Ein Schild mit dem Logo des Discounters Aldi Süd.
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Ein Schild mit dem Logo des Discounters Aldi Süd. (Symbolbild)

Tempo-Weltmeister Aldi

Hat Aldi die schnellste Kasse der Welt? Knallharte 15-Sekunden-Regel

  • Philipp Fischer
    VonPhilipp Fischer
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Aldi ist für seine schnellen Arbeitstechniken international bekannt. Welche weiteren Tricks Aldi benutzt, um einen möglichst effektiven Bezahlvorgang zu gewährleisten, erfahren Sie hier. 

München - Aldi ist für seine pragmatische und schnelle Arbeitsweise international bekannt und beliebt. Sowohl die Mitarbeiter von Aldi Süd als auch Aldi Nord haben in der ganzen Bundesrepublik den Ruf, mit die schnellsten und effektivsten Kassierer zu haben. Um dieses Niveau aufrechtzuerhalten und die Erwartungen der Kunden weiterhin zu befriedigen, bedient sich die Supermarktkette an verschiedenen Tricks.

Aldi: Mitarbeiter arbeiten unter extrem Zeitdruck, um Leistungspensum zu erfüllen

In der Vergangenheit machte der Supermarkt vermehrt Negativschlagzeilen. Im Jahr 2018 enthüllte ein Bericht von Focus Online, dass Mitarbeiter von Aldi unter extremen Zeitdruck arbeiten. In dem Artikel berichtete eine Mitarbeiterin von Aldi, dass sie 3400 bis 3500 Artikel pro Stunden scannen müsse. Demnach würden die Mitarbeiter auf 55 Artikel in der Minute kommen ein extrem hohes Leistungspensum. Doch der Zeitdruck hat seinen Erfolg. Laut einer Erfassung von des Marktforschungsunternehmens Ematrix aus dem Jahr 2009, liegt Aldi mit 86 abkassierten Kunden pro Stunde weit vor allen anderen Supermärkten. Mit 71 Kunden folgt Lidl auf Platz zwei.

Um die Erwartungen der Kunden zu erfüllen sowie Personal zu sparen und dadurch die Preise gering zu halten, würden die Mitarbeiter von Aldi mit Zeitdruck auf Leistung getrimmt. Dieser Zeitdruck macht sich nicht nur beim Kassieren bemerkbar, sondern auch beim Entpacken von neuen Produkten. Nach Angaben der Kassiererin habe jeder Mitarbeiter nur 15 Minuten Zeit, um eine ganze Palette auszupacken.

Aldi: Mit Tricks zum Kassier-Weltmeister

Neben einem straffen Leistungspensum versucht der Supermarkt mit bestimmten Arbeitstechniken sein Geschwindigkeitsniveau beizubehalten. Besonders berüchtigt ist dabei die 15-Sekunden-Regel. Demnach darf die gesamte Abwicklung eines Einkaufes, vom Scannen der Artikel bis zur Ausgabe des Rückgelds, nicht mehr als 15 Sekunden in Anspruch nehmen. Dauert der Kauf länger als die angeordneten 15 Sekunden, verliert man auf Dauer Kunden. Vor allem jüngere Kunden seien ungeduldiger. „15 Sekunden - länger darf das gerade bei der tempoverwöhnten jungen Generation nicht dauern“, meinte die Handelsexpertin des Deutschen Zukunftsinstituts, Theresa Schleicher, gegenüber der dpa.

Schneller Bezahlvorgang bei Aldi: Vorsprung durch ausgeklügelte Kassensysteme

Neben einem straffen Zeitplan besticht Aldi mit seinem ausgeklügelten Kassensystem. Zum einen sind die Kassen ergonomisch auf den Kassierer angepasst. Zum anderen hat der Supermarkt ein durchdachtes Barcode-Lesesystem, mit welchen der Kassierer den Strichcode nicht direkt an den Scanner halten muss. Darüber hinaus achtet Aldi darauf, dass die Barcodes möglichst groß sind. Außerdem wird der Kassenzettel bereits vor dem Bezahlen gedruckt. Dank dieses Tricks müssen Mitarbeiter zwar den bezahlten Betrag nicht mehr eintippen, dafür müssen Aldi-Kassierer extra fit im Kopfrechnen sein. (phf)

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