EM: ARD und ZDF ziehen positive Bilanz ihrer EM-Berichterstattung

Köln/Mainz - Programmchef Günter Struve wusste nach Lektüre der entsprechenden Prognosen bereits am Samstagnachmittag, dass ihm das Wetter einen Strich durch die Quotenrechnung machen würde.

 "Nur" 28,05 Millionen Zuschauer sahen am Sonntagabend das Finale der Fußball-EM zwischen Deutschland und Spanien im Ersten. Sommerliche Temperaturen in ganz Deutschland - da zogen es viele Fans vor, sich das Spiel im Freien anzusehen und nicht zuhause am Fernseher.

Den Rekord musste die ARD dem öffentlich-rechtlichen Partner ZDF überlassen. Der Mainzer Sender konnte für die Halbfinalpartie Deutschland gegen die Türkei am vergangenen Mittwoch stolze 29,46 Millionen Zuschauer verbuchen.

ARD und ZDF zogen gestern eine positive Bilanz des Turniers und ihrer eigenen Berichterstattung. Die hohen Quoten auch bei den Partien ohne deutsche Beteiligung hätten gezeigt, dass es sich bei der EM nicht nur um eine Reihe von Fußballspielen, sondern um ein "Event im klassischen Sinne" gehandelt habe.

"Das Sommermärchen aus dem Jahr 2006 wurde fortgeschrieben", so ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Dass man auf der Bregenzer Seebühne stets "die Nähe zu den Fans" hergestellt habe, darauf ist Gruschwitz besonders stolz. Im Schnitt waren nach Senderangaben 5000 Zuschauer live dabei, wenn Johannes B. Kerner, Jürgen Klopp und Urs Meier die Spiele analysierten.

Was die Weltmeisterschaft in zwei Jahren in Südafrika angeht, so gibt sich Gruschwitz keinen Illusionen hin: "So etwas wie Public Viewing kann ich mir dort momentan nicht vorstellen."

Nicht nur deswegen hält die ARD am Duo Gerhard Delling und Günter Netzer, die stets im Studio diskutieren, fest. "Die beiden stehen für Zuverlässigkeit, nicht für Show", so ARD-Programmdirektor Günter Struve: "Außerdem haben sie mehr Zuschauer als vergleichbare Konzepte unseres Wettbewerbers."

Und auch wenn die ARD im Gegensatz zum ZDF, wo Jürgen Klopp nun durch Oliver Kahn ersetzt wird, das Expertenteam vor 2010 nicht wechseln muss, denkt man doch auch an die Zukunft. Für Mehmet Scholl, der in der Vorrunde zusammen mit Reinhold Beckmann ein Team bildete, gab's jedenfalls schon einmal ein großes Lob vom scheidenden Programmdirektor: "Da wächst ein neues Talent heran."

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