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Aldi: Wegen FFP2-Regel – Schwangere aus Filiale geworfen

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Von: Katja Becher

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Die unterschiedlichen Masken-Regelungen bei Aldi und Co. sorgen für Verwirrung bei den Kunden. Das wurde nun auch einer schwangeren Frau zum Verhängnis.

Mannheim - Die Sorge vor der Omikron-Variante führt aktuell dazu, dass sich die Corona-Regeln im Bundesland stetig ändern. Auch beim Einkaufen müssen Kunden von Aldi* und Co. seit Beginn der Pandemie einiges beachten. Problematisch nur: Die Regeln zu Hygienemaßnahmen oder Maskenpflicht sind keineswegs einheitlich, unterscheiden sich nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern teilweise auch bei den verschiedenen Einzelhandelsketten.

Vor allem bei den Regelungen zur Corona-Maskenpflicht herrscht aktuell große Verwirrung. Immer wieder wenden sich Kunden an die Supermärkte und Discounter ihres Vertrauens, weil sie in der Filiale wegen der „falschen“ Maske abgewiesen wurden. Vor allem in Baden-Württemberg, wo in vielen Bereichen nun eine FFP2-Maske getragen werden muss, kommt dies häufiger vor. Eine hochschwangere Aldi-Kundin aus Mannheim* klagt nun auf Facebook ihr Leid, nachdem sie in einer Filiale eine unangenehme Erfahrung machen musste.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord), Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerKarl & Theo Albrecht
Filialen weltweit11.235 (2019)

Maskenpflicht bei Aldi: Kundin beschwert sich bei Discounter – „Hochschwanger rausgeworfen“

Mit der Neuauflage der Corona-Verordnung von Baden-Württemberg änderten sich quasi über Nacht die Regeln zur FFP2-Maskenpflicht* in Innenräumen, wie HEIDELBERG24* bereits berichtete. Während die Masken-Regel zuvor noch als Empfehlung galt, wurde das Tragen einer FFP2-Maske zum 12. Januar in bestimmten Bereichen zur Pflicht. Dies wurde einer schwangeren Frau aus Mannheim nun zum Verhängnis, als diese am Tag der Regel-Änderung mit OP-Maske einkaufen gehen wollten.

„Ich wurde gerade hochschwanger in Mannheim aus dem Aldi geworfen, weil ich keine FFP2 Maske trug“, beklagt sich die Frau auf der Facebook-Seite von Aldi Süd. „Generell fand ich den Umgang mit der Situation fragwürdig, aber das die Situation von euren Mitarbeitern komplett ohne Augenmaß angegangen wird... ehrlicherweise fehlen mir hierzu die Worte“, schreibt die Aldi-Kundin weiter. Die Anweisungen würden von den Mitarbeitern offenbar „ohne Rücksicht auf Verluste“ umgesetzt.

FFP2-Maskenpflicht bei Aldi: Schwangere Kundin fordert „mehr Menschlichkeit“

Die Aldi-Kundin beklagt im Zusammenhang mit ihrem Rauswurf aufgrund fehlender FFP2-Maske, dass in dieser Situation „jede Menschlichkeit“ gefehlt hätte. „Laut Mitarbeiterin könne man ja nicht wegen allem eine Ausnahme machen“, schildert sie den Vorfall weiter. „Mein 39. Ssw Bauch ist allerdings nicht wirklich zu übersehen und das eine Schwangerschaft - gerade gegen Ende - beschwerlich sein kann, ist nichts neues“, verteidigt sich die Kundin. „Ich hoffe wieder auf mehr Menschlichkeit in der Zukunft!“, beendet sie ihren Facebook-Beitrag.

Die Beschwerde der schwangeren Frau ist nicht die einzige dieser Art auf der Facebook-Seite von Aldi Süd. Zuletzt beklagte sich ein weiterer Kunde, weil sein betagter Vater in einer Aldi-Filiale in Baden-Württemberg aufgrund fehlender FFP2-Maske kurzerhand rausgeworfen wurde.* In der Facebook-Community konnten viele Kunden den Ärger des Mannes nachvollziehen – oder schilderten ähnliche Erfahrungen. Andere User verteidigten hingegen das Hausrecht der Händler, in ihren Filialen die FPP2-Maskenpflicht umsetzen zu dürfen.

Aldi: Schwangere ohne FFP2-Maske abgewiesen – so reagiert der Discounter auf die Beschwerde

Das Social-Media-Team von Aldi Süd nimmt die Beschwerde der schwangeren Kundin ernst – weist aber auch darauf hin, dass die Mitarbeiter in den Filialen dazu angehalten seien, die FFP2-Regel in Baden-Württemberg umzusetzen. „Wenn der Umgang mit dir schroff war, dann tut es uns natürlich sehr leid“, entschuldigt sich ein Mitarbeiter bei der Frau. „Allerdings sind wir an die aktuellen gesetzlichen Beschlüsse gebunden und müssen diese vor Ort umsetzen. Da (...) das Tragen einer FFP2- oder vergleichbaren Maske in BW verpflichtend ist, müssen unsere Mitarbeiter:innen dies auch umsetzen.“

Weitere Aldi-Kunden schlagen sich in den Kommentaren auf die Seite des Discounters. „Schwangere haben was das angeht nunmal keine Sonderrechte und ich finde es auch nicht in Ordnung sowas zu verlangen“, findet eine Kundin. „Absolut richtiges Verhalten der Mitarbeiter von Aldi!“, kommentiert eine weitere Person. (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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