1. Startseite
  2. Verbraucher

9-Euro-Ticket gilt jetzt: Was Fahrgäste über Bußgelder und Stolperfallen wissen müssen

Erstellt:

Von: Ines Baur

Kommentare

Nun ist es endlich da: das 9-Euro-Ticket. Doch Fahrgäste sollten sich vor Antritt ihrer Reise über die Gültigkeit des Tickets informieren – sonst drohen Bußgelder.

München - Bis kurz vor dem Start des 9-Euro-Tickets waren rund sieben Millionen der Sonderfahrkarten verkauft. Die hohe Nachfrage zeigt, dass die Verkehrsbetriebe mit vielen Passagieren rechnen müssen. Und die Menschen mit vollen Zügen. Die Deutsche Bahn will 50 zusätzliche Züge einsetzen und das Personal verstärken, berichtet tageschau.de. Sie sollen vor allem entlang der Touristenstrecken in Richtung Nord- und Ostsee sowie im Süden eingesetzt werden. Passagiere sollten wissen, dass das 9-Euro-Ticket nicht für jede Bahnfahrt gilt, das Ticket endlich ist und der vierbeinige Freund extra lösen muss. Andernfalls kann es teuer werden.

9-Euro-Ticket: Wie lange gilt es?

Das 9-Euro-Ticket gilt immer für einen Kalendermonat. Wer das Ticket erst am 10. Juni kauft, kann es lediglich bis Ende Juni nutzen. Wer ohne 9-Euro-Ticket fährt, oder mit einem veralteten Fahrschein, zahlt Bußgeld. Für den Folgemonat ist ein neues Ticket zu lösen. Fahrgäste, die das Ticket für die gesamte Zeit erwerben wollen, zahlen 27 Euro. Das rechnet sich allemal. Zum Vergleich: Die Isarcard des MVG kostet für alle Zonen in München 227,50 Euro – pro Monat.

9-Euro-Ticket: Wo kann man es kaufen?

Das Ticket können Verbraucher so ziemlich überall kaufen, wo es Fahrscheine für den Nahverkehr gibt. Etwa bei den Verkaufsstellen, am Fahrscheinautomaten, bei der Deutschen Bahn und selbstverständlich digital über Apps der Unternehmen. Vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gibt es eine eigene 9-Euro-Ticket-App, die auf den gängigen Plattformen heruntergeladen werden kann.

9-Euro-Ticket: Bekommt Abo-Kundschaft ihr Geld zurück?

Besitzer einer Jahreskarte oder eines Fahrschein-Abos müssen nichts weiter unternehmen. Der Fahrpreis wird in den drei Monaten automatisch auf neun Euro reduziert. Wer das Geld im Voraus gezahlt hat, erhält den Betrag vom Verkehrsunternehmen zurück oder bekommt Freimonate angerechnet. Allerdings werden sich die Kunden etwas gedulden müssen. Die Verkehrsbetriebe haben mehrere Millionen Stammkunden.

Doch nicht alle Abo-Kunden erhalten eine Rückerstattung. Für die treuesten Kunden der Bahn, die mit einer BahnCard 100, ist eine Rückerstattung nicht geplant. Das Argument lautet, dass die Bahn-Card-100 immerhin ein Abo für den Nah- und den Fernverkehr ist und für den Fernverkehr das 9-Euro-Ticket nicht gilt.

Mit unserem brandneuen Verbraucher-Newsletter bleiben Sie immer auf dem neusten Stand in Sachen Verbraucherinformationen und Produktrückrufe.

9-Euro-Ticket
Bahnfahren in vollen Zügen genießen, dank 9-Euro-Ticket. Passagiere sollten sich rechtzeitig über Stolperfallen und frequentierte Stecken informieren. © Monika Skolimowska/dpa

9-Euro-Ticket: Gültigkeit und Bußgelder

Mal eben mit dem ICE einen Städtetrip nach Berlin mit dem 9-Euro-Ticket in der Tasche? Nein, der Begriff „deutschlandweit“ sorgt für Missverständnisse. Grundsätzlich gilt das Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr und die regionalen Verkehrsbetriebe. Dazu zählen in und um München etwa die Bayerische Regiobahn. Manche Zuganbieter machen beim 9-Euro-Ticket allerdings nicht mit. Beispielsweise Flixtrain, ÖBB, Thalys oder die WestBahn. Wer mit einem 9-Euro-Ticket in solche Züge steigt, gilt als Schwarzfahrer und muss ein Bußgeld bezahlen.

Bußgeld wird auch fällig, für Passagiere im ICE, EC, IC oder ECE, die zwar ein 9-Euro-Ticket in der Tasche haben, aber keinen gültigen Fahrschein für die Fernreisezüge. Das 9-Euro-Ticket gilt hier nicht. Wer ausschließlich mit einem gültigen 9-Euro-Ticket im ICE nach Berlin sitzt, gilt als blinder Passagier und muss mit einem Bußgeld wegen Schwarzfahrens rechnen. Das kann schlimmstenfalls 200 Euro kosten.

9-Euro-Ticket: Sind Reisen von München nach Sylt möglich?

Passagiere, die Ausflüge unternehmen möchten und viel Zeit mitbringen, können sich allerdings mit dem 9-Euro-Ticket auch bis zum weit entfernten Zielort durchschlagen – deutschlandweit. Das 9-Euro-Ticket gilt im Schienenpersonenverkehr in der 2. Klasse für die Regionalbahn (RB), den Regionalexpress (RE) oder den Interregioexpress (IRE).

9-Euro-Ticket: Gilt es auch für Fahrrad und Hund?

Der Vierbeiner kann kein eigenes 9-Euro-Ticket bekommen. Der Drahtesel ebenso wenig. Entsprechend den jeweiligen Bestimmungen ist eine Fahrkarte zu lösen.

Ferien und die Billig-Ticket-Aktion: Passagiere sollten sich auf gut gefüllte Züge einstellen. Im Nahverkehr ist keine Sitzplatzreservierung möglich. Ein gepflegtes Miteinander und Sitzplatz-Anbieten an ältere Fahrgäste, Mütter mit kleinen Kindern, Gebrechliche oder Schwangere sollten in vollen Zügen daher eine Selbstverständlichkeit sein.

Auch interessant

Kommentare