Könnte für Schlangen sorgen

Bundesnotbremse: Aldi, Lidl, Rewe und Co. - Was ändert sich im Mai in Supermärkten?

Was sich im Mai ändert, hängt von der Entwicklung der Coronazahlen ab. Ab einer Inzidenz von 100 dürfen nur noch halb so viele Menschen gleichzeitig in den Supermarkt.

München - Supermärkte und Discounter gehören zu den Geschäften des täglichen Bedarfs. Deshalb bleiben Lebensmittelgeschäfte wie Aldi, Lidl, Rewe* und Co. auch bei hohen Inzidenzen geöffnet. Doch ab einer Inzidenz von über 100 müssen die Abstände zwischen den Kunden größer werden. Bei einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern ist ein Kunde pro 20 Quadratmeter erlaubt – also 40 insgesamt.

Geschäfte über 800 Quadratmetern dürfen pro 40 Quadratmeter einen weiteren Kunden einlassen. Typische Lidl oder Aldi-Filialen sind beispielsweise oft 1200 Quadratmeter groß*. Zu den 40 Kunden, die bis 800 Quadratmetern erlaubt sind, dürften dann also noch weitere zehn eintreten.

Der Handelsverband warnte im Vorfeld, dass es durch diese Beschränkung zu Wartezeiten kommen könnte – und behielt recht: Am Samstag kam es in Supermärkten teils zu langen Warteschlangen. Doch genau diese Menschenansammlungen sollte das neue Gesetz eigentlich vermeiden. Auch im Mai müssen Verbraucher daher für ihren Einkauf mehr Zeit einplanen. Besonders, wenn die Inzidenzen hoch sind. Eine neue App soll helfen, im Vorfeld zu sehen, welche Supermärkte überfüllt sind. Wer kann, sollte seinen Einkauf auf den späten Vormittag oder frühen Nachmittag legen, um Stoßzeiten zu vermeiden. Auf welche Feiertage Verbraucher im Mai achten müssen, erklärt das Video:

Bundesnotbremse in Supermärkten: Warum liegt die Grenze eigentlich bei 800 Quadratmetern?

Nach über einem Jahr Pandemie sind uns viele Konzepte bereits vertraut. Von Jung bis Alt kann heutzutage jeder die Bedeutung der Sieben-Tage-Inzidenz erklären und weiß, worum es beim R-Wert geht. Doch was genau steckt eigentlich hinter der Grenze von 800 Quadratmetern, die auch für größere Supermärkte gilt? 

Um diese Frage zu klären, lohnt es sich, einen Blick ins Gesetz zu werfen. Denn die Grenze von 800 Quadratmetern war schon vor Coronazeiten aus dem öffentlichen Baurecht bekannt. Gebäude über dieser Grenze gelten als sogenannte Sonderbauten. Die 800 Quadratmeter-Marke kann demnach nicht mit virologischen Fakten belegt werden. Der Handelsverband HDE spricht deshalb von einer willkürlichen Grenze, die zu Wettbewerbsverzerrungen führe.

Erfahrungsgemäß sind jedoch besonders die großen Geschäfte ein Publikumsmagnet. Der Handelsexperte Peter Kenning findet den Schritt daher nachvollziehbar: „Dieser Eingriff in den Wettbewerb sollte in Kauf genommen werden, um die Gesundheit der Menschen zu gewährleisten.“ Ganz pragmatisch könnte man sagen: Irgendwo muss die Grenze eben liegen. Vergleichbar ist dies etwa mit der Geschwindigkeitsbeschränkung innerorts von 50 km/h. Auch diese Grenze dient dem Schutz der Menschen und wurde willkürlich gesetzt. Zwar ist sie im Rahmen sachlich belegbar mit der Reaktionszeit. Doch genauso gut hätte sie bei 49 km/h oder 51 km/h liegen können. Ähnlich verhält es sich mit der 800 Quadratmeterregel.  
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Rubriklistenbild: © FrankHoemann/SVEN SIMON/Imago

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