Zersplitterung der Spieltage droht

München - Die Fußballfans müssen nach dem geplatzten Milliardenvertrag mit der Sportrechteagentur Sirius von Leo Kirch mit einer weiteren Zersplitterung der Spieltage rechnen.

Die Aufstockung der Bundesliga und der zweiten Liga auf je 20 Teams ist dagegen wohl frühestens ab der Spielzeit 2012/13 ein Thema. "Wir schreiben jetzt die Fernsehrechte bis 2012 auf der Basis zweier Ligen mit jeweils 18 Mannschaften aus", kündigte Peter Peters, Geschäftsführer von Schalke 04 und Vizepräsident des Ligaverbandes, am Freitag an.

Einstweilen sind ab der kommenden Spielzeit neue Anstoßzeiten an den Wochenenden und gesplittete Spieltage wahrscheinlich. Bei der von der Deutschen Fußballliga (DFL) nun in Eigenregie ausgeführten Ausschreibung der Übertragungsrechte soll der Fan allerdings nicht überlastet werden: "Die Pakete, die wir anbieten, werden anders aussehen als bisher - mit Spielplanänderungen, die aber vertretbar sein müssen, nicht nur für die Fernsehsender, sondern auch für die Zuschauer in den Stadien. Diesen Spagat müssen wir schaffen", sagte Peters.

Nach den Worten des Schalke 04-Bosses besteht die Möglichkeit, dass es ab der kommenden Saison ein drittes Sonntagsspiel gibt, einige Partien könnten dann bereits früher beginnen. Auch ein Samstagabendspiel steht zur Diskussion. Die DFL werde voraussichtlich Ende Oktober einen Spielplan sowie entsprechende Fernsehpakete präsentieren, erklärte Peters.

Mit der weiteren Zersplitterung will die DFL die Bundesliga für die Sender attraktiver machen - um sie teurer verkaufen zu können. Derzeit befürchten zahlreiche Klubs, in Zukunft nicht einmal mehr die aktuelle Summe von 409 Millionen Euro pro Jahr für die Vermarktung zu erzielen. Ursprünglich sollten aus dem nun geplatzten Deal mit Sirius in den kommenden sechs Jahren im Schnitt garantierte 500 Millionen Euro in die Kassen der Vereine fließen. Die Einführung eines Ligaballs, die Verpflichtung eines Ligasponsors sowie das Comeback des Ligapokals waren im Ligavorstand in den vergangenen Wochen diskutiert worden, um mögliche Verluste aufzufangen.

Einer Umfrage zufolge sprachen sich auch zehn der 18 Erstligisten für eine Wiedereinführung des Ligapokals aus. In den Mittelpunkt ist nun jedoch erst einmal die Aufstockung der 1. und 2. Bundesliga auf je 20 Teams gerückt. Gegen entsprechende Pläne hat sich jedoch bereits Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ausgesprochen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mordfall Mirco: Eltern bei ZDF-Vorpremiere mit Heino Ferch
Das Schicksal von Mirco hat vor sieben Jahren bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der Junge wurde entführt, ermordet und verscharrt. Jetzt ist der Fall Mirco wieder da: Als …
Mordfall Mirco: Eltern bei ZDF-Vorpremiere mit Heino Ferch
Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Die Biene Maja kennt man seit den 70er-Jahren als Kinderserie im TV. Jetzt warf Netflix eine Folge der neuverfilmten Serie aus dem Programm. Der Grund dafür ist …
Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wegen eines Warnstreiks verzichtete der WDR-Sender 1Live in den frühen Morgenstunden eine Stunde lang auf jegliche Redebeiträge und sendete stattdessen nur Musik.  
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Für manche Sender geht es am Wahlabend um kaum etwas anderes. ARD und ZDF berichten mehrere Stunden am Stück. Andere fassen sich kurz und sind so eine Alternative für …
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm

Kommentare