Zeuge des Mordes an seinen Eltern

- Vor drei Jahren ist Polizeipsychologin Hannah Schwarz aus dem Westen in ihre Heimatstadt Schwerin zurückgekehrt. Dort wurde sie durch die neuen Lebensumstände nicht nur dazu genötigt, sich mit ihrer eigenen Kindheit auseinander zu setzen, sondern auch massiv mit der DDR-Vergangenheit konfrontiert.

Und sie geriet in zwei Kriminalfälle, die im ZDF unter dem Dachtitel "Solo für Schwarz" mit Barbara Rudnik in der Hauptrolle zu sehen waren. Nach der guten Zuschauerresonanz auf "Tod im Park" (2003) - beste Quote jenes Jahres für einen "Fernsehfilm der Woche" - und "Tod im See" (2005) folgt heute der dritte Teil. Er trägt den Titel "Der Tod kommt zurück". Künftig, so hat das ZDF entschieden, soll Hannah Schwarz, die am Ende dieses Films zum Landeskriminalamt wechselt, mindestens einmal pro Jahr in Mecklenburg-Vorpommern ermitteln.

Im Mittelpunkt des aktuellen Falles stehen zwei Kinder, deren Eltern in ihrem eigenen Haus ermordet wurden. Während der 15-jährige Carsten (Johannes Klaußner) an diesem Tag mit Freunden einen Ausflug machte, muss sein elfjähriger Bruder Patrick (Franz Kroß) zum Tatzeitpunkt daheim gewesen sein. Doch alle Versuche, Informationen aus ihm herauszubekommen, scheitern. Der Junge schweigt seit dem schrecklichen Vorfall.

Erneut beschreitet Schwarz alias Rudnik nicht die klassischen Ermittlungswege, sondern ist vor allem als Psychologin gefragt, die einen kindlichen Tatzeugen behutsam zum Reden bringen soll, wie Co-Autor Sven S. Poser erläutert. Und erneut hat der Fall unmittelbar etwas mit der Geschichte der untergegangenen DDR zu tun. Denn der ermordete Familienvater, der bei Kollegen, Nachbarn und Freunden nicht besonders beliebt war, stellt sich nach und nach als ehemaliger Funktionär der SED heraus, der offenbar sein Wissen über andere nach der Wende zu seinen Gunsten zu nutzen versuchte.

Eine besondere Herausforderung stellte die Arbeit mit einem Kinderdarsteller dar, der glaubhaft die Reaktionen auf den gewaltsamen Tod der Eltern spielen muss. Doch der bereits dreherfahrene Franz Kroß verblüffte das Team mit seiner Abgeklärtheit, wie sich Regisseur Martin Eigler erinnert. Er habe den kleinen Schauspieler beim Casting gebeten, sich das Gefühl vorzustellen, das er hätte, wenn ihm ein geliebtes Spielzeug weggenommen würde, sei aber von Franz "ganz trocken" unterbrochen worden: "Ich weiß schon Bescheid. Meine Eltern werden erschossen und ich liege unterm Sofa."

ZDF, heute, um 20.15 Uhr.

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