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Mehmet Scholl wurde für tot erklärt. Hinter der Meldung steckte ein Satire-Journalist. 

Riesen-Verwirrung 

ZEITmagazin erklärt Mehmet Scholl für tot - Das steckt dahinter

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Kurz nach seinem Aus als Experte bei der ARD vermeldet das ZEITmagazin den Tod des Ex-Nationalspielers. Dem ist natürlich nicht so. Das steckt dahinter. 

Berlin - Mehmet Scholl ist nicht mehr TV-Experte der ARD. Diese Nachricht erreichte die Medienlandschaft am Donnerstagvormittag um 10.02 Uhr. Doch kaum war das Aus des Ex-Nationalspielers besiegelt und von nahezu jedem Medium aufgegriffen worden, wartete bereits die nächste Hammermeldung - und sorgte exakt 33 Minuten später für ein Verwirrspiel, das es in dieser Form wohl noch nicht gegeben hat. Denn dieses Mal war es das renommierte ZEITmagazin, das von einem noch relevanteren Geschehnis erfahren haben wollte: Mehmet Scholl soll im Alter von 46 Jahren gestorben sein. Auf dem Twitter-Account hieß es mitsamt beigefügtem Wikipedia-Link: „Eilmeldung: Mehmet Scholl ist tot.“

Ex-Chefredakteur von Satire-Magazin missbraucht Kanal

Kurz darauf meldete sich die Redaktion wieder über Twitter - und verkündete eine Eskalation im Nordkorea-Konflikt. "Eilmeldung: Südkoreanische Medien melden Explosion, Lichtblitz über Pjöngjang", hieß es wörtlich. Der Beginn eines Verwirrspiels. Denn wenig später wurden beide Tweets gelöscht; stattdessen hieß es: „Richtigstellung: Wir bedauern die Falschmeldung der atomaren Sprengung Pjöngyangs und Mehmet Scholls. Ein Fehler im Endlektorat!“

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ersichtlich, dass etwas nicht stimmen konnte. Ein Fehler im Endlektorat? Bei Themen wie dem Nordkorea-Konflikt und einer Meldung über den Tod eines der bekanntesten Gesichter der Bundesrepublik? Nein, Zufall konnte das nicht sein. 

War es auch nicht, wie sich später herausstellte. Denn die Redaktion des Zeit Magazins stellt ausgewählten Gästen in regelmäßigen Abständen ihren Twitter-Account für einige Tage zur Verfügung. In dieser Woche war Leo Fischer an der Reihe, seines Zeichens - welch Wunder - ehemaliger Chefredakteur des Satire-Magazins Titanic. Hierzu wurde bereits am 7. August von der ECHTEN Redaktion verkündet: „Wir übergeben nun unseren Account an @leogfischer, Chefredakteur der TITANIC. Herzlich willkommen!“

Zeit Magazin entschuldigt sich

Eine Chance, die der Satire-Journalist offenbar nicht ungenutzt lassen wollte. So verzichtete Fischer auch auf das im Vorfeld abgesprochene Kürzel „LF“, das seine eigenen Beiträge eigentlich für jedermann erkenntlich von den redaktionellen unterscheiden sollte; zudem prangte zeitweise sein eigenes Konterfei als offizielles Profil-Bild über dem Account des Zeit Magazins. So verwundert es nicht, dass es auch irgendwann der sonst so toleranten Redaktion zu viel wurde. „Die Tweets wurden umgehend gelöscht, sie sind nicht mit unseren Standards vereinbar. Die Twitter-Kolumne von Leo Fischer wurde beendet.“ Und weiter: „Jetzt twittert wieder die Redaktion des ZEITmagazins.“

Leo Fischer hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon wieder auf sein eigenes Profil zurückgezogen. „Ich kann mich bei @ZEITmagazin nicht mehr einloggen“, verkündete er enttäuscht. Sein geplantes Werk der Verwirrung und der Falschinformation hatte er da freilich bereits abgeschlossen. 

lpr

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