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Aldi Süd reagiert offenbar auf Hamsterkäufe - Discounter nimmt Lieferanten in die Pflicht

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Von: Josef Forster

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Leeres Regal in Supermarkt
Leere Regale waren während des Lockdowns keine Seltenheit. (Symbolbild) © Robert Michael | picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, zieht Aldi Süd seine Lehren aus dem Lockdown. Der Discounter-Riese will leere Regale vermeiden, die Lieferanten sollen Abhilfe schaffen.

Mülheim a. d. Ruhr - Pasta, Klopapier, Taschentücher und Hygieneprodukte. Im Lockdown des vergangenen Jahres suchte man so manche Produkte im Supermarkt vergeblich. Der Grund: Kunden provozierten durch „Hamsterkäufe“ eine Knappheit an Produkten, die die Händler nicht nachfüllen konnten - zum Unmut vieler anderer. Aldi, Edeka und Co. führten deshalb für bestimmte Produkte ein Kauflimit ein. So wollen sie das Kaufen auf Vorrat verhindern und allen Kunden die Möglichkeit geben, ihre Lieblingsprodukte zu erwerben. Trotz der Gegenmaßnahmen blieben vielen Kunden die leergefegten Regale im Gedächtnis. Nach einem Bericht der Lebensmittelzeitung reagiert Aldi Süd auf die Warenknappheit im Lockdown, indem der Discounter-Riese seine Lieferanten in die Pflicht nimmt.

Aldi Süd rüstet sich für Krisenzeiten

In dem Schreiben, das der Lebensmittelzeitung vorliegt, verlangt Aldi Süd von einigen Unternehmen eine „Bevorratungsgarantie“*, um in Krisenzeiten genug Ware für Kunden bereitstellen zu können. Der Konzern nimmt dabei Umstände in den Fokus, die „objektiv die Annahme rechtfertigen, dass sich die Nachfrage nach der vom Verkäufer zu liefernden Ware kurzfristig deutlich erhöhen wird. Als solche Umstände gelten insbesondere Pandemie, Krieg oder soziale Unruhen“, lässt Aldi Süd seine Lieferanten wissen. Der Discounter verweist im Hinblick auf die drastische Wortwahl auf Kundeninteressen. Dem Mühlheimer Unternehmen sei es wichtig, dass „Lieferanten für den Krisenfall bei besonders kritischen Artikeln in bestimmten Warengruppen einen gewissen Vorrat vorhalten“, zitiert die Lebensmittelzeitung den Konzern.

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Corona-Krise: Aldi, Edeka und Co. wollen ihre Lager füllen

Wie die Lebensmittelzeitung schreibt, habe der Lebensmittelhandel durch eine „Corona-Sonderkonjunktur“ profitiert. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen konnten sich Aldi, Edeka, Rewe und Co. auf ihre Kunden verlassen. Das Risiko eines Imageschadens, den leere Regale hervorrufen, will keiner der Lebensmittel-Riesen eingehen. Für Aldi Süd besteht die Strategie dem Bericht zufolge darin, die Lieferanten zu verpflichten, bestimmte Waren auf Vorrat zu halten.

Die Forderung stößt bei einem Lieferanten auf wenig Begeisterung. „Wir tun alles, was wir können, um den Handel zu beliefern und haben das auch im vergangenen Jahr gut geschafft“, zitiert ihn die Lebensmittelzeitung. Gegenüber der Zeitung räumt Aldi die Bedenken der Hersteller aus: „Unseren Lieferanten sollen durch die Bevorratung keine unangemessenen Benachteiligungen entstehen“, so der Konzern.

Die Marktanteile der Supermärkte und Discounter sind in Deutschland hart umkämpft. Wie die Mitteldeutsche Markenstudie 2020 zeigt, muss Aldi im Beliebtheitsranking den Spitzenplatz an Mitbewerber Edeka räumen. Mit seiner Forderung an die Lieferanten will der Konzern Lieferengpässe und leere Regale vermeiden. Und so in der Gunst der Kunden steigen. (jjf) *heidelberg24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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