Eine Frau schaufelt Nudeln aus einem Eimer.
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Im August dieses Jahres kostete eine Tonne Hartweizen - der Rohstoff für Nudeln - zwischenzeitlich mehr als 600 Euro.

Erschwerte Ernte

Aldi, Lidl, Edeka und Co.: Hohe Preise für Nudeln drohen

  • Lena Bammert
    VonLena Bammert
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Supermärkte wie Aldi, Lidl und Edeka sind abhängig von Ernten. Damit kann das Klima unter Umständen auch Auswirkungen auf Lebensmittelpreise für Verbraucher und Verbraucherinnen haben.

München - Die Nudel ist in Deutschland beliebt. Laut Herstellerverband verzehrte im Jahr 2020 jeder Deutsche durchschnittlich 9,5 Kilogramm Nudeln. Umso mehr Menschen wird die Nachricht der bevorstehenden Preissteigerung treffen. Eine Erhöhung der Nudelpreise war zuletzt 2007 notwendig, bisher deutet viel daraufhin, dass auch dieses Jahr kein Weg daran vorbei führt.

Nudeln, Couscous, Bulgur: Zu knappe Hartweizen-Ernten

Für die Produktion von einigen Lebensmitteln, darunter auch Nudeln, Couscous und Bulgur, ist Hartweizen unabdingbar. Das Korn sorgt für die nötige Konsistenz. Eine schlechte Hartweizen-Ernte hat daher auch direkte Auswirkungen auf die Produktionspreise von Nudeln. Und genau dazu ist es dieses Jahr gekommen.

Das unbeständige Wetter, die vielen Unwetter, die Kombination aus langen heißen Phasen und viel Niederschlag - all das führt zu Missernten von Hartweizen, der als witterungsempfindlich gilt. Durch die zu knappe Erntemenge steigt automatisch der Preis für das Korn. Guido Jeremias, Spartensprecher Teigwaren und Hartweizenmühlen vom Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) geht im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin Capital von einer „Verdopplung, teilweise Verdreifachung der Preise für Hartweizen“ aus.

Edeka, Lidl, Aldi: Wird die Preissteigerung beim Kunden ankommen?

„Wir erleben Preise von 600 Euro pro Tonne, im Seehafen Europa, aber auch schon in Nordamerika selbst“, so der Verbandssprecher. Durch Ernteausfälle in mehreren Regionen - sowohl in Europa als auch in nordamerikanischen Anbauregionen - fällt die Hartweizenernte auf ein 20-Jahrestief. Die Ernteprognose für Europa wurde bereits auf ein Fünftel der durchschnittlich 1,5 Millionen Tonnen reduziert.

Unklar ist, ob die Preissteigerung auch beim Verbraucher ankommen wird oder ob deutsche Supermärkte, wie Edeka, Lidl oder Aldi die Engpässe abfedern werden. Für die Mitarbeiter der Supermärkte ist die mögliche Preissteigerung ebenfalls keine gute Nachricht, denn die Zahl der Kundenübergriffe hat seit Corona zugenommen.

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