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Weil das ZDF nicht wollte, dass die Böhsen Onkelz die Abstimmung für "Unsere besten Musikstars aller Zeiten" gewinnen, frisierte der Sender das Ergebnis.

"Unsere besten Musikstars aller Zeiten"

ZDF-Voting geschönt: Onkelz von Platz 1 auf 25 versetzt

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Mainz - Nächster Voting-Skandal beim ZDF: Für ihre Fans sind die "Böhsen Onkelz" die besten Musikstars, doch der Sender wollte die umstrittene Band 2007 in seiner Show nicht gewinnen lassen.

Nach dem Skandal um die Manipulationen beim Voting für "Deutschlands Beste" kommt heraus: Schon 2007 hat das ZDF offenbar eine Abstimmung seiner Zuschauer geschönt. Dem Aufruf, für die Ranking-Show "Unsere besten Musikstars aller Zeiten" ihre Lieblings-Künstler zu wählen, waren die Anhänger der "Böhsen Onkelz" damals nur allzu gerne nachgekommen. Auf der Online-Vorschlagliste mit 250 Namen quer durch alle Musikgenres und Epochen - von Beethoven über Roberto Blanco bis zu den Bläck Fööss - tauchte die Gruppe zwar nicht auf, doch es wurden auch Vorschläge der Zuschauer angenommen. Die "Onkelz"-Fans rotteten sich also zusammen, klickten, bis der Mausfinger schmerzte - und prompt schoss die Band auf Platz 1.

Das ZDF hatte aber nicht die Absicht, in seiner beliebten Prime-Time-Show eine Combo auftreten zu lassen, die sich mit eindeutig rassistischen und obszönen Texten einen mehr als zweifelhaften Ruf erspielt hatte. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, berechnete die verantwortliche Redaktion das Voting kurzerhand neu, berichtet der "Tagesspiegel". Das Ergebnis: Die "Onkelz" plumpsten vom obersten Siegertreppchen auf Platz 25.

ZDF-Sprecher Alexander Stock bestätigte dem Blatt gegenüber den Vorfall. „Die früheren Shows stützten sich nicht auf repräsentative Umfragen, sondern auf Online-, Post und Telefonbefragungen. Dabei wurde darauf geachtet, dass offensichtliche Blockvotings etwa von Fangruppen herausgefiltert wurden. Das betraf auch die genannte Band in der Musiksendung.“

Moderator Johannes B. Kerner blieb so die Peinlichkeit erspart, die Band zu den "besten Musikstars" Deutschlands zu erklären, er musste nur schnell den Namen herunterrattern - zusammen mit all den anderen Künstlern, die im für den Zuschauer eh völlig uninteressanten Mittelfeld gelandet waren. Sieger des musikalischen Rennens wurde Herbert Grönemeyer, gefolgt übrigens von zwei Österreichern: Udo Jürgens und Wolfgang Amadeus Mozart.

Damit muss sich das ZDF nach dem Skandal um das frisierte Voting von "Deutschlands Besten" Manipulationsvorwürfen stellen. In der Sendung über die beliebtesten Promis Deutschlands von Anfang Juli hatte man die Zuschauer mit abstimmen lassen, obwohl das Ergebnis, das man aus zwei Forsa-Umfragen ermittelt hatte, bereits längst feststand. Zusätzlich wurden diverse bekannte Namen in der Rangliste verschoben, um eingeladene Gäste besser dastehen zu lassen. Die Schummelei ist sogar von politischer Brisanz, denn nicht nur dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner war aufgefallen, dass SPD-Politiker auf- und CDU-Politiker abgewertet worden waren.

Die ans Licht gekommenen Voting-Mauscheleien haben der Glaubwürdigkeit des ZDF extrem geschadet, da hilft es auch nichts, "arbeitsrechtliche Konsequenzen" aus der Affäre zu ziehen. Auch wenn jetzt Köpfe rollen werden, muss sich der Zuschauer ernsthaft fragen, wie ernst ihn der Sender nimmt.

Haakon Nogge

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