Ein Mann steht in Zürich vor einem Schaufenster, das mit Black Friday Plakaten beklebt ist.
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Der Black Friday soll Kunden in die Geschäfte locken.

Unternehmenssprecherin wird deutlich

Black Friday während Lockdown: Droht jetzt das große Corona-Chaos in den Geschäften?

  • Kai Hartwig
    VonKai Hartwig
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Der Black Friday am 27. November 2020 steht kurz bevor. Mögliche Kundenanstürme stellen die Geschäfte vor große Herausforderungen - doch es gibt einen Plan.

  • Am 27. November mobilisiert der Black Friday Schnäppchenjäger in ganz Deutschland.
  • Dabei kommt auf die Geschäfte in Corona-Zeiten eine große Herausforderung zu.
  • Ein großes Elektronikunternehmen ist gewappnet - doch möglicherweise denken Konsumenten um.

München – Es ist wieder so weit, der Black Friday steht vor der Tür. Mit einer wahren Rabattschlacht wollen Einzelhandel und Online-Händler die Kunden in Scharen anlocken.

Doch dieser Tage ist alles anders, die Corona-Pandemie zwingt den Handel zu besonderen Maßnahmen. Dicht gedrängte Massen darf es in Zeiten stark ansteigender Corona-Zahlen nicht geben.

Black Friday 2020: US-Unternehmen Walmart schließt Geschäfte an Thanksgiving

In den USA, dem Ursprungsland des Black-Friday-Shoppings, haben große Handelsketten bereits radikal auf die Corona-Krise reagiert. Einige der bekanntesten Händler, wie Walmart oder Barnes & Noble kündigten an, dass sie ihre Filialen am Feiertag Thanksgiving schließen.

Damit blieben beispielsweise bei Walmart zum ersten Mal seit über 30 Jahren die Türen am Tag vor dem Black Friday geschlossen. Knapp 100 weitere Unternehmen schlossen sich dieser Vorgehensweise inzwischen an – Tendenz steigend. Zudem empfehlen viele Einzelhändler den US-Konsumenten, ihren Black-Friday*-Einkauf lieber online zu tätigen.

Als weiteres Instrument, Menschenmassen und Kundenanstürme in Corona-Zeiten zu verhindern, sehen die Unternehmen den Plan, nicht nur am Black Friday, sondern auch schon zuvor mit großen Preisnachlässen Kaufanreize zu schaffen.

So verfährt man auch hierzulande. Saturn und Media Markt zählen neben Amazon seit Jahren zu den größten Profiteuren des Black Friday, verfügen aber im Gegensatz zu dem Online-Riesen auch über Geschäftsflächen.

Black Friday 2020: Saturn und Media Markt satteln um auf den „Black November“

Eine Unternehmenssprecherin der Elektronik-Fachmarktkette sagte Merkur.de, man wolle während der Corona-Pandemie „vor allem Kundenströme entzerren“, um auch in den „stationären Märkten den bestmöglichen Gesundheitsschutz für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter“ zu gewährleisten. „Vor diesem Hintergrund sprechen wir in diesem Jahr vielmehr von einem ‚Black November‘ als ausschließlich von einem reinen ‚Black Friday‘“, ergänzte die Sprecherin der Media-Saturn-Gruppe.

Zudem fühlt sich der Elektronikriese auch dank seiner bisherigen Corona-Maßnahmen für eventuellen Kundenandrang gewappnet. So sind die Filialen bereits jetzt „neben zahlreichen Desinfektionsmöglichkeiten, mit digitalen Einlasskontrollen ausgestattet, mittels derer wir uns an die gesetzlichen Vorgaben halten, was die maximale Anzahl an Kunden im Laden angeht.“

Die konsequente Einhaltung der Hygienemaßnahmen wird dabei in Echtzeit kontrolliert, wie die Unternehmenssprecherin angab. Man achte „auch während besonderer Aktionen sowie im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft“ darauf, diese einzuhalten. Von Kunden regelrecht überrannt zu werden, befürchtet das Unternehmen nicht. Zudem verweist es auch auf die Möglichkeit, seine Produkte online zu verkaufen.

Video: Der Black Friday 2020 - Angebote und Besonderheiten

Black Friday 2020: Coronakrise lässt Schnäppchenjägern umdenken - Online statt Ladenkauf

Aber wollen die Konsumenten überhaupt in die Läden vor Ort oder planen sie coronabedingt Online-Einkäufe, um die potenzielle Gefahr einer Corona-Infizierung im Getümmel der Shoppingwütigen zu minimieren? Laut einer Umfrage des Portals blackfriday.de gab mit 69 Prozent die große Mehrheit der Befragten an, ihre Einkäufe zum Black Friday* 2020 ausschließlich im Internet tätigen zu wollen. Für knapp 40 Prozent hat die derzeitige Corona-Pandemie einen Einfluss auf ihre Einkaufspläne.

Das sind keine guten Nachrichten für den angeschlagenen Einzelhandel, den die Corona-Krise in arge Bedrängnis gebracht hat. Dabei hoffte man, dass wenigstens durch einen Endspurt zum Jahresende 2020 wieder ein Teil der Verluste aus dem ersten Corona-Lockdown im Frühjahr eingefahren werden kann. Diese Hoffnung könnte sich womöglich nicht erfüllen. (kh)

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