Kampf der Giganten

Rivalen Aldi Nord und Süd greifen erstmals gemeinsam die Konkurrenz an - Kunden erwartet deutliche Veränderung

  • Marc Dimitriu
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Seit der Trennung in Aldi Nord und Süd agieren die Unternehmen weitgehend getrennt voneinander. Jetzt wollen sie aber eng zusammenarbeiten, um die Konkurrenz zu schlagen.

München - Seit 1961 gehen Aldi Nord und Aldi Süd getrennte Wege. Die beiden Brüder, Theo (Nord) und Karl Albrecht (Süd), die den Discounter gründeten, trennten sich unternehmerisch. Über den Grund schwiegen die Aldi-Brüder, die ihr Leben abgeschottet von der Öffentlichkeit verbrachten.

Aldi Nord und Süd machen gemeinsame Sache: Corona-Krise beeinflusst Kaufverhalten

Seitdem sind Aldi Nord und Aldi Süd zwei völlig getrennte Unternehmen, die jeweils in eine Vielzahl kleinere Gesellschaften aufgeteilt sind. Selbst Branchen-Experten können kaum den Überblick behalten. Zwar sollen die beiden Unternehmensgruppen freundschaftlich verbunden sein. Trotzdem agieren sie weitgehend getrennt voneinander. Doch jetzt wollen sie wieder gemeinsame Sache machen. Die Corona-Krise ist auch für die Supermärkte und Discounter, keine einfache Zeit, obwohl sie als fast einzige durchgehend von den Lockdowns verschont wurden. So plant Aldi Süd in den nächsten Jahren die Schließung von vier Regionalgesellschaften. Was aus den Hunderten Mitarbeitern wird, ist noch unklar.

Das Kaufverhalten der Kunden hat sich in der Pandemie verändert. Viele setzten auf Lieferdienste. Und genau hier ist die Konkurrenz Aldi voraus. Neben Amazon Fresh oder Edekas Bringmeister ist vor allem das Lieferangebot von Rewe in Deutschland mit einem Jahresumsatz von zuletzt 154 Millionen Euro erfolgreich, berichtet der Business-Insider.

Aldi Nord und Aldi Süd planen Lieferdienst wie Lebensmittel

Deswegen wollen Aldi Nord und Aldi Süd nun gemeinsame Sache machen und die Konkurrenz im Bereich Lieferung angreifen. Laut der Lebensmittel Zeitung sollen die bisher getrennten Plattformen „Aldi liefert“ unter dem Dach der neu gegründeten Aldi E-Commerce Verwaltungs GmbH zusammengebracht werden. An der GmbH werden Aldi Nord und Aldi Süd je zur Hälfte beteiligt seien. Mit dem Dienst „Aldi liefert“ konnten bislang fast ausschließlich Nonfood-Artikel bestellen werden.

Die Händler gaben gegenüber der Lebensmittel Zeitung an, dass man sich mit dem Joint Venture an der Lieferung von Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs versuchen wolle und das „ohne regionale Differenzierungen.“

Idee für neuen Aldi-Lieferdienst kam aus dem Ausland

Ihren Sitz habe die Aldi E-Commerce Verwaltungs GmbH dann in Düsseldorf, Gesellschafter seien die Aldi Süd Digital GmbH & Co oHG sowie die Aldi GmbH & Co KG in Essen. Als Geschäftsführer werden Moritz Scheffler und Kai Schmidhuber. Scheffler ist Geschäftsführer im E-Commerce von Aldi Nord und war davor bei PwC und Henkel tätig. Von Aldi Süd kommt Schmidhuber, der schon bei DHL managte und Chief Digital Officer bei L’Oréal war.

Die Idee für den offensiveren E-Commerce-Kurs kam laut der Lebensmittel Zeitung von den Aldi-Auslandsgesellschaften in Großbritannien, den USA und Australien. Die Discounter aus Deutschland und Österreich hatten sich auf diesem Gebiet lange zurückgehalten.

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Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa - Wilfried Wirth via www.imago-images.de

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