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Eiskratzen am Auto - Wenn Sie das nebenbei machen droht ein hohes Bußgeld

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Von: Markus Hofstetter

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Autofahrerin kratzt Schnee und Eis von den Scheiben
Das befreien des Scheiben von Schnee und Eis ist für viele Autofahrer ein lästiges Winterritual © Ralph Peters/imago

Wenn es morgens richtig kalt ist und das Auto draußen steht, muss Eis gekratzt werden. Doch ein weitverbreitetes Verhalten dabei kann richtig teuer werden.

München - Es ist für viele Autofahrer ein unbeliebtes Winterritual. Hat man weder eine Garage noch eine Standheizung, ist bei Minusgraden Eiskratzen angesagt. Dabei reicht es nicht, ein kleines Guckloch in der Windschutzscheibe freizulegen, sie muss komplett frei sein. Wer dies nicht macht, dem droht ein Bußgeld von zehn Euro. Auch durch die restlichen Scheiben sollte man frei Sicht haben, da sich sonst das Unfallrisiko erhöht.

Eiskratzen am Auto: Auch der Schnee muss weg

Hinzu kommt, dass das Auto von Schnee befreit werden muss. Denn wenn es sich vom Fahrzeug löst, könnte es andere Autofahrer behindern. Zudem müssen das Kennzeichen lesbar sowie Scheinwerfer und Rücklichter schnee- und eisfrei sein, da diese sonst in ihrer Funktion beeinträchtigt werden können.

Das alles erfordert Zeit, die Autobesitzer schon mal nutzen, um den Motor warmlaufen zu lassen. Das soll für eine gemütliche Temperatur und beschlagfreie Scheiben im Innenraum sorgen, wenn man endlich losfahren kann.

Eiskratzen am Auto: Bei Warmlaufenlassen des Motors droht Bußgeld

Doch das Warmlaufenlassen des Motors während des Einkratzens ist in mehrfacher Hinsicht ein Fehler. Der offensichtlichste ist, dass das an den Geldbeutel gehen kann, man muss mit einem Bußgeld von 80 Euro zuzüglich Verwaltungsgebühren rechnen. Darauf weist der ADAC hin. Grund ist § 30 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO), laut dem Verkehrsteilnehmer dazu angehalten sind, unnötige Lärm- und Abgasbelästigung zu vermeiden.

Ein weiterer Grund ist, dass das Warmlaufenlassen des Motors nichts bringt, ganz im Gegenteil. Im Standgas braucht der Motor deutlich länger, um die Betriebstemperatur zu erreichen. Ein Test des ADAC zeigt, dass das Motoröl nach vier Minuten laufen lassen im Stand bei einer Außentemperatur von minus zehn Grad gerade einmal eine Temperatur von minus sieben Grad erreicht hat. Aus den Luftaustrittsdüsen strömt Luft mit einer Temperatur von etwa 13 Grad ins Wageninnere, nicht gerade angenehm. Verbraucht dafür wurden etwa 0,1 Liter Benzin.

Eiskratzen am Auto: Warmlaufenlassen des Motors erhöht Verschleiß

Durch das Laufenlassen im Stand verlängert sich auch die Warmlaufphase, die besonders schädlich ist, da Reibung im Motor erhöht und der Verschließ damit höher ist. Wird eine Motor dagegen warm gefahren, ist er schneller auf Betriebstemperatur, verbraucht weniger Treibstoff und wird weniger verschlissen.

Eiskratzen am Auto: Frostschutzfolie ist Alternative zum Warmlaufenlassen des Motors

Der ADAC nennt auch Alternativen zum Warmlaufenlassen des Motors. Neben einer Standheizung sind die Frostschutzfolien. Diese werden nach dem Parken über das Fahrzeug gelegt und fixiert. Allerdings decken diese Folien oft nur die Frontscheibe ab, weshalb man Seiten- und Heckscheiben von Schnee oder Eis befreien muss.

Gegen beschlagene oder sogar gefrorene Scheiben hilft ein Trockentuch im Auto. Um beschlagene Scheiben überhaupt zu vermeiden, muss man die Feuchtigkeit im Autoinneren reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte man Fußmatten regelmäßig trocknen oder im Winter gleich Gummimatten benutzen und vor dem Einsteigen den Schnee von den Schuhen abklopfen.

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