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Nelson Müller hat für das ZDF das deutsche Bier getestet.

Nelson Müller im ZDF

Bier im Test: Reinheitsgebot existiert nur noch auf dem Papier

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München – Auf ihr Bier sind die Deutschen besonders stolz. Doch wie gut ist unser Bier? Dieser Frage geht Sternekoch Nelson Müller in der Sendung „ZDFzeit“ nach und stellt fest: Das Reinheitsgebot existiert nur noch auf dem Papier.

„Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot“ - dieser Satz ist auf vielen Bierflaschen-Etiketten zu lesen und macht den Stolz der Deutschen auf ihr Bier aus. Qualitativ und geschmacklich soll sich so das deutsche Bier von ausländischen Produkten absetzen. Sternekoch Nelson Müller untersucht am Dienstagabend (20.15 Uhr, ZDF) für die Sendung „ZDFzeit“, wie gut das deutsche Bier wirklich ist. Seine Erkenntnis: Das Reinheitsgebot existiert nur noch auf dem Papier.

Deutsches Bier: Kaum Unterschiede im Geschmack

Wie kommt Nelson Müller zu diesem Fazit? Der Fokus der Sendung richte sich nicht auf den Vergleich einzelner Biersorten, sondern auf die Qualität und die Vielfalt des deutschen Bieres, verrät Redakteur Philipp Müller vorab. Die Biere in Deutschland würden gerade mal von einer Handvoll Großkonzerne produziert. Die Folge: „Selbst für erfahrene Biertrinker ist es unmöglich, Unterschiede der einzelnen Biere heraus zu schmecken.“ So gehe die Vielfalt der deutschen Biermarken verloren.

„Gebraut wird heute nach dem Biergesetz“, erklärt Philipp Müller. Und dieses ließe eben im Gegensatz zum Reinheitsgebot auch Zusatzstoffe zu. Mehr als 60 Zusatzstoffe wie etwa Kieselgur zum Filtern des Bieres, aber auch Kunststoffe, Zucker und Farbstoffe seien erlaubt und böten so der Industrie Schlupflöcher. „Die dunkle Farbe des Bockbieres wird oft mit Zuckercouleur erreicht“, lautet eines von Müllers Beispielen. Im Hinblick auf die Haltbarkeit und den einheitlichen Geschmack seien die Zusatzstoffe gar nicht mehr zu umgehen.

Deutsches Bier ist zu billig

Eine weitere Erkenntnis des Biertests: Deutsches Bier ist zu billig. „Bier wird heute im Supermarkt verramscht“, so Redakteur Philipp Müller. Nach dem Zerschlagen eines Bierkartells, bei dem mehrere Brauereien in den Jahren zwischen 2006 und 2008 ihre Preise abgesprochen hatten, würden nun die Discounter immer niedrigere Preise ansetzen. „Auch im internationalen Vergleich ist das deutsche Bier sehr billig“, erklärt Philipp Müller. „Daraus folgt auch wieder weniger Qualität, Vielfalt und Geschmack.“

Der geringe Preis fördere außerdem, dass gerade Jugendliche, immer öfter zum Bier greifen. „Sie unterschätzen oft die Folgen des Alkoholkonsums“, so Müller. Für die Sendung hat die ZDF-Redaktion die Auswirkung des Biertrinkens auf den Straßenverkehr getestet. Jeweils drei Bier haben die männlichen und weiblichen Tester getrunken. Zwar konnten die Männer einen niedrigeren Promillegehalt nachweisen, doch bei der Fahruntüchtigkeit waren beide Gruppen gleich schlecht.

Bierbauch wächst nicht vom Bier

Immerhin kann die Sendung „ZDFzeit“ mit einem negativen Mythos aufräumen: Der Bierbauch kommt überhaupt nicht vom Biertrinken! Mit Hilfe eines Experten konnte die Redaktion nachweisen, dass man nicht von den Kalorien im Bier zunimmt, sondern dass durch den Bierkonsum lediglich der Appetit angeregt wird. Wer also seine Heißhungerattacken zügeln kann, wird auch seine schlanke Taille behalten.

So überraschend auch manches der Testergebnisse sein mag: ZDF-Redakteur Philipp Müller ist davon überzeugt, dass das deutsche Bier ein leckeres Genussmittel ist. „Die großen Konzerne könnten nur mehr wagen.“ Viele kleine Brauereien würden es bereits vormachen und wieder mehr auf Qualität setzen.

lot

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