Einkaufskorb von Aldi Nord in einer Filiale in Hamburg 20.01.2020
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Die Preiskennzeichnung der Obst- und Gemüseregale in Aldi-Filialen wird kritisiert.

„Beispielpreise“ für Obst und Gemüse

Abmahnung gegen Aldi Nord: Preisauszeichnung in Regalen sorgt für Verwirrung und Kritik

  • vonTim Althoff
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Aldi Nord sorgt erneut für krumme Preisauszeichnungen in den Regalen. Kritiker bemängeln vor allem das Konzept des „Beispielpreises“.

München - Aldi Nord steht aufgrund der Preisauszeichnung erneut in der Kritik. In einigen Filialen soll der Discounter beim Obst- und Gemüsesortiment „Beispielpreise“ benutzen. Das berichtet der Deutschlandfunk. Die Praktik würde unter anderem den Preisvergleich erheblich erschweren. So soll beispielsweise Paprika mit einem fett hervorgehobenen Preis von 0,87 Euro ausgezeichnet worden sein.

Dabei handele es sich jedoch nicht gewöhnlicherweise um den Grundpreis je Kilogramm oder Liter, sondern beziehe sich auf „z.B. 250 g“. Dabei stünde der Kilopreis nur in sehr kleiner Schrift auf dem Schild. Auf Anfrage der Lebensmittel Zeitung bestreite Aldi Nord, ein neues Preisformat zu testen. „Beispielpreise beziehungsweise Preisangaben von 250 g werden von uns nicht getestet“, so eine Sprecherin. „Sollte in einem unserer Märkte der 250-g-Preis ausgezeichnet sein, handelt es sich um Einzelfallentscheidungen der jeweiligen Regionalgesellschaft.“

Aldi Nord: Abmahnung der Verbraucherzentrale Hamburg

Obwohl auch bei Auberginen mit „z.B. 350 g“ eine ähnliche Auszeichnung ausgeschrieben wurde, befinde der Deutschlandfunk diese noch als „rechtmäßig“. Die Preisangabenverordnung schreibe keine Mindestgröße für den Grundpreis vor. Gemeinsam mit Aldi Süd will das Bruder-Unternehmen nebenbei die Konkurrenz angreifen - es ist das erste Mal, dass die Erzrivalen zusammen arbeiten.

Aldi Nord sorgte nicht zum ersten Mal für derartige Verwirrung. „Bei uns beschweren sich immer wieder Verbraucher über die Größe des Grundpreises bei Aldi Nord“, erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg mit Verweis auf die Preisklarheits-Maxime. So laufe sogar eine aktuelle Abmahnung der VZ gegen den Lebensmittelriesen. Es seien weitere Ungereimtheiten bei den Preisschildern aufgefallen.

Aldi Nord: Auch Wettbewerbszentrale kritisiert Discounter

In Sachen Schriftgrößen handele Aldi Nord allerdings nicht gegen Vorschriften. Der Bundesgerichtshof verlange da nur eine Größe von 2 mm. Die Erstellung einer DIN-Norm wäre zwar schon diskutiert worden, jedoch sei dies schon vor Jahren gescheitert. Übrigens: Aldi führt ein neues System ein - davon könnten auch die Kunden profitieren.

Die Wettbewerbszentrale sieht die Praxis kritisch: „Laut der Preisangabenverordnung müssen die Preisangaben der ‚Preisklarheit und Preiswahrheit‘ entsprechen“, sagt Geschäftsführer Peter Breun-Goerke. Ob sich Aldi der Kritik schließlich beugt, werden die nächsten Wochen zeigen. Auch ruhr24.de* berichtet über das Thema. *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (ta)

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