Mehr Möglichkeiten für Drittanbieter

Amazons kühnes Vorhaben: Onlineversand-Händler will Zerstörung von Retouren stoppen

Amazon gibt bekannt, eine gute Lösung für den Umgang mit Retouren gefunden zu haben. Der Onlineversand-Händler setzt auf Nachhaltigkeit. Das ist der Plan.

Washington (USA) – Zwei, drei Klicks und schon ist nahezu jedes Produkt der Welt bestellt – unter anderem Amazon macht es möglich. Der US-amerikanische Onlineversand-Händler verfügt über eine Vielzahl an Waren. Nicht selten aber werden Produkte aus den unterschiedlichsten Gründen zurückgeschickt. Diese Retoure bei Amazon sorgt jedoch immer wieder für Schlagzeilen.

Schließlich hat das Unternehmen von Amazon-Boss Jeff Bezos bisher keinen adäquaten Umgang mit zurückgeschickten Produkten gefunden. Auch wenn Händler ihre Waren nicht über Amazon loswerden, landen die Produkte oftmals im Müll. Das soll zeitnah der Vergangenheit angehören. Denn Amazon hat das Vorhaben, dass externe Anbieter ihre Produkte künftig an Restpostenhändler oder über ein Outlet günstig verkaufen sollen. Darüber berichtet die Wirtschaftswoche.

Amazon will Drittanbietern mehr Möglichkeiten eröffnen

Grundsätzlich möchte Amazon also garantieren, dass selbständige Händler, wie sie es zuhauf auf der Plattform gibt, sowohl unverkaufte Lagerwaren als auch Retouren deutlich einfacher als bisher weiterverkaufen können. Hierfür will der Onlinehändler neue Versand- und Verkaufsoptionen einführen. Diese sollen den Anbietern auf dem digitalen Marktplatz von Amazon helfen, „mehr Waren zu verkaufen und Lagerkosten zu reduzieren“.

Vom Händler zum Kunden – und wieder zurück. Amazon hat ein Problem hinsichtlich des Umgangs mit Retouren, im Speziellen was Waren von Drittanbietern betrifft. Nun kündigt Amazon ein neues Vorgehen in dieser Hinsicht an.

Händler, die ihre Produkte sowohl über Amazon verkaufen als auch die Lagerhallen und den Versand des Onlinehändlers nutzen, können ihre Güter über Amazon mittlerweile auch Restpostenhändlern anbieten. Zudem sollen diese Anbieter zukünftig auch unbenutzte und unverkaufte Lagerwaren über ein Outlet auf Amazon verkaufen können.

Amazon Warehouse als Option für Marktplatz-Händler

Wie Amazon mitteilt, würden die Drittanbieter letztendlich noch zwischen 30 und 60 Prozent des ursprünglichen Preises für ihre Produkte erhalten. Über das Amazon Warehouse sollen die Marktplatz-Händler künftig ihre Retouren sowie leicht beschädigte Waren zu reduzierten Preisen anbieten können. Bis dato werden von Amazon dort nur Produkte aus dem eigenen Sortiment angeboten.

Diese Funktion für Dritthändler soll in Deutschland bereits ab 2022 verfügbar sein. Vorab würde Amazon die Retouren beziehungsweise die beschädigten Produkte der Anbieter in seinen Lagern begutachten. Daraufhin erfolgt eine – abhängig vom Zustand des entsprechenden Produkts – Einteilung in eine der vier Kategorien. Diese reichen von „Gebraucht – wie neu“ bis hin zu „Gebraucht – akzeptabel“.

Erschreckende Zustände bei Amazon: Onlinehändler vernichtete seine Waren im großen Stil

Erst 2018 hatten die Wirtschaftswoche und das ZDF-Magazin „Frontal21“ aufgedeckt, wie Amazon einen Teil seiner Waren im großen Stil vernichtet. Insbesondere die Produkte von Marktplatzhändlern würden immer wieder im Müll landen. Das große Problem: eine Vielzahl der externen Anbieter verfügt weder über eigene Lagerhallen noch über Verkaufskanäle. Unverkaufte oder benutzte Produkte können daher nicht frei von Komplikationen zurückgenommen werden.

Ausgehend von 2018, kostete die Marktplatzhändler die Entsorgung durch Amazon lediglich zehn Cent pro Artikel. Dies sei deutlich günstiger als die Rücksendung oder gar eine Reparatur. Das soll sich durch die neuen Verkaufsprogramme und eine neue Gebührenstruktur von Amazon aber ändern. Denn laut dem Onlinehändler sei die Vernichtung fortan „die wirtschaftlich am wenigsten attraktive Option“.

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Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/imago images

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