Corona-Gipfel

Neue 2G-Regel im Einzelhandel - Was das jetzt für Ihren Einkauf bei Aldi, Rewe und Edeka bedeutet

Von Tom Offinger

Auf dem Corona-Gipfel beraten die Ministerpräsidenten über neue Maßnahmen. Diskutiert wird dabei auch die 2G-Regel im Einzelhandel. Die Supermärkte vertreten eine klare Meinung.

Update vom 2. Dezember: Jetzt ist es offiziell! Beim Corona-Gipfel haben Bund und Länder die „g-Regel für den Einzelhandel in ganz Deutschland beschlossen. Davon ausgenommen sind allerdings Geschäfte des täglichen Bedarfs. Welche Läden damit genau gemeint sind, müssen die Länder zwar teils noch nacharbeiten, klar ist aber: Supermärkte werden nicht von der 2G-Regel betroffen sein.

Erstmeldung: Berlin/München - Die vierte Corona-Welle schwappt weiter über Deutschland, die Infektionszahlen steigen in die Höhe. Um endlich Herr über die gefährliche Lage zu werden, debattieren die Ministerpräsidenten der Bundesländer aktuell über neue Maßnahmen, die nicht nur das Infektionsgeschehen ausbremsen, sondern auch die Bürger schützen sollen. Im Einzelhandel soll daher auf die 2G-Regel (Geimpft und Genesen) umgestiegen werden. Die großen Handelsketten wie Aldi, Lidl oder Edeka äußerten sich bereits dazu.

2G im Einzelhandel: Zwei Bundesländer lassen Supermärkten freie Hand

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Vorab gilt es grundsätzlich festzuhalten, dass die sogenannten Läden des täglichen Bedarfs - wie es Apotheken oder eben auch Supermärkte sind - von den Überlegungen der Landespolitiker ausgenommen werden sollen. Vielmehr soll die geplante Vorschrift von den übrigen Einzelhandelsläden durchgesetzt werden. In diese Kategorie dürften dann Bekleidungsgeschäfte, Baumärkte und beispielsweise Spielzeugläden fallen. In zwei Bundesländern, nämlich Niedersachsen und Hessen*, können Supermärkte zwar schon seit einigen Wochen auf die 2G-Regel setzen, werden diese Option allerdings weiterhin nicht nutzen.

Supermärkte und 2G: Aldi, Lidl und Kaufland zeigen klare Kante

„Als Lebensmitteleinzelhändler, der die Grundversorgung sicherstellt, sind wir von der 2G-Regel nicht betroffen*. Wir werden diese weder in noch außerhalb Hessens umsetzen“, unterstrich Lidl im Oktober. Eine ähnliche Ansicht vertritt auch der Discounterriese Kaufland: „In unseren Filialen gelten nach wie vor die bekannten Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht.“

Auch Aldi und Edeka bekennen sich klar zu den bestehenden Verhältnissen, eine Anpassung zur 2G-Regel kommt für beide Supermarktketten nicht in Frage: „Einzelne Kundengruppen vom Einkauf auszuschließen, würde grundsätzlich unserem Selbstverständnis des zuverlässigen Grundversorgers widersprechen“, versicherte ein Aldi-Sprecher. „Wir wollen auch weiterhin allen Menschen den Einkauf bei Edeka ermöglichen. Daher ist die 2G-Regelung für uns keine Option“, verdeutlicht Edeka.

Der Verzicht auf eine Umsetzung der 2G-Regelung sorgt auch bei Vertretern des Deutschen Handelsverbands für Zuspruch. Geschäftsführer Stefan Genth erklärte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass es grundsätzlich wichtig sei, dass eine Umsetzung für die Märkte freiwillig bleibe, wie in Hessen und Niedersachsen. Gerade für Geschäfte mit einer hohen Kundenfrequenz sei 2G schlichtweg nicht umsetzbar.

2G im Supermarkt: Politik auch nicht überzeugt

Auch die damit verbundenen Umsatzeinbußen würden eine Umsetzung der 2G-Regel in Supermärkten nahezu unrealistisch machen. Da zudem jeder Bürger ein Recht auf Grundversorgung hat, dürften sich die Vorgaben beim täglichen Einkauf nicht ändern lassen. „Eine Zutrittsbeschränkung für ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger für den Einzelhandel ist eine unverhältnismäßige Freiheitseinschränkung und würde diese von der Grundversorgung ausschließen“, bestätigte jüngst auch Erik Schweickert, einzelhandelpolitischer Sprecher der FDP im Landtag von Baden-Württemberg. (to)

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