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Das ZDF hat eine neue Korrekturen-Rubrik auf heute.de eingeführt.

Nach Kritik an Berichterstattung

ZDF startet Korrekturen-Rubrik auf heute.de

Mainz - Immer häufiger kritisieren Zuschauer Nachrichtensendungen im TV. Das ZDF richtet nun eine neue Rubrik für Korrekturen auf heute.de ein. Der Sender will damit Verschwörungstheorien vorbeugen.

Das ZDF will transparenter mit Fehlern umgehen und startet eine Korrekturen-Rubrik. Das neue Angebot auf heute.de ist auch eine Konsequenz aus Kritik an Fehlern in der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt.

„Wer 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche sendet, analog, digital und online, dem unterlaufen trotz aller Anstrengungen von Redaktion und Korrespondenten gelegentlich auch Fehler“, erklärte ZDF-Chefredakteur Peter Frey am Mittwoch. „Diese wollen wir schnell korrigieren - Transparenz ist hier das beste Mittel gegen Verschwörungstheorien und Manipulationsvorwürfe.“

Bei über 1000 Beiträgen zum Ukraine-Konflikt war das ZDF nach eigenen Angaben auf sechs Stellen mit Fehlern gestoßen. So zeigte heute.de ein Bild mit vermeintlich russischen Panzern, es waren laut ZDF aber georgische Panzer von 2009.

Oder: In einem Beitrag zitierte ein Redakteur eine Ukrainerin, die über den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko schimpfte. Wegen eines Versehens am Schneidetisch sei jedoch ein anderer O-Ton der Frau zu hören gewesen. Im Internet gibt es Kritik an ARD wie ZDF nicht nur zu diesem Thema, unter anderem von der Bürgerinitiative „Ständige Publikumskonferenz“.

ARD setzt sich mit Kritik im "Tagesschau-Blog" auseinander

„Nirgendwo steckte eine böse Absicht dahinter“, entgegnet der Mainzer Sender. „Die Flut der verfügbaren Bilder überfordert sicher viele Medien. Durch die sozialen Medien ist es außerdem viel einfacher geworden, bewusst manipulierte Informationen und Bilder zu verbreiten, um Unsicherheit zu schüren und Propaganda zu betreiben.“

Das ZDF prüfe Bilder und Informationen intensiv. Als Vorbild für die neue Rubrik nennt ZDF-Chefredakteur Frey die „New York Times Corrections“, in der die US-Zeitung Fehler auflistet.

Die ARD setzt sich mit Kritik zum Beispiel im „Tagesschau“-Blog auseinander, den es seit 2006 gibt. „Wir begleiten mit dem Blog kontinuierlich unsere Berichterstattung“, sagte der Chefredakteur von ARD aktuell, Kai Gniffke, der Deutschen Presse-Agentur.

Darin ging es auch einmal um einen „Tagesthemen“-Beitrag vom Mai 2014, der zurückgezogen wurde. Der Korrespondent hatte den Tod zweier Menschen durch Schüsse in Krasnoarmeysk in der Ostukraine den Separatisten zugeordnet, es war aber laut ARD ein ukrainisches Freiwilligen-Bataillon.

Beispielsweise auf meta.tagesschau.de können Zuschauer ihre Meinung äußern. Rund 2000 Kommentare gebe es dort pro Tag, dazu kämen jeden Tag rund 500 Mails, sagte Gniffke. „Es ist einfacher geworden für Leute, sich nicht nur zu informieren, sondern sich auch zu formieren.“

dpa

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