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Aldi Süd führt den „Nutri-Score ein“

Vorteil für die Kunden

Aldi führt deutliche Änderung bei seinen Produkten ein - doch die Konkurrenz kam dem Discounter zuvor

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Der Discounter-Riese Aldi führt bei seinen Eigenprodukten eine deutliche Änderung ein. Der Konkurrent Rewe hat das allerdings schon längst hinter sich.

Mülheim a. d. Ruhr - Auf den ersten Blick erkennen, ob ein Produkt gesund oder ungesund ist. Das ist das Ziel des sogenannten „Nutri-Scores“. 2019 konkretisierte das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Einführung, 2020 schuf Julia Klöckners (CDU) Ministerium die gesetzliche Grundlage für die Lebensmittelampel. Nun gibt der Discounter Aldi bekannt, den „Nutri-Score“ schrittweise für die Eigenmarken einzuführen.

„Nutri-Score“ soll auf den ersten Blick zeigen, wie gesund ein Lebensmittel ist

In einer fünfstufigen Farbskala von A bis E zeigt der „Nutri-Score“ den Nährwert eines Lebensmittels an. Produkte, die gesunde Bestandteile wie Ballaststoffe, Proteine, Gemüse, Obst oder Nüsse enthalten, bekommen ein besseres Rating. Von ungesunden Lebensmitteln, in denen gesättigte Fettsäuren, Salz und Zucker vorkommen, prangt ein schlechter „Nutri-Score“. Die Lebensmittelampel hilft dabei, „Produkte innerhalb einer Kategorie miteinander zu vergleichen“, erklärt Lars Klein, Managing Director Buying/Customer Interaction bei Aldi Süd. So können Verbraucher:innen beispielsweise zwischen einem „gesünderen“ und „ungesünderen“ Tiefkühlprodukt unterscheiden. Die Kennzeichnung befindet sich gut sichtbar auf der Vorderseite des Lebensmittels.

Aldi: Lebensmittelampel soll bei Eigenprodukten zum Einsatz kommen

Wie Aldi am Donnerstag verlautbart, soll der „Nutri-Score“ bei den Eigenprodukten der Marken SWEET VALLEY, KING’S CROWN, PIZZ’AH und All Seasons nach und nach abgedruckt werden. Für Aldi sei der Nutri-Score „eine Chance, die Rezepturen unserer Produkte nochmals zu prüfen und weiter zu optimieren“, merkt das Unternehmen an. Vor allem bei Produkten aus „relevanten Warenbereichen“, die einen hohen Salz- oder Zuckergehalt aufweisen, soll die Lebensmittelampel Kunden sensibilisieren. Dazu zählen demnach verschiedene Obst- und Gemüsekonserven und Tiefkühl-Gemüse sowie Pizza.

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Aldi führt Nutri-Score ein: Rewe war aber schneller

Der Discounter-Riese reagiert mit der Lebensmittelampel wohl auf den Trend zur gesünderen Ernährung. In einem Report des Ernährungsministeriums geben 91 Prozent der Befragten an, Wert auf gesunde Lebensmittel zu legen. Für die großen Supermarkt- und Discounterketten ein wichtiges Signal, um ihr Angebot anzupassen. Zwischen den Handelsriesen besteht ein harter Wettbewerb, einen Trend zu „verschlafen“ will sich besonders Aldi nicht leisten. Mitbewerber Rewe kam dem Discounter-Riesen zuvor. Die Supermarktkette kündigte schon im Januar an, den „Nutri-Score“ bei Eigenprodukten zu verwenden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft führte den „Nutri-Score“ offiziell Ende 2020 ein. Nach Informationen von „Ökotest“ preschte der französische Lebensmittelhersteller Danone 2019 vor und setzte die Lebensmittelampel auf die eigenen Produkte. Aldi gehört zwar zu den Befürwortern des „Nutri-Scores“, jedoch ist der Discounter-Riese lange nicht das erste Unternehmen, das die Lebensmittelampel auch tatsächlich umsetzt. Auch der Getränkehersteller Frankenbrunnen hat schon 2019 angekündigt, den „Nutri-Score“ auf die eigenen Produkte zu drucken, schreibt foodwatch.

Julia Klöckner (CDU) präsentiert den „Nutri-Score“

„Nutri-Score“: Insgesamt 116 Hersteller für Lebensmittelampel registriert

Wie Ernährungsministerin Julia Klöckner Mitte Februar bekannt gab, registrierten sich bislang 116 Lebensmittelhersteller mit 236 Marken für den „Nutri-Score“. „Die Zahlen und der Zuspruch steigen kontinuierlich“, zitiert die AFP Klöckner. Die Verwendung der Lebensmittelampel ist freiwillig. Unternehmen können also entscheiden, ob sie den „Nutri-Score“ auf ihre Produkte drucken. Die Bundesregierung orientiert sich mit der Lebensmittelampel an den europäischen Nachbarn; Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal und Luxemburg haben den „Nutri-Score“ eingeführt oder planen es, die Niederlande und und Schweiz haben die Wirksamkeit der Lebensmittelampel anerkannt, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg.

Auch wenn der „Nutri-Score“ ein freiwilliges Angebot ist, setzen immer mehr Unternehmen die Lebensmittelampel um. Nachdem Rewe den Score schon Anfang des Jahres eingeführt hatte, zieht Aldi jetzt nach. Wohl auch, um nicht die Gunst der ernährungsbewussten Kunden zu verlieren. (jjf/AFP)

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