Polizei warnt eindringlich

Online-Shopper aufgepasst: Warnung vor neuer SMS-Betrugsmasche - sie kann jeden treffen

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Cyberkriminelle finden einen neuen Weg, um Daten ihrer Opfer abzugreifen. Eine Betrugsmasche ist auf dem Vormarsch, die Polizei warnt eindringlich.

München - Während der Corona-Pandemie* hat das Online-Shopping Hochkonjunktur. Weil viele Läden geschlossen sind, entscheiden sich Kunden, ihren Einkauf bequem von zuhause zu erledigen. Schnell einen Pullover, ein Buch oder eine DVD bestellen. Im Lockdown zogen die Umsätze der Versandhändler kräftig an, allein Branchen-Primus Amazon verzeichnete im Corona-Jahr 2020 eine Umsatzsteigerung von 38 Prozent.

Obligatorisch bei der Online-Bestellung: Die Versand-Benachrichtigung des Zustellers, der über das baldige Eintreffen der bestellten Ware informiert. Doch das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt, dass Cyberkriminelle gefälschte Versand-SMS für ihre Betrugsmasche nutzen. Die Hacker können Schadsoftware auf dem Mobiltelefon installieren, sensible Daten abgreifen und sich Zugriff auf das Mobiltelefon verschaffen.

SMS mit Paketankündigungen können gefälscht sein

Die Kriminellen fälschen die Benachrichtigungs-SMS seriöser Paketzusteller, um Zugriff auf die Mobiltelefone ihrer Opfer zu erlangen. Klicken die Empfänger auf den vermeintlichen Bestätigungslink in der Kurznachricht, laden die Hacker Schadsoftware auf das Handy ihrer Opfer. Wie das LKA (Landeskriminalamt) Mainz warnt, endet der gefälschte Link mit „duckdns.org“. „Diese Schadsoftware leitet unbemerkt sensible Daten weiter, spioniert die Kontaktliste der Geschädigten aus und versendet anschließend eigenständig SMS mit der Schadsoftware an verschiedene Rufnummern, die zusätzliche Kosten verursachen können“, warnt die Behörde. Für eine Frau in Rheinland-Pfalz sei ein Schaden im dreistelligen Bereich entstanden.

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SMS mit Schadsoftware im Posteingang - Was sollten Verbraucher beachten?

Die Polizeiinspektion Oberpfalz mahnt bei Versand-SMS mit der Endung Endung duckdns.org zur Vorsicht. Zuerst sollten sich Verbraucher klarmachen, ob sie überhaupt ein Paket erwarten. Wer nicht bestellt, empfängt auch keine SMS mit einer Versandbestätigung - falls doch, sollte der Bestätigungslink in der SMS keinesfalls angeklickt werden. Die Polizeiinspektion rät außerdem, die Drittanbietersperre beim Mobilfunkprovider einzurichten. Die Sperre verhindert, dass Zahlungen über die Mobilfunkrechnung abgewickelt werden können. Auch in den Einstellungen des Handys können Verbraucher den Betrugsoftwares entgegenwirken. Indem man die Möglichkeit deaktiviert, unbekannte Apps zu laden, legt man den Kriminellen das Handwerk.

Für Verbraucher, die auf den Bestätigungslink in der gefälschten SMS klickten, besteht schneller Handlungsbedarf. Die Polizei Oberpfalz empfiehlt, das Handy in den Flugmodus zu setzen. Anschließend sollten Betroffene prüfen, ob durch den Versand von SMS Kosten entstanden sind und gegebenenfalls ihren Mobilfunkanbieter kontaktieren. Opfern der Betrugsmasche empfiehlt die Polizeiinspektion Oberpfalz, bei der örtlichen Polizeidienstelle Anzeige zu erstatten. (jjf/dpa)

Rubriklistenbild: © imageBROKER/Sonja Jordan/IMAGO

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