaschine Fernsehen angewiesen. Die Werbeindustrie benötigt neue Impulse und will massenattraktive, auf jüngere Menschen ausgerichtete Programme. Die Telefonfirma will möglichst viele "Calls" bei den Abstimmungen. Und der Sender RTL will den Abstand zum aufholenden Konkurrenten Sat.1 vergrößern.

Nicht nur die Medien scharen sich von Samstag zu Samstag im Kölner Coloneum um die jungen "Superstars", die von einer Solokarriere im launischen Musikgeschäft träumen. Auch die Fans, die vor drei Jahren bei der ersten Staffel mit Daniel Küblböck und Alexander Klaws zu Tausenden nach Köln pilgerten, rücken jetzt wieder an, um ihren neuen Idolen Nevio, Vanessa, Mike Leon, Anna-Maria, Daniel und Tobias an Ort und Stelle zu huldigen. Die Enttäuschung nach der zweiten Staffel, als das Interesse deutlich geringer war, scheint verflogen.

Im Internet etwa finden sich viele Foren, in denen sich die Fans ausweinen können - besonders nach dem Ausscheiden von Lena, Carolina und Dascha. "Es kann, darf und soll viel diskutiert werden", sagt Tom Sänger. "Denn die Sendung kann nur im Gespräch bleiben, wenn sie polarisiert und starke Charaktere hervorbringt." Darauf hat RTL bereits vor dem Start geachtet.

Der Sender vermeldet unterdessen gute Werbebuchungen. Die Preise für den 30-Sekunden-Spot steigen im Februar von 54 000 auf 61 000 Euro. Auch die Zahl der Anrufe und SMS beim Voting entspricht den hohen Erwartungen. Zahlen wurden bislang nicht veröffentlicht. In den USA wurden allein in der vierten Staffel von "American Idol" 500 Millionen Anrufe gezählt. Auch in China wird per SMS abgestimmt. 200 Millionen TV-Zuschauer zittern dort ständig mit. Im Frühjahr folgt das 33. Land, das vom englischen Lizenzgeber die Rechte erworben hat und seinen "Superstar" sucht: Brasilien.

RTL, Samstag, 21.15 Uhr

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