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Klopapier als Indikator für Nervosität

Leere Klopapier-Regale wegen Corona? Deutsche Bevölkerung offenbar gespalten - Filialleiter appelliert

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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  • Thomas Konnerth
    Thomas Konnerth
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Mit dem Beginn der Corona-Krise gingen die gefürchteten Hamsterkäufe einher. Steigen jetzt mit zunehmenden Infektionen wieder die Vorratskäufe? Die Vorzeichen sind anders.

  • Der Lockdown im März führte zu Hamsterkäufen - besonders beliebt war in Deutschland Klopapier.
  • Steigen die Hamsterkäufe mit den nun wieder zunehmenden Corona-Infektionen der „zweiten Welle“?
  • Aldi und Lidl sind auf eine erhöhte Nachfrage vorbereitet. Ein Filialleiter richtet einen Appell an Kunden.

Update vom 16. Oktober, 16.06 Uhr: Die Corona-Pandemie bringt auf der ganzen Welt enorme Unannehmlichkeiten mit sich, die sich längst in den Alltag der Menschen geschlichen haben. Der Lockdown sowie die seitdem geltenden Abstandsregelungen, Maskenschutz sowie der Verzicht auf liebgewonnene Dinge des gewohnten Lebens sind hierbei als schlimme Faktoren zu nennen, ganz zu schweigen von der gesundheitlichen und auch wirtschaftlichen Gefährdung.

Corona: Leere Klopapier-Regale als Horrorszenario? Anzeichen für regionale Unterschiede

Was hingegen bis zum heutigen Tag kaum ein Problem darstellte, ist das Horrorszenario für offenbar viele Verbraucher in Deutschland: dass das Klopapier zuneige geht. Jetzt, da die vielfach angekündigte „zweite Corona-Welle“ eingetreten ist und vielerorts für erhitzte Gemüter und neuerliche Angstzustände sorgt, ist zu befürchten, dass manche Personen es nicht besser wissen und dazu neigen, Toilettenpapier und andere Hygieneartikel zu bunkern. Wenig verwunderlich, dass der Hashtag „Klopapier“ bei Twitter wieder im Trend liegt - wenngleich zum Glück auch mit humorvollen Einträgen:

Wenn man die aktuelle Resonanz der Verbraucher bei den Discountern in Deutschland berücksichtigt, scheint es regionale Unterschiede zu geben, wie Focus.de berichtet. Denn während in einigen Bundesländern durchaus eine steigende Nachfrage in den festgestellt wird (siehe Ursprungsartikel unten), scheint die Lage im Bereich München und Umland ein bisschen anders zu sein. Als Quellen dienen Supermärkte im Osten der Stadt sowie im westlich gelegenen Dachau, wo weder Angestellte von Lidl noch Aldi bislang Veränderungen am Kaufverhalten bezüglich Klopapier feststellen konnten. „Ich hoffe, dass die Leute anders reagieren als im Frühjahr und dass die letzten Monate gezeigt haben, dass dieses Hamstern nicht nötig ist“, schildert ein Filialleiter dem Nachrichtenportal - Ein Appell, den sich jeder Kunde zu Herzen nehmen sollte.

Man kann nur befürworten, wenn Menschen ungeachtet der jüngsten Anstiege der Corona-Infektionszahlen die Lage so einschätzen, wie auch die Kundin eines Supermarktes, die ebenfalls gegenüber dem Focus Auskunft gab: „Man kann nur hoffen, dass die Menschen mittlerweile zur Vernunft gekommen sind und gemerkt haben, dass Toilettenpapier oder Nudeln hamstern absolut sinnlos ist.“

Corona-Hamsterkäufe im Herbst? Aldi und Lidl bemerken steigende Nachfrage

Ursprungsartikel vom 15. Oktober: Während des Corona-Lockdowns im März waren weltweit Hamsterkäufe an der Tagesordnung - besonders beliebt bei den Deutschen war im Frühjahr Klopapier. Das führte so weit, dass Kunden in vielen Supermärkten nur noch eine Packung kaufen durften. Es entstand sogar ein Online-Markt, bei dem das Klopapier rollenweise für ein Vielfaches seines Wertes verkauft wurde. Der Absatz des Toilettenpapieres galt gewissermaßen als Indikator für die Nervosität der Verbraucher während des Lockdowns. Steigen jetzt mit den Corona-Infektionszahlen auch wieder die Absätze des Klopapiers?

Aldi und Lidl beobachten ein geändertes Einkaufsverhalten.

Corona-Krise: Hamsterkäufe im Herbst - Klopapier mit steigender Nachfrage

Wie die WiWo berichtete, waren auf einem Aldi-Parkplatz in Köln bereits ähnliche Bilder wie im Frühjahr zu beobachten. Ein junger Mann sagte: „Das ist ja wie im Lockdown.“ Ein weiterer Kund stellte fest: „Klopapier wird auch schon wieder knapp.“ Von Zuständen wie im März und von leergeräumten Regalen ist die Aldi-Filiale in Köln aber noch weit entfernt. Allerdings bestätigt Aldi-Süd: „Aktuell verzeichnen wir in unseren Filialen erstmals wieder einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten, darunter auch Toilettenpapier.“

Konkurrent Lidl beobachtete ein ähnliches Einkaufsverhalten, wie WA.de* erläutert: „In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir vereinzelt eine leicht erhöhte Nachfrage in unserem Hygienesortiment. Auf eine Veränderung der Sachlage sind wir jedoch gut vorbereitet und können durch angepasste Maßnahmen schnell reagieren, um die Filialen mit ausreichend Ware zu versorgen.“ Auf ähnliche Situationen wie während des Lockdowns im Frühjahr ist Lidl laut eigener Aussage also gut vorbereitet. Die Handelsketten Kaufland, Rewe und dm können eine größere Nachfrage nach Toilettenpapier nicht bestätigen. Ebenso gäbe es derzeit keine Anzeichen für erneute Hamsterkäufe.

Corona-Krise: Hamsterkäufe im Herbst - Klopapier mit steigender Nachfrage

Zu Bildern wie im März sollte es diesen Herbst aber hoffentlich nicht kommen. In der zweiten Märzwoche 2020 war der Umsatz von Toilettenpapier um 135 Prozent höher als in der Vergleichswoche 2019 - von diesen Zahlen ist man aktuell noch weit entfernt. Zudem scheinen die Supermärkte deutlich besser vorbereitet zu sein als noch zu Beginn der Corona-Pandemie. (tko/pf) *Merkur.de und WA.de sind Angebote des Ippen Digital Netzwerks

Rubriklistenbild: © Rene Traut/dpa

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