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Ab durch die Mitte: 1880 sehen die Mineure nach 15 Kilometern Schwerstarbeit endlich Licht am Ende des Tunnels.

Fernsehfilm im ZDF

TV-Zweiteiler „Gotthard“: Zwischen Geröll und Gefühlen

Köln - Vor mehr als 140 Jahren begann der Bau des damals längsten Tunnels der Welt, des Gotthard-Tunnels. Ein ZDF-Film führt in einem romantisierten Zweiteiler in die Welt der Reichen und der Ärmsten, die für das gigantische Werk starben.

Es war eines der gigantischsten Bauprojekte der Welt. Und es ist einer der aufwendigsten Fernsehfilme in diesem Jahr: „Gotthard“. Der ZDF-Zweiteiler erzählt Geschichte auch von unten. Er zeigt den Kontrast zwischen den bitterarmen Arbeitern und den millionenschweren Investoren aus ganz Europa. Während die einen den Tunnel unter menschenunwürdigen Bedingungen errichteten und dabei oft ihr Leben verloren, erwarben die anderen ein immenses Vermögen mit dem Projekt. Das Fernsehepos läuft an diesem Montag und am Mittwoch jeweils um 20.15 Uhr.

Besonders die Arbeiter schufteten unter heute kaum noch vorstellbaren Arbeitsbedingungen. Für einen Tunnel von 15 Kilometern Länge unter dem Alpenmassiv mussten rund 2500 Menschen ihr Leben lassen. Sie starben an Seuchen, bei einem Aufstand oder an Arbeitsunfällen. Aber die industrielle Großbaustelle veränderte das Leben der Menschen radikal. Nicht nur in den Schweizer Bergdörfern, sondern auch durch die besseren sozialen Bedingungen, die sich nach dem Tunnelbau immer mehr durchsetzten.

Neues Leben: Anna (Miriam Stein) gibt Arbeiter Tommaso (Pasquale Aleardi) das Ja-Wort.

Davon erzählt „Gotthard“ und schildert dabei vor allem die Schicksale der Schweizer Fuhrmannstochter Anna (Miriam Stein), des jungen begeisterten deutschen Ingenieurs Max (Maxim Mehmet) und des Anführers der italienischen Minenarbeiter Tommaso (Pasquale Aleardi). Einer der Höhepunkte des Films ist der Streik der Arbeiter für größere Sicherheit und höheren Lohn, bei dem sich auch die einstmals befreundeten Männer Max und Tommaso gegenüberstehen. Nachdem der Konflikt eskaliert, werden die Streikenden niedergeschossen. Eigens für den Dreh der Explosionen, Sprengungen, Wassereinbrüche und Einschläge wurde in der Nähe von Köln in einer 2000 Quadratmeter großen Halle ein 100 Meter langes Stück der Tunnelbaustelle nachgebaut.

Der Richtstollen war eine „Hightech-Maschine“, wie Produzent Bastie Griese von der Firma MMC erklärt: „Es wurden unter anderem hydraulische Effekte verwendet, um beispielsweise eine Überflutung darzustellen.“ Dabei wurden Pumpen und Wassertanks mit bis zu 2000 Liter Volumen und Kompressoren verwendet.

„Es ist ein Projekt mit vielen Superlativen“, ergänzt der Produzent Lukas Hobi von Zodiac Pictures, der auch auf die anderen Sets des Gemeinschaftsprojekts von Schweizer Fernsehen (SRF), dem österreichischen ORF und des ZDF verweist. In der Nähe von Prag beispielsweise entstand in einem stillgelegten Steinbruch eine Kopie des Tunnelportals, 12 Meter hoch und 16 Meter breit. Die Nachbildung der Baustelle selbst umfasste ein Areal so groß wie zehn Fußballfelder.

Alte Liebe: Auch für Max (Maxim Mehmet) hat An na immer noch tiefe Gefühle.

Mehr als einmal gelangte das Team während der Drehabreiten dabei an seine physischen Grenzen, wie sich Kameramann Lukas Strebel erinnert: „Im nachgebauten Tunnel, in dem wir zehn Tage drehten, haben wir wirklich anstrengende Szenen gehabt. Es gab Staub, man brauchte Masken. Überall waren die Kerzen und Öllampen an, was Rauch erzeugt hat und Sauerstoff verbrauchte. Drinnen im Tunnel war es sehr eng, was wir auch zeigen wollten.“

Der Bau des damals längsten Tunnels der Welt begann 1872. Acht Jahre später war der Durchstich geschafft. Neben Mehmet, Stein und Aleardi sind weitere bekannte Darsteller zu sehen, unter anderem Marie Bäumer, Joachim Król, Max Simonischek oder Roeland Wiesnekker. Regie führte Urs Egger, der für seine Arbeiten bereits vielfach ausgezeichnet wurde, beispielsweise mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis.

dpa

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