Der Zuschauer soll es nicht merken

München - Konfrontiert mit dem Vorwurf eines Millionenlochs im Etat, unternimmt der Bayerische Rundfunk Sparanstrengungen.

Die Grünen im Bayerischen Landtag sprechen von einem "Finanzdebakel", der Sender räumt immerhin ein, dass man wohl Anfang des Jahres "zu viel Gas gegeben" habe und daher jetzt "auf die Bremse treten" müsse, damit man das Jahr 2008 mit einer "schwarzen Null" abschließen könne.

Um mindestens zehn Millionen Euro sei der Produktionsetat des Bayerischen Rundfunks (BR) heuer bereits überzogen worden, so Ulrike Gote, grünes Mitglied im Rundfunkrat, weshalb die Politikerin jetzt Fernsehdirektor Gerhard Fuchs in einem Brief um Aufklärung gebeten hat. "Wir fordern umgehend Klarheit über das Ausmaß, die Folgen, aber auch die Hintergründe dieser Finanzkrise", so Gote, die zugleich vor Einschnitten bei der Programmqualität warnte: "Die Zuschauer das Finanzloch ausbaden zu lassen, darf ja wohl nicht die Lösung sein."

Beim Münchner Sender will man sich vor der morgigen Sitzung des Fernsehausschusses nicht konkret äußern. Die Zahl zehn Millionen sei "reine Spekulation", so Sprecher Rudolf Küffner. Allerdings habe der Fernsehdirektor bereits in allen Abteilungen um Sparvorschläge gebeten.

Auch über die Gründe für die Überziehung des Etats hüllt sich der BR in Schweigen. Gerüchte, dies habe mit der auch vom Rundfunkrat sehr begrüßten, jedoch kostspieligen Regionalisierung bei der aktuellen Berichterstattung zu tun, will man beim BR aber andererseits nicht zerstreuen.

Jetzt soll jedenfalls gespart werden, allerdings so, dass es der Zuschauer nicht merkt, und - angesichts des bevorstehenden Landtagswahlkampfs - auf keinen Fall bei den politischen Magazinen: "Wir streichen nicht bei der Vorwahlberichterstattung", versichert Küffner mit Blick auf Befürchtungen der Grünen, will allerdings nicht ausschließen, dass es bei der Talksendung "Münchner Runde" eine außerplanmäßige Sommerpause geben wird.

Die Auszeit für Christoph Süß und "Quer" sei dagegen keine Folge des Sparzwangs, "die gibt es jedes Jahr". Dafür muss der Sport Opfer bringen. "Kurzfristig", so wurde gestern bekannt, wird die Sendung "Blickpunkt Sport" pausieren, immerhin bis zum Start der neuen Bundesliga-Saison Mitte August.

Bald soll sowieso alles anders organisiert werden. Der öffentlich-rechtliche Sender schafft sich - auf Vorschlag einer Unternehmensberatung - eine neue Direktion Produktionstechnik, die auch die Gelder für die aktuellen Drehs verwalten soll. Als Chef der neuen Abteilung ist Herbert Tillmann vorgesehen. 

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