SWR-Intendant Prof. Dr. Kai Gniffke ZDF-Intendant Thomas Bellut, ARD-Vorsitzender Tom Buhrow, Pressereferentin Svenja Siegert (von links nach rechts)
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Bei einer Pressekonferenz in Mainz gaben ARD und ZDF bekannt, dass es zukünftig ein gemeinsames Online-Angebot geben soll.

Mehr Vielfalt durch Zusammenschluss

ARD und ZDF starten „Umsonst-Netflix“ in Deutschland: Neues Streaming-Netzwerk bringt neue Möglichkeiten

  • Elisabeth Urban
    VonElisabeth Urban
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ARD und ZDF wollen zukünftig gemeinsame Sache machen - zumindest wenn es um ihre Online-Streamingangebote geht. Über 250.000 Angebote stehen dann zur Verfügung.

Mainz - Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Mainz erklärten die ARD und das ZDF, dass die beiden Sender ihre bisherigen Mediatheken miteinander kombinieren wollen. Dabei wird allerdings kein neues Streamingportal ins Leben gerufen, sondern ein Streaming-Netzwerk gegründet: Filme, Dokumentationen und Serien, die für die ARD produziert wurden, sind zukünftig auch in der ZDF-Mediathek abrufbar, auf der ARD-Seite finden die Nutzer dann auch ZDF-Produktionen - die jeweils als solche gekennzeichnet sind.

ARD und ZDF gründen Streaming-Netzwerk: Eigene Mediatheken bleiben bestehen

Jeder Sender behält also zunächst seine eigene Online-Mediathek, kann jetzt aber ein vielfältigeres Angebot machen: Produktionen von funk und Arte sind auf den Plattformen bereits abrufbar, weitere öffentlich-rechtliche Sender könnten das Portfolio im Laufe der Zeit erweitern. Durch die Verzahnung der bisherigen Mediatheken soll die Position der Sender im rasant wachsenden Streaming-Markt gegenüber internationalen Konkurrenten gestärkt werden. Zusammenarbeiten mit privaten Streaming-Anbietern sind aber nicht geplant.

ARD und ZDF im Team: Nutzung der Angebote auch ohne Account möglich

Die Neuerungen, die ab sofort umgesetzt werden, kommen vorerst ohne eigenen Namen oder Logo aus. Nutzer können wie gewohnt die Portale von ARD und ZDF nutzen - und das entweder anonym oder mit einem Konto. Wer sich einen Account erstellt, soll mit den Anmeldedaten letztendlich beide Angebote nutzen können und erhält auf den Plattformen beispielsweise personalisierte Empfehlungen oder Playlists. Im Laufe der Zeit sollen dann noch Benutzeroberfläche und das Design der gemeinsamen Mediatheken einheitlich angepasst werden.

„Wir wollen das aus eigener Kraft aus dem Bestand machen“, so der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow zur Kostenfrage - Zusatzkosten für die Beitragszahler sollen durch das neue Projekt also nicht entstehen. (eu)

Abseits der Plattform-Neuerungen brodelt es bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten: Immer wieder gibt es Diskussionen um Reformen des Rundfunksystems oder Proteste gegen das Gebührensystem. Mit unserem brandneuen Verbraucher-Newsletter bleiben Sie immer auf dem neusten Stand in Sachen Verbraucherinformationen und Produktrückrufe.

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