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Printgipfel bei den Medientagen: Verleger Dirk Ippen (li.) im Gespräch mit Werbeguru Sebastian Turner.

Printmedien und Internet

Die Zeitungsbilder lernen laufen

München - Auch die Printmedien spüren die Finanzkrise. Doch die angespannte Lage birgt Chancen, glauben Experten – wenn man Ideen hat und neue Geschäftsfelder bestellt, vor allem online. Leser und Internet-Nutzer könnten davon profitieren.

Dirk Ippen, Verleger des Münchner Merkurund der tz, beginnt mit der guten Nachricht. „Man muss ganz klar sehen: Wir stehen auf einem festen Fundament.“ Er hält zwei Ausgaben seiner Blätter in die Luft, beide haben einen gesunden Anteil an Anzeigen, die Geld bringen. Gerade kleine regionale Zeitungen, sagt Ippen, seien eine Erfolgsgeschichte. Mehr als 20 Blätter gehören zur Ippen-Gruppe, alle schreiben sie schwarze Zahlen. Nun drohen Rezession und hohe Papierpreise. „Wir werden noch sparsamer werden müssen.“ 2009, sagt Ippen voraus, werde ein schwieriges Jahr.

Das glauben alle vier Podiums-Gäste beim „Printgipfel“ der Medientage in München – auch Richard Rebmann, Geschäftsführer der Südwestdeutschen Mediaholding, zu der die Süddeutsche Zeitunggehört. Es werde zwar „keinen Zusammenbruch“ geben, glaubt er. Auch seine Blätter sind derzeit alle profitabel. Doch die Verunsicherung bei den Kunden sei groß.

Dies wiederum, glaubt Sebastian Turner, Werbe-Guru von Scholz & Friends, kann in einen Teufelskreis führen. „Deutschland glaubt, dass es ihm nicht gut gehen wird. Und jeder plant auch damit, um sicherzugehen, dass es auch so kommt.“ Will heißen: Man sollte nicht vorauseilend in Schockstarre fallen. Turner rät: „Geht in die Ideen.“

Eine davon ist, Printmedien und Internet stärker zu verflechten. Christiane zu Salm, Cross-Media-Vorstand bei Burda, sieht einen neuen Paradigmenwechsel: Dem Übergang vom schwarzweißen zum farbigen Bild folge nun der vom bunten zum bewegten, zum Film. Das öffne einen neuen Markt, etwa für Web-TV und Web-Videos, den man aber mit Fernsehsendern teile. Zu Salm plädiert zudem dafür, neue Geschäftsfelder zu suchen. Ihrer Ansicht nach liegt die Zukunft in einer „thematischen Bündelung“. In der Praxis hieße das: Wenn ein Leser oder Internet-Nutzer Bilder einer Schauspielerin sieht und daraufhin deren Kleider kaufen will, wird ihm das als Service gleich mitgeboten. Moderator Frank Thomsen, Chefredakteur von stern.de, fragt daraufhin ironisch: „Wird Burda dann in zehn Jahren noch ein Medienhaus sein oder Bratpfannen verkaufen?“

Bei Medien gehe es vor allem darum, Gemeinschaften zu bilden, sagt der Werber Turner: „Eine gute Zeitung ist schon immer ein Mitmach-Blatt gewesen.“ Verleger Ippen stimmt zu: „Lokalzeitungen funktionieren, weil ein Netzwerk gebildet wird.“ Das Internet sei deshalb ein großes Glück: „Das ist ein wunderbar interaktives Medium.“

von Robert Arsenschek

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