Seit 2008 moderiert Markus Lanz im ZDF
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Seit 2008 moderiert Markus Lanz im ZDF

Frust bei Team und Zuschauern

Markus Lanz schießt gegen eigenen Sender - Er will sogar auf Publikum verzichten

  • Veronika Silberg
    vonVeronika Silberg
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Nanu, ist da jemand bereit für einen Senderwechsel? Moderator Markus Lanz ist frustriert über die „Schnitzeljagd“ beim ZDF und spricht über seine Pläne.

Seit 2008 steht der Südtiroler Markus Lanz beim ZDF vor der Kamera. Nach 13 Jahren würde man meinen, der Sender tanze bereits nach seiner Pfeife. Doch der Moderator ist unglücklich und macht im Branchenblatt Journalist seinem Frust Luft.

Schuld sind die wechselnden Sendeplätze seiner Talkshow im ZDF. „Wir werden da manchmal unglaublich herumgeschoben“, so Lanz in der Juniausgabe des Magazins. Die Talksendung wird von Dienstag bis Donnerstag ausgestrahlt, startet aber mal um 22.45 Uhr, mal um 23.15 Uhr oder noch später. Nicht nur bei der Redaktion sorge das gelegentlich für Frust, sondern auch bei den Zuschauern. „Wer eine Sendung kaputt programmieren will, nimmt ihr jede Verlässlichkeit“ beschwerte sich der Moderator.

Markus Lanz schießt gegen das ZDF - Die Kollegen vom Ersten machen es besser

Die „Kollegen im Ersten“ bekämen „komischerweise ein verlässliches Sendeschema hin“ beschwert sich Lanz weiter. Dass der Talkshow-Moderator deswegen das ZDF verlässt, ist allerdings trotz allem Frust eher unwahrscheinlich. Er fühle sich gut aufgehoben: „Ich habe mich auch nicht vor, nach oder während „Wetten, dass..?“ - je danach gesehnt, um Viertel nach acht die Showtreppe runterzulaufen.“

Pläne für die Zukunft hat Lanz aber trotzdem. Aktuell wird an einem neuen Podcast-Format getüftelt. „Wir entwickeln zurzeit eine charmante Idee mit Richard David Precht“ verrät er. Ein wenig hatte seine Sendung im letzten Jahr sowieso schon etwas von Podcast. Wie alle anderen Talkshows musste sie ohne Publikum laufen.

Der Corona-Boom für Talk-Shows: Markus Lanz über Sendungen ohne Publikum

Was nicht bedeutet, dass weniger Menschen zusahen. Die Pandemie verschaffte vielen Talkshows sogar einen regelrechten Boom. Die Gespräche ohne Live-Publikum zu führen kann außerdem auch Vorteile haben, findet Lanz: „Den populistischen Ausfallschritt für den schnellen Applaus traut sich heute kaum noch einer“. Ginge es nach ihm, bliebe das Publikum sogar dauerhaft weg. „Die Stille im Studio hat die Sendung intensiver gemacht.“

Als Krisen-Gewinner sehe er sich allerdings trotz alledem nicht. „Wir alle haben in dieser Pandemie verloren. Aber die hohe Frequenz unserer Sendung hat uns sicher dabei geholfen, größere Bedeutung zu erlangen.“ (vs)

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