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„Furia“ im ZDF: Darstellerin verrät Tipp, wie Sie die Serie schauen müssen

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Von: Astrid Kistner

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Magnus Martens und Lars Kraume in der ZDF-Serie „Furia“
Unter der Regie des Norwegers Magnus Martens und des Deutschen Lars Kraume ist mit „Furia“ ein wahres Serienjuwel geglückt.  © ZDF

„Furia“ im ZDF handelt von einem Terror-Szenario in Europa. Schauspielerin Nina Kunzendorf erzählt jetzt, wie Sie sich die besondere Serie anschauen sollten.

Die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya haben sich tief in die Seele Norwegens eingebrannt. Vor zehn Jahren tötete Rechtsterrorist Anders Breivik, der seinen Namen mittlerweile geändert haben soll*, 77 Menschen – darunter viele Kinder und Jugendliche. Die Hüter rechten Gedankenguts aber haben überlebt, sie agieren europaweit, besser vernetzt und organisiert als je zuvor. Um sie dreht sich die deutsch-norwegische Thrillerserie „Furia“, in der das ZDF* in viermal 90 Minuten ein erschreckend realistisches Szenario zeichnet. „Furia“ ist der beste Beweis dafür, dass auch jenseits von Netflix, Amazon Prime und Sky großartige Serien entstehen können.

ZDF-Serie „Furia“ behandelt das Thema Terror

Eingebettet in die idyllischen Fjorde Norwegens schlummert eine rechtsextreme Zelle, die einen der größten Terroranschläge Europas plant. Ihr Netzwerk reicht bis nach Berlin, wo die Wahlen bevorstehen und wichtige politische Entscheidungen ins Wanken geraten. Aber wer finanziert die Drahtzieher? Gibt es Maulwürfe in den Sicherheitsorganisationen, und wie gefährdet sind die verdeckten Ermittler, die in die rechte Terrorgruppe eingeschleust wurden?

Ine Marie Wilmann und Pal Sverre Hagen in der ZDF-Serie „Furia“.
Die Situation in „Furia“ eskaliert: Ragna (Ine Marie Wilmann) in der Gewalt von Asgeir (Pal Sverre Hagen). © ZDF

Eine von ihnen ist Ragna (großartig: Ine Marie Wilmann). Die Undercover-Agentin hat durch Breiviks Anschlag* die eigene Schwester verloren und versucht, den Terror nun von Innen zu zerschlagen. Dafür geht sie an ihre Grenzen und weit darüber hinaus. Rau, rastlos und mitreißend ist diese Polit-Thrillerserie, die von Norwegen nach Deutschland führt und die nur selten das Tempo drosselt. Der Druck auf die Abteilung für öffentliche Sicherheit im Innenministerium ist groß. Sie wird von Kathi (Nina Kunzendorf) geleitet. Gemeinsam mit Ragna und den norwegischen Kollegen Asgeir (Pal Sverre Hagen) und Inger (Cecilie Mosli) versucht sie, den Anschlag, der Europa für immer verändern soll, zu verhindern.

Video: Norwegen zehn Jahre nach den Terroranschlägen

„Kein Job, gegen den ich meinen tauschen wollte“, sagt Schauspielerin Nina Kunzendorf im Gespräch mit unserer Zeitung. Durch die Rolle der Kathi sei ihr die Komplexität, die das Thema Terror mit sich bringt, erst richtig bewusst geworden. „Die länderübergreifende Kommunikation, dieses Netzwerk, die wahnsinnige Polizeiarbeit, die hinter der Bekämpfung des Terrors steckt. Das ist etwas, was wohl die wenigsten durchblicken.“

„Furia“ im ZDF: Darstellerin Nina Kunzendorf verrät – Serie am besten in Originalsprache anschauen

Kathi muss sich in einer männerdominierten Welt behaupten – Polizeichefs, Regierungssprecher und Politiker sitzen ihr im Nacken. „Mich hat interessiert, wie sie damit umgeht. Was die Arbeit mit ihr macht“, sagt Kunzendorf, die auch schon im „Tatort“ mitwirkte*. „Ob ich eine Figur mag oder nicht, ist dabei gar nicht so wichtig. Die Frage, die ich mir beim Drehen und übrigens auch als Zuschauerin stelle, ist: Verstehe ich den Menschen, die Entscheidungen, seine Handlungsweise?“

Nina Kunzendorf und Stefan Kurt in der ZDF-Serie „Furia“
Wollen einen Terrorakt verhindern: Kathi Falke (Nina Kunzendorf) und Böhringer (Stefan Kurt). © ZDF

Dem norwegischen Autorenteam sind zweifellos glaubwürdige Charaktere gelungen. Unter der Regie des Norwegers Magnus Martens und des Deutschen Lars Kraume ist ein internationales Serien-Juwel entstanden, das in seinem Facettenreichtum funkelt. Besonders spürbar wird dies in der Originalversion, die in der ZDF-Mediathek abrufbar ist. Wer sich auf das Abenteuer einlässt, den norwegischen Schauspielern in ihrer Muttersprache mit englischen Untertiteln zu folgen, wird mit einer besonderen Faszination belohnt. „Die Serie lebt davon, dass verschiedene Landschaften, Menschen, Sprachen zusammenkommen“, sagt Kunzendorf. „Ich mag sie im Original viel lieber. Es ist immer etwas anderes, ob Schauspiel und Stimme eins sind, oder ob da was draufgesetzt wurde.“

So oder so lohnt sich das Einschalten von „Furia“. Die Produktion unterfüttert die Fiktion mit Fakten. Holt den Schmerz alter Wunden in die Gegenwart und zeigt, wie wichtig es ist, das, was uns spaltet, nicht Oberhand gewinnen zu lassen. „Furia“ läuft ab Sonntag, 22.15 Uhr, im ZDF und steht ab Sonntag, 10 Uhr, in der Mediathek zum Abruf bereit. *tz.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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