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Einkaufen in deutschen Märkten und online: Das ändert sich 2021 für Verbraucher bei Aldi, Lidl und Co.

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Nach dem Jahreswechsel warten auf die Bürger gewichtige Änderungen beim Einkaufen. Das wirkt sich auch finanziell aus. Was Konsumenten im neuen Jahr 2021 erwartet.

  • Das Jahr 2021 hält für Konsumenten beim Einkaufen in Deutschland prägende Änderungen bereit.
  • Die Senkung der Mehrwertsteuerung wird beendet, außerdem soll weniger Plastik in die Umwelt gelangen.
  • Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen für Verbraucher nach dem Jahreswechsel.

Berlin/München - Einkaufen gehört zu den wenigen Tätigkeiten, die man trotz Corona-Krise noch außer Haus ausführen darf. Allerdings geschieht das nicht ohne Einschränkungen - sei es die Maskenpflicht oder die Kontaktbeschränkungen zum Schutz vor einer Infektion mit Sars-CoV-2. Darüber hinaus gelten seit Jahresmitte bundesweit reduzierte Mehrwertsteuersätze, über deren Sinn und Zweck sich streiten lässt.

2021 werden Verbraucher in Deutschland beim Einkaufen mit neuen Änderungen konfrontiert. Diese wirken sich unmittelbar auf den Geldbeutel aus, sollen den Prozess der Herstellung verbessern oder dienen dem Umweltschutz. Hier stellen wir die wichtigsten Maßnahmen für das neue Jahr vor:

Änderungen 2021: Mehrwertsteuer steigt wieder - Online-Shopping als Umsatztreiber

Mehrwertsteuer: Ab Januar gilt wieder der reguläre Satz von 19 Prozent auf die meisten Güter und 7 Prozent für Waren des alltäglichen Bedarfs. Seit Juli 2020 hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer in Deutschland aufgrund Corona für ein halbes Jahr gesenkt, damit die Bürger trotz der schwierigen Zeit weiter Geld ausgeben können und so die Konjunktur unterstützt wird.

Corona-Schutzmaßnahmen: Noch bis 10. Januar gelten die Beschränkungen im Hinblick auf den Infektionsschutz. Vorerst bis 10. Januar heißt das für Super- und Drogeriemärkte: Maskenpflicht und Mindestabstände. Wie es weitergeht, entscheiden Bund und Länder voraussichtlich am 5. Januar 2021. Eine Verlängerung bis mindestens Ende Januar erscheint unausweichlich, frühestens ab Februar könnte es diesbezüglich also Lockerungen geben.

Frau an einem Obstregal im Supermarkt: 2021 ändert sich für Konsumenten einiges.

Abholungen: Elektrofachmärkte, Modehändler und Baumärkte gehören zu den Unternehmen, die im Zuge des jüngsten Lockdowns geschlossen wurden. Wer dort einkaufen möchte, muss sich vermutlich noch bis Ende Januar 2021 gedulden. Jedoch: Die Abholung in den Filialen soll bundesweit ermöglicht werden. Einzelne Ketten haben Hygienekonzepte vorgelegt, kurz nach dem Jahreswechsel sollen sie auf den Prüfstand kommen. In manchen Bundesländern ist das bereits möglich, bald soll im ganzen Land online bestellt und vor Ort abgeholt werden können.

Online-Shopping: Corona hat die Digitalisierung merklich vorangetrieben, ob in der Arbeitswelt oder beim Konsum. Immer mehr Unternehmen bieten ihr Sortiment auch online an - und Expresslieferungen nach der Bestellung. Schon 2020 boomte der Absatz im Internet, 2021 wird diese Entwicklung vermutlich vorangetrieben. Anbieter wie Picnic oder Rewe kündigten bereits an, innerhalb Deutschlands weiter zu expandieren. Amazon, einer der größten Gewinner in der Corona-Krise, treibt das Projekt „Amazon Fresh“ weiter voran. Auch Tiefkühlkost-Gigant Dr. Oetker wird Berichten zufolge in absehbarer Zeit seine Produkte direkt nach Hause liefern.

Änderungen beim Einkaufen: 2021 bringt weniger Plastik und Neuerungen bei Fleischindustrie

Verbot von Einwegplastik: Ab Juli 2021 ist es in der ganzen EU eine Ordnungswidrigkeit, bestimmte Artikel aus Einwegplastik zu verkaufen - nämlich Besteck und Teller, Trinkhalme, Wattestäbchen, Luftballon-Halter, Rührstäbchen für Heißgetränke sowie Styroporbehälter für Speisen zum Mitnehmen. Viele Ketten wie dm, Edeka, Rossmann und Co. arbeiten bereits sukzessive daran, überflüssiges Plastik aus den Warenregalen zu verbannen.

Fleischindustrie: Werkverträge in deutschen Schlachthöfen sind ab 1. Januar verboten. Diese werden bislang vor allem mit osteuropäischen Arbeitnehmern vereinbart. Auch Leiharbeit soll es beim Schlachten und Zerlegen nicht mehr geben. Das neue Gesetz soll vor allem die Ausbeutung und riskante Arbeitsbedingungen in deutschen Schlachthöfen reduzieren bzw. verhindern. Dies wirkt sich optimalerweise auch auf die Qualität bei der Herstellung von Fleischwaren aus.

Änderungen 2021: Elektronische Geräte bekommen neues Energieeffizienzlabel

Real-Märkte: Der große Lebensmittelhändler Real befindet sich in einem Umbruch. Konkurrent Kaufland, der wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, kündigte im Juni 2020 an, 101 Märkte der kriselnden Kette und den Online-Marktplatz real.de übernehmen zu wollen. Es gab wettbewerbliche Bedenken des Bundeskartellamts, mittlerweile jedoch grünes Licht für den Erwerb von bis zu 92 Standorten. Ob der Lebensmittelhändler tatsächlich neue Filialen an den früheren Real-Standorten eröffnet, steht noch nicht fest. Im Verlauf des Jahres dürfte hingegen kommuniziert werden, wie viele Märkte unter dem Namen Real weitermachen.

Energielabel: Ab März 2021 gelten für einige Elektrogeräte neue EU-Energieeffizienzlabel. Klassifizierungen wie „A++“ oder „A+++“ werden beispielsweise bei Geschirrspülern, Waschmaschinen, Fernsehern oder Monitoren durch besser unterscheidbare Klassifizierungen von A bis G ersetzt. (PF mit Material der dpa) *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

Rubriklistenbild: © Imago / Moritz Wolf

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