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Martin Sonneborn sorgte mit seinen Äußerungen in der Sendung „Zimmer frei“ für Wirbel.

"Zimmer frei" mit Sonneborn wird doch gezeigt

Köln - Nach viel Wirbel um eine aus dem TV-Programm gestrichene Ausgabe von “Zimmer frei“ wird die umstrittene WDR-Folge mit Satiriker Martin Sonneborn als Gast nun doch gezeigt.

Am 20. Oktober um 0.15 Uhr. “Der von Martin Sonneborn entfachte mediale Wirbel führte zu zahlreichen Zuschaueranfragen, die den Sender nun veranlasst haben, die Sendung zum nächstmöglichen Termin auszustrahlen“, teilte der WDR am Mittwoch in Köln mit.

Die TV-Folge, die im September aufgezeichnet worden war, sollte eigentlich am 4. Oktober gezeigt werden - eine Woche vor der 500. Jubiläumssendung mit den Moderatoren Christine Westermann und Götz Alsmann. Am vergangenen Donnerstag hatte eine WDR-Sprecherin die Streichung der Ausgabe so begründet: “Die Sendung ging einfach nicht. Es hat hinten und vorne nicht funktioniert, es war einfach nicht lustig.“ Der frühere Chefredakteur des Satireblatts “Titanic“ sei - entgegen der Absprache - in seiner Rolle als Vorsitzender der Gruppierung “Die Partei“ gekommen. Dies sei zu flach und uninteressant für die 60-Minuten-Sendung gewesen.

Am Mittwoch erklärte dann WDR-Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff: “Trotz einer in 500 Sendungen unstrittig erworbenen Unterhaltungskompetenz möchte die “Zimmer frei!“-Redaktion dem Urteil der Zuschauer nicht vorgreifen. Daher haben wir uns für die Ausstrahlung entschieden und freuen uns auf weiterhin angeregte Diskussionen.“

Sonneborn hatte die Entscheidung des WDR in der vergangenen Woche heftig und öffentlichkeitswirksam kritisiert. Er war 2000 bis 2005 Chefredakteur des Satire-Magazins “Titanic“ und gründete 2004 “Die Partei“. Nach eigenem Bekunden setzt sich diese etwa für “Tierschutz und Eliteförderung“ ein, verlangt satirisch den Wiederaufbau der innerdeutschen Mauer - und war zur Bundestagswahl im September nicht zugelassen worden. Sonneborn hatte angekündigt, aus Protest mit seiner Partei nun künftig für die Abschaffung der Rundfunkgebühren einzutreten.

Am vergangenen Sonntag hatten Westermann und Alsmann zum 500. Mal einen Prominenten eingeladen. Seit 13 Jahren testen die beiden Gastgeber in der WDR-Talkshow ab 22.15 Uhr, ob ihr Kandidat tauglich ist für ihre fiktive Fernseh-WG und einziehen darf.

dpa

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